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Wer bekommt wann Kindergeld? II

Tipp von skyfly71 skyfly71

Die Voraussetzungen für Kindergeld sind im Einkommenssteuergesetz (EstG) geregelt.

Anspruchsberechtigt sind in der Regel NUR die Eltern des Kindes, auch nach Erreichen der Volljährigkeit. Lediglich, wenn die Eltern verstorben sind oder nicht mehr erreichbar hat das Kind die Möglichkeit, selbst Kindergeld nach dem Bundeskindergeldgesetz zu beantragen. Der Regelfall ist aber, daß Kindergeld nur dann gezahlt wird, wenn die Eltern den Antrag stellen. Das Geld wird grundsätzlich auch NUR an die Eltern ausgezahlt. Kindergeld ist eben Geld für welche, die "Kinder haben" und nicht für welche, die "Kinder sind".

Kindergeld wird in folgenden Altersstufen gezahlt:

Für Kinder bis zum Erreichen des 18. Lebensjahres: Immer

Für Kinder bis 20 Jahre: Wenn sie arbeitssuchend gemeldet sind

Für Kinder bis 24 Jahre: Wenn sie Ausbildungsplatzsuchend gemeldet sind (und auch real nach einem Ausbildungsplatz suchen), eine Schule besuchen oder eine Berufsausbildung machen oder in einer Übergangsphase nach der Schule die Ausbildung kurz bevor steht (4 Monate). Wehr- oder Zivildienst verlängern den Anspruchszeitraum nach Erreichen der Altersgrenze von 25 Jahren entsprechend um ihre Dauer.

Wenn das Kind Hartz IV bzw. ALG II bezieht, wird das Kindergeld für das Kind als Einkommen angerechnet. Anspruchsberechtigt sind aber trotzdem die Eltern, diese müssen auch den Kindergeldantrag unterschreiben. Nur, wenn die Eltern sich weigern, das Geld weiter zu leiten und sie ihrer Unterhaltspflicht nicht nachkommen, kann ein sogenannter "Abzweigungsantrag" gestellt werden. Das bedeutet, daß das Kindergeld dann dem Kind direkt aufs Konto überwiesen wird. Trotzdem sind es weiterhin die Eltern, die das Kindergeld beantragen müssen.

Wenn das Kind Hartz IV bekommt, empfiehlt es sich IMMER, Kindergeld zu beantragen, auch wenn das Geld voll auf das Hartz IV angerechnet wird, da es bei einer Sanktion nicht betroffen ist. Das Kind hat somit zumindest trotz Sanktion immer das Kindergeld zur Verfügung.

Kindergeld kann bis zu 4 Jahren rückwirkend für die Zeiten beantragt werden, in denen die Anspruchsvoraussetzungen vorgelegen haben. Dies ergibt sich aus § 169 Abs. 2 Nr. Abgabenordung (AO).

Voraussetzung für eine Kindergeldzahlung ist, daß das Einkommen des Kindes die Einkommensgrenze von derzeit 8004,-€ brutto in einem Kalenderjahr nicht überschreitet. Von dem Bruttoeinkommen können aber noch Abgaben zur Sozialversicherung und Werbungskosten (hier mindestens eine Pauschale von 920,-€), jedoch keine Steuern und keine Sonderausgaben abgezogen werden. Wenn das Einkommen die Grenze überschreitet, dann ist das Kindergeld für das GESAMTE Kalenderjahr zurück zu zahlen.

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