Du bist mit dem Denker in dir völlig identifiziert. Du hast die Welt auf das Niveau des Denkens abgesenkt, und so erscheint dir die Welt nicht mehr in Ordnung. Du kannst nicht akzeptieren, was bereits ist, und so fällt dir alles auf, was nicht deiner Vorstellung von Gut und Böse entspricht. Du hast dich abgesondert und betrachtest die Welt nach dem, was man dir über sie erzählt hat.
Du lebst aus lauter Antworten auf gestellte Fragen, und so lebst du quasi aus zweiter Hand. Deine Sichtweise ist auf das Niveau des Ego-Bewußtseins beschränkt, und so nimmst du eigentlich gar nichts mehr wahr, sondern läßt dir vom Ego die Welt dort draußen erklären, da du mit dem Denker ja identifiziert bist.
Alles, was du wahrnimmst, muß durch den Filter von Gut und Böse, und gleichzeitig nimmst du eine Position ein die besagt – Ich weiß Bescheid. Doch hiermit hast du dich von der Menschheit intellektuell abgesondert. Du betrachtest den sogenannten Rest der Welt aus einer erhabenen Gedankenposition, indem du dich zum Gutmenschen gemacht hast. Du fühlst dich selbst nicht mehr, sondern das Ego-Bewußtsein erklärt dir laufend –ICH bin DU.
In diesem Zustand lebt der größte Teil der Menschheit und sie wissen nicht, wer sie sind, weil sie nicht wissen, wer oder was da in ihnen denkt. Und wenn ein Mensch nicht weiß, wer er ist – dann weiß er auch nicht, wer der Andere ist. Es bleibt ihm nichts anderes übrig, als laufend seine eigene konditionierte Vergangenheit immer wieder zu wiederholen.
Somit erscheint in seinem Leben nichts Neues, und langsam steigt Frust an Allem in ihm auf, da er seinem Bewußtsein die Möglichkeit nicht mehr gestattet, neue Erfahrungen durch ihn zu erleben. Sein Dasein stumpft ab zu einer reinen Teilnahme am Geschehen ohne Initiative. Doch dann tritt all das zum Vorschein, was man ihm auf seine Fragen als Antwort jemals gegeben hatte – also keine selbstgemachten Erfahrungen.
Der Kraftpunkt deiner Gegenwart liegt im Hier und Jetzt – niemals in Vergangenheit oder Zukunft. Das sind nur Gedankenkonstrukte des Ego-Bewußtseins, um dich aus der Gegenwart zu locken. Nur in der Gegenwart – also Jetzt – nur dort kannst du handeln, und somit dem Bewußtsein gestatten, durch deine Handlung sich selbst bewußt werden zu können.
Wenn du jedoch immer wieder Handlungen wiederholst, also keine neuen Erfahrungen mehr machst, dann bleibt Bewußtsein eines Tages in der Zeit stecken. Denken braucht Zeit, und ohne Zeit kann das Ego nicht überleben, da es nur erdacht ist, und auch über kein eigenes Bewußtsein verfügt – genauso, wie auch der Mond nur mit fremdem Licht leuchten kann.
Leben kann immer nur in der Gegenwart stattfinden, da es immer nur – Jetzt ist. Als du begonnen hast zu lesen war es – Jetzt. Und nun ist es immer noch – Jetzt. Vergangenheit und Zukunft sind erdachte Räume, welche das Ego mit Zeit angefüllt hat – mehr, nicht. Und wenn du nicht in der Gegenwart bist, dann verpaßt du das Leben selbst. Du bist nicht wirklich da, sondern völlig unbewußt, und somit weißt du auch nicht, was du tust – da du es nicht bist, der da denkt – du glaubst nur, zu denken.
Herzliche Grüße