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Was Träume über uns verraten

Tipp von MyHandicap MyHandicap

Unsere Träume werden augenscheinlich viel weniger durch unsere Lebenssituation beeinflusst als häufig angenommen. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie der Universitäten Bonn und Frankfurt sowie der Harvard Medical School. Die Forscher haben die Träume von taubstumm oder gelähmt geborenen Menschen mit denen von Personen ohne Handicap verglichen. Selbst geschulte Analytiker konnten nicht zuordnen, von welcher Personengruppe die jeweiligen Traumbilder stammten.

An der Studie nahmen vier taubstumme, zehn gelähmte und 36 nicht behinderte Personen teil. Die Probanden führten ein Traumtagebuch und notierten darin ihre nächtlichen Phantasien. Innerhalb von zwei Wochen kamen so mehr als 350 detaillierte Beschreibungen zusammen, die die Forscher inhaltlich und formal auswerteten.

Interessanterweise spielte die Behinderung in den wenigsten Träumen eine Rolle Gelähmte gingen, rannen oder schwammen, obwohl sie diese Bewegungen in Realität noch nie vollzogen hatten. Taubstumme kommunizierten im Schlaf nicht in Gebärdensprache, sondern konnten hören und sprechen.

Laut Sigmund Freud gehen in unseren Träumen unsere tiefsten Wünsche in Erfüllung. Man könnte die Ergebnisse der Studie demnach als Sehnsucht der Betroffenen deuten, ihre Behinderung hinter sich zu lassen. „Unsere Resultate sprechen gegen diese Interpretation“, betont die Bonner Psychologin Dr. Ursula Voss. „In den Träumen der gelähmten Teilnehmer spielte das Motiv ‚Bewegung’ keine besondere Rolle: Es tauchte weder häufiger noch seltener auf als bei Nichtgelähmten. Bei den taubstummen Probanden war es genauso.“

Möglicherweise enthalten Träume aber verborgene Hinweise auf den Träumenden, die in einer statistischen Auswertung nicht hinreichend erfasst werden. Die Forscher wollten diese These testen. Sie baten daher einen Psychoanalytiker, einen Verhaltenstherapeuten, einen Psychologen und (als Fachfremden) einen Physiker, die Schlafphantasien zu analysieren. Die Testpersonen sollten für jeden einzelnen Traum herausfinden, ob er von einem Taubstummen, einem Gelähmten oder einem Probanden ohne Behinderung stammte.

Das gelang ihnen unabhängig von ihrer Ausbildung nur in einem geringen Teil der Fälle. So ordneten die Tester lediglich jeden dritten Traum eines Gelähmten korrekt dieser Gruppe zu. Bei den Träumen von Taubstummen lagen die Tester sogar nur in 20 Prozent der Fälle richtig.

„Unsere Probanden sind mit ihrem Handicap zur Welt gekommen“, sagt Dr. Ursula Voss. „Sie wissen nicht, wie es ist, etwas zu hören; sie sind noch nie gelaufen oder geschwommen. Diese Erfahrungen fehlen ihnen komplett. Vor diesem Hintergrund ist es besonders erstaunlich, dass man davon in den Träumen so wenig merkt: Dort scheinen Taubstumme oder Gelähmte all das zu können, wozu Menschen eben normalerweise befähigt sind.“

Sieht man also in den Träumen nicht sich selbst, sondern gewissermaßen ein Ideal, eine Art menschlichen Prototypus ohne Ecken und Kanten? Mit einem noch unveröffentlichten Experiment haben die Wissenschaftler versucht, diese Frage zu beantworten. Sie malten dazu auf die Hände gesunder Versuchspersonen einen roten Fleck und frischten diese Markierung über mehrere Wochen immer wieder auf. Außerdem baten sie ihre Probanden, sich vor dem Einschlafen gedanklich mit dem Farbklecks auf ihrer Hand auseinander zu setzen. In die Träume stahl sich die Markierung dennoch nicht. „Allerdings sind Träume flüchtig“, relativiert Voss. „Schon kurz nach dem Aufwachen kann man sich oft nicht mehr an alle Details erinnern.“

Bei aller Ähnlichkeit enthalten Träume aber natürlich auch viele persönliche Anspielungen. Für Außenstehende scheint es aber schwer zu sein, diese zu dechiffrieren. „Vielleicht ist es ja so, dass nur der Träumer selbst weiß, wie er den Inhalt seines Traums interpretieren muss“, vermutet Ursula Voss. Die Forscher planen nun eine Anschlussstudie, um diese These weiter zu untersuchen. Außerdem wollen sie so herausfinden, ob sich Ereignisse, die ihre Probanden akut besonders beschäftigen, in den Träumen wiederfinden.

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Tipp-Ergänzungen (1)

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    Tipp-Ergänzung Trilobit Trilobit

    Das ist ja ein zugegeben ganz interessanter und auch gut geschriebener Artikel, aber absolut kein Tipp.

    Beanstandet.

    Kommentar von Gegengift GegengiftGegengift

    Langeweile? :)

    Kommentar von Trilobit TrilobitTrilobit

    Neugierde. Mir war dasselbe schon einmal aufgefallen, aber jetzt wüsste ich gerne mal, wie der Support das sieht, wie ernst man also GF nehmen sollte. Wenn abhängig von dem Vorhandensein eines Kooperationsvertrages - für den vermutlich einiges an Geld fließt - mit zweierlei Maß gemessen wird, leidet die Glaubwürdigkeit nämlich enorm.

    Kommentar von Heinzel HeinzelHeinzel

    Wenn bei den Artikeln "Partner" steht, dann dürfen sie schreiben. Es sind die "Partner" von GF.

    Kommentar von Trilobit TrilobitTrilobit

    Solche Nicht-Tipps vermüllen aber den Tipp-Bereich unter den Fragen, ebenso wie es Linkspammer oder Trivialtipps tun. Auch "Partner" sollten sich an die Regel halten, dass ein Tipp tatsächlich nützlich sein muss, denn sonst haben "Partner" völlige Narrenfreiheit, weil nichts mehr gelöscht wird, egal wie rational die Argumente dafür sein mögen.

    Kommentar von Heinzel HeinzelHeinzel

    Sollte doch nicht Deine Sorge sein, was regst Du Dich denn so auf?? Du bist doch nicht der Betreiber. Die Partner zahlen, damit wir hier kostenlos schreiben können..:-))

    Kommentar von Trilobit TrilobitTrilobit

    Sollte doch nicht Deine Sorge sein, was regst Du Dich denn so auf?

    Mich stört, dass scheinbar willkürlich einige Dinge gelöscht werden (z.B. eine wichtige Kommentar-Diskussion neulich, die in keiner Weise gegen die Richtlinien verstieß), dafür aber deplatzierte Informationen wie dieser Tipp stehengelassen werden. Ich rege mich nicht auf, sondern möchte das Verhalten des Supports einfach wenigstens ein Mal verstehen.

    Du bist doch nicht der Betreiber.

    Das stimmt, aber ich gehöre wie alle anderen Benutzer zu denen, die überhaupt erst Content erzeugen. Dafür erwarte ich auch vom Support etwas Höflichkeit und die Beachtung der von ihm selbst aufgestellten Regeln. Löschungen sind hier oft Schnellschüsse, aber dass von den vor den Kopf gestoßenen Usern angemeldete diesbezügliche Irrtümer nicht einmal vom Support als Anlass dazu genommen werden, einen Fehler zuzugeben, sorgt für Frust.

    Die Partner zahlen, damit wir hier kostenlos schreiben können.

    GF schaltet für nicht eingeloggte Besucher Werbung. Das dürfte mehr Geld bringen. Sind die User unzufrieden und wandern ab, bleibt zuerst der Content aus, dann die Besucher und die Werbeeinnahmen.

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