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Was ist eigentlich der...Big-Mac-Index?

Tipp von Boersenverlag Boersenverlag

Der Big-Mac-Index (auch als Hamburger-Index bekannt) wurde 1986 erstmals von dem britischen Wirtschaftsmagazin „The Economist“ veröffentlicht und wird bis heute regelmäßig erhoben. Der Index verdankt seinen Namen dem gleichnamigen Burger von McDonald`s. Die Restaurantkette bietet dieses Produkt weltweit und in den meisten Filialen in annähernd gleicher Zusammensetzung und Qualität an, der Big Mac ist so gesehen ein homogenes (gleichartiges) Gut. Mittels homogener Güter ist es möglich, verschiedene Währungen miteinander ins Verhältnis zu setzen und so die Kaufkräfte zu ermitteln.

Bsp.: Ein Big Mac kostet in der Euro-Zone im Schnitt 3,38 Euro und in den USA 4,33 Dollar. Durch Division dieser Preise (4,33 / 3,38) ergibt sich das Verhältnis – die Kaufkraftparität – von 1,28. Das heißt, dass ein Euro den Warenwert hat wie 1,28 US-Dollar.

Über- / Unterbewertung: Die Kaufkraftparität von 1,28 könnte man als „fairen“ Wechselkurs bezeichnen. In der Realität unterscheidet sich jedoch, zumindest in den meisten Fällen, dieses fiktive Verhältnis vom tatsächlichen Devisenkurs.

Bsp.: Die anhand des Big Mac-Index ermittelte Kaufkraftparität ist wie im obigen Beispiel 1,28 Euro/US-Dollar. Der Wechselkurs, zu dem am Bankschalter abgerechnet wird – und der sich letzten Endes aus Angebot und Nachfrage am Devisenmarkt ergibt – beträgt dagegen 1,40 Euro/USD. Im Vergleich zur Kaufkraftparität ist dieser Kurs also nicht mehr pari (italienisch für „gleich“). Somit könnte das Urteil gefällt werden, dass der Euro gegenüber dem Dollar um 9 Prozent (12 US-Cent) überbewertet ist.

In Anlehnung an den Big Mac-Index zählen die Währungen der Länder Norwegen, Schweden und der Schweiz zu den am stärksten überbewerteten und die von Argentinien, Ukraine und Sri Lanka zu den am stärksten unterbewerteten Devisen der Welt.

Fazit: Einerseits ist der Big Mac-Index ist ein eher ungenauer Indikator. Zur genaueren Ermittlung der Kaufkraftparität werden von wissenschaftlichen Instituten ganze Warengüterkörbe in die Berechnung miteinbezogen. Außerdem spiegeln sich in den realen Wechselkursen auch Devisenspekulationen, Länder-Zinsdifferenzen, unterschiedliche Konjunkturentwicklungen und politische Faktoren wider. Andererseits lädt der Indikator aufgrund seiner Einfachheit zum selber nachrechnen ein.

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