Bewußtsein ist aus Sicht des Verstandes, das Nichts. Dieses Nichts läßt sich nicht auf der Ebene der Gedanken mit dem Verstand erklären. Der Verstand kann Bewußtsein nicht begreifen, da er selbst ein Teil des Bewußtseins ist, und somit nicht über sich selbst nachdenken kann. Versuche es aber selbst und glaube es nicht nur einfach – sonst bleibt es nur ein Glaube, keine selbstgemachte Erfahrung.
Alles entsteht aus einem einzigen Bewußtsein. Vom allerkleinsten Teilchen – bis hin zur gigantischen Galaxie – alles geht aus einem einzigen Bewußtsein hervor. Wenn Bewußtsein in die Form geht, muß es sich selbst vergessen, denn sonst kann es sich nicht selbst bewußt werden. Es muß sich teilen, um sich selbst betrachten zu können. Ein Auge sieht zwar alles, aber niemals sich selbst. Es braucht den Spiegel.
Alles, was du wahrnimmst, ist im Grunde zu Form gewordenes Bewußtsein , wenn sich dein Verstand nicht zuvor einschaltet und dir die Wahrnehmung erklärt mit Worten. Das Wort ist wie ein Hinweisschild. Es weist nur auf etwas hin, dem du irgendwann einmal einen Namen gegeben hast, als du eine Frage gestellt hattest. Als Kind mußtest du alles erst erfragen, da du überhaupt nichts wußtest.
Und so lebt die Mehrheit der Menschen aus lauter Antworten auf gestellte Fragen. Deine Eltern hatten Antworten auf deine Fragen, und ihre Antworten sind Antworten ihrer Eltern, und deren Antworten sind wiederum Antworten der vorigen Generation – usw. viele Menschen glauben, man müsse nur genügend Wissen anhäufen, um Bewußtsein zu erhalten. Und genau das ist die kollektive Täuschung, deren Ergebnisse wir heute erleben können.
So zeigt sich die geistige Verwirrung, wenn Menschen glauben, sie könnten sich selbst – nur mit dem Verstand – erklären. Sie sind unbewußt, da sie nicht wissen, wer oder was da in ihnen denkt. Sie glauben nur, daß sie denken würden, weil man es ihnen so gesagt hatte damals, als es anfing, in ihnen zu denken. Somit wurde die Wahrnehmung auf das Niveau des Denkens abgesenkt und sehr eingeschränkt.
Ein Blick in die Abendnachrichten genügt um die Auswirkungen davon zu sehen, wenn die Menschen nur noch im Kopf leben. Sie haben sich eine Ersatzquelle geschaffen, da sie keine Quelle mehr kennen – das Ego-Bewußtsein. Und nun fühlen sie sich von Allem als getrennt – sogar letztendlich von sich selbst. Der Verstand braucht Zeit, um denken zu können. Doch der Mensch braucht keine Zeit, um zu sein, wer er immer ist – Bewußtsein.
Herzliche Grüße