Das es in letzter Zeit immer zu Fragen bezüglich Fußballtorhütern gekommen ist, will ich hier mal einen Tipp geben.
Das Folgende hier habe ich schon einmal bei einer anderen Frage als Antwort geschrieben.
Selbstvertrauen
Ein Torhüter, der an sich selbst zweifelt kann es gleich bleiben lassen. Während manchen Spielen (1:0 gegen den Tabellenführer, noch 2 Minuten zu spielen) baut sich so viel Druck auf, dass gerade der Torhüter starke Nerven beweißen muss. Denn er darf sich keinen Fehler erlauben.
Teamverständnis
Tja, das ist für mich persönlich der wichtigste Punkt und auch der Hauptgrund, warum Oli Kahn für mich die ewige Nr. 1 ist. Ein TW muss es verstehen, auch in schlechten Spielen wenn mal gar nichts läuft sein Team zu motivieren und aufzubauen. Klar, das sollte normalerweise die Aufgabe des Captains sein, doch trotzdem ist es meistens der TW, der diese Aufgabe erfüllt. Du musst deinem Team in schwierigen Spielen Vertrauen schenken, es bei einem Rückstand aufbauen,......
Sicherheit
Ein weiterer sehr wichtiger Punkt. Du musst sicher sein. Was bringt es dir, wenn du den Ball aus dem Winkel kratzt, aber bei der folgenden Flanke unter dem Ball durchspringst und dazu noch ein kaum hörbares "Leo" von dir gibst? Richtig, nichts. Doch noch viel wichtiger ist, dass es auch deinem Team nichts bringt. Ganz im Gegenteil, die Abwehr wird verunsichert sein und auch dementsprechend auftreten, da sie keinen haben, der ihnen den Rücken stärkt. Sie fühlen dann den Druck den TW immer fühlen - nur ist er für sie ungewohnt. Deshalb musst du souverän auftreten und Sicherheit ausstrahlen.
Aggression
Ein sehr interessanter Punkt. Ein TW sollte auch mal durchdrehen und zeigen, dass er die Nr.1 auf dem Platz ist. Wenn der Gegenspieler meint, dir noch eins mitgeben zu müssen, dann währst du dich. Denn nur so baust du beim Gegner Respekt auf. Und der ist in manchen Situationen wirklich sehr wichtig. Ein Gegner, der Angst vor dem TW hat ist leichter zu schlagen als Jeder andere. Ein TW der Angst vor dem Gegner hat, ist kein TW.
Mut
Hierzu muss man ein bisschen verrückt sein. Ja, es kann sein, dass du dich dabei mal verletzt oder dir wehtust. Doch wenn ein TW entscheidet den Ball zu schnappen, dann muss er das tun. Es darf keine Rolle spielen ob der Gegner gerade zum Schuss ausholt oder der TW in den eigenen Mann reinspringen muss. Manchmal muss man eben mal ein bisschen was riskieren.
Entschlossenheit
Resultiert aus Selbstvertrauen. Wenn du mal eine Entscheidung gemacht hast, darfst du sie nicht überdenken. Denn das kann der Bruchteil einer Sekunde sein, der dir dann zum Schluss fehlt.
Physische Vorraussetzungen
Groß zu sein, schadet nicht, klein sein umso mehr. Auch ein bisschen was auf den Rippen darfst du gerne haben (das ist es was mir leider fehlt). Natürlich solltest du dabei nicht dick sein.
Zusammenfassung
Wie du siehst spielt sich das Meiste davon im Kopf ab. TW sein bedeutet vor Allem, es zu verstehen TW zu sein. Der Rest kommt vom Training. Und ganz wichtig: Du musst es wollen - immer!
Es ging bei der Frage um die wichtigsten Voraussetzungen für einen TW.
Das mal als Einstieg zu diesem Tipp.
Kommen wir zu ein paar anderen interessanten Punkten.
Bei den einzelnen Paragraphen kann es sich um allgemeine Dinge, verschiedene Spielsituationen oder andere wichtige Tipps für einen guten TW handeln. Ich werfe einfach alles, was mir einfällt zusammen.
Konzentration
Das ist eines der wichtigsten Dinge für einen TW. Ein Torhüter hat sich die gesamten 90 Minuten zu konzentrieren. Wem das schwer fällt, der sollte es wirklich trainieren.
Eine gute Konzentration bringt Leistungen hervor, die man von sich selber nicht erwartet und verhindert Patzer zuverlässig. Außerdem kann man seinen Kopf für schwierige Entscheidungen freibekommen, da der Körper alles andere von selbst übernimmt.
Bei mir persönlich hat die Konzentration weitreichende Folgen, die auch ein Oli Kahn von sich beschreibt (sie sind bei ihm aber garantiert um einiges stärker ausgeprägt als bei mir, ich bin schließlich nur ein einfacher TW, der sich ein bisschen zu wichtig nimmt ;) ). Zum einen befinde ich mich während des Spieles in einer Art Tunnel. Es gibt kein rechts und kein links. Wieviele Zuschauer da sind bekomme ich genauso wenig mit wie die Ansagen meines Trainers. Ich werde also mehr oder weniger von meinem Unterbewusstsein gesteuert. Das wiederum bringt aus mir selber Leistungen hervor, die mich selbst verblüffen.
Desweiteren ist mein Gedächtnis mehr oder weniger abgeschaltet. Ich kann mir kaum Details aus dem Spiel merken, manchmal nicht einmal das Ergebnis. Doch warum sollte man das auch, alles was zählt ist schließlich der Moment.
Natürlich entscheidet das Unterbewusstsein auch mal falsch (vor allem im Umgang mit dem Schiedsrichter und dem Gegner ähem), doch das muss auch einmal sein.