Warst du schon einmal außerhalb des Körpers mit dem Bewußtsein? Ich meine jetzt eine Krisensituation, in der die Funktion des physischen Körpers in Gefahr ist. In solchen Situationen hält das Denken an, und das Körperbewußtsein übernimmt die völlige Kontrolle über den Körper, um Stabilität zu gewährleisten. Dazu bedarf es keines Gedankens, da das Denken Zeit benötigt, und die Aufrechterhaltung der Körperfunktionen ohne Zeit erfolgt.
Bewußtsein schwebt quasi im Raum und nimmt wahr. Für den Verstand ist das unbegreiflich und höchstwahrscheinlich Schwachsinn, da er es niemals begreifen kann. Er ist ein Teil des größeren Bewußtseins, und er sollte eigentlich dem Bewußtsein das Geschehen in der Außenwelt mitteilen. Doch da ist irgend etwas relativ falsch gelaufen. Der Mensch sollte vom Baum der Erkenntnis essen, um dann erkennen zu können. Doch da war noch ein zweiter Baum – der Baum der Erkenntnis von Gut und Böse. Davon sollte er auf keinen Fall essen – tat es aber trotzdem – warum auch immer.
Und somit wurde im Laufe der Zeit jede Wahrnehmung sofort auch in Gut und Böse eingeteilt. Die Folgen hiervon sehen wir aus der Geschichte. Laufend quasselt diese Stimme im Kopf und erklärt dem Menschen die Welt dort draußen, so daß die Wahrnehmung nur noch auf das Niveau des Denkens beschränkt ist, was oft nicht einmal fünf Prozent der Erkenntnis ausmacht, die ein Mensch erfassen kann. Die völlige Identifikation mit dem Denker ist bei sehr vielen Menschen anzutreffen.
Bewußtsein ist aus Sicht des Verstandes – das Nichts. Dieses Nichts ist unbegreifbar. Vom kleinsten Teilchen – bis hin zur gigantischen Galaxie – alles geht aus diesem einen Bewußtsein hervor. Demzufolge kann der Verstand sehr viel darüber schreiben oder sprechen, was aber niemals das Bewußtsein sein kann. Das Wort Banane ist nicht die Banane, und das Wort Unterbewußtsein ist nur eine weitere Erfindung des Verstandes über etwas, was er niemals verstehen kann.
Bewußtsein ist somit nichts Physisches, gehört also nicht zur Formwelt. Somit kann man Bewußtsein nicht haben, weil man Bewußtsein ist. Man kann nicht haben, was man ist, und somit auch niemals verlieren. Doch existiert in der Form eine Art Schwingung, die uns Menschen eine Art Festigkeit vorspiegelt, die nicht real ist. Doch kann sich der Mensch durch Konzentration auf etwas einstimmen, wenn er seine Frequenz der Wahrnehmung verändert. Auf dieser Ebene findet z.B. Gedankenübertragung statt. Doch muß hierbei der Denker schweigen.
Es findet laufend Resonanz zwischen den Menschen statt, doch das Ego-Bewußtsein hält diese Erscheinung für blanken Unsinn. Doch immer mehr Menschen wachen auf aus dem Traum der Illusionen und erkennen den Denker in sich als nicht Ich. Dann kommt Mitgefühl zum Vorschein, so daß sich der Mensch im Anderen beginnt, sich selbst zu erkennen. Und so breitet sich das Mitgefühl ganz von selbst auf die gesamte Schöpfung aus. Nun hat der Mensch immer klarer Zugang zum kollektiven Wissen, über welches jeder Mensch verfügt – wenn er in der Gegenwart ist.
Es gibt nur ein einziges Jetzt – von Geburt bis zum Tod – ein einziger Augenblick. Als du begonnen hast zu lesen – war es Jetzt. Und nun ist es immer noch – Jetzt. Versuche nicht, mit dem Verstand dieses Paradox verstehen zu wollen – das gelingt niemals. Es ist die Spaltung der Zeit in eine äußere und eine innere. Die Äußere gehört zu Zeit und Raum – die Innere ist zeitlos. Vergangenheit und Zukunft sind nur erdachte Räume, vom Ego-Bewußtsein mit Zeit angefüllt – das ist alles.
Herzliche Grüße