Auch wenn wir nur etwa zwei Zehntausendstel Gramm Iod benötigen, beeinflusst es unseren Körper sehr stark. Das Spurenelement stimuliert die Hormone der Schilddrüse, die wiederum den Organismus anregen und das Wachstum und den Stoffwechsel fördern.
Deutschland galt noch bis vor wenigen Jahren als ausgesprochenes Iodmangelgebiet. Wenn sich zu wenig Iod im Körper befindet, führt dies zu einer Vergrößerung der Schilddrüse. Nach und nach stellt diese dann die Hormonproduktion ein. Da aber in vielen Haushalten, der Gastronomie und der Lebensmittelindustrie zunehmend Iodsalz verwendet wird, nehmen die Deutschen inzwischen deutlich mehr Iod auf. Trotzdem bewegen sie sich noch immer an der untersten Grenze. Etwa jeder Zweite bis Dritte nimmt immer noch nicht genügend Iod auf.
Ein Erwachsener sollte durchschnittlich etwa 180 bis 200 Mikrogramm Iod aufnehmen. Vor allem schwangere und stillende Frauen haben einen sehr hohen Iodbedarf, da sie auch die Schilddrüse des Babys mitversorgen müssen. Deshalb wäre es vor allem für Schwangere empfehlenswert zusätzliche Iodtabletten einzunehmen. Die beste Methode besteht aber darin, Iodsalz zu verwenden und zweimal in der Woche Seefisch zu essen. Je nach Fischsorte variiert der Iodgehalt. So hat zum Beispiel der Schellfisch den höchsten Iodgehalt, während der Kabeljau fast doppelt so viel Iod wie der Rotbarsch oder Seelachs enthält. Da Tierfutter meistens mit Iod angereichert ist, können Milchprodukte ebenfalls zur Iodversorgung beitragen.
Bei diesen minimalen Iodmengen besteht aber kein gesundheitliches Risiko, auch wenn dies oft von Iodgegner behauptet wird. Zusätzlich gibt es eine kontroverse Diskussion unter Experten ob eine hohe Iodzufuhr die Hashimoto-Thyreoiditis verursachen kann. Es scheint aber festzustehen, dass Iod höchstens ein Auslöser ist, wenn die Krankheit vorher schon latent bestanden hat.
Allerdings gibt es Lebensmittel, wie zum Beispiel Algen, die einen sehr hohen Iodgehalt aufweisen und deshalb problematisch für Menschen mit Schilddrüsenerkrankungen (etwa Autonomien oder der Hashimoto-Thyreoiditis) sind. Hohe Iodgehalte finden sich vor allem in Braunalgen, die als Würzmittel (Kombu) verwendet werden. Die für Sushi verwendeten Rotalgen sind aber meist unproblematisch. Auch Asia-Snacks können Algen mit hohem Iodmengen enthalten. Fest steht aber, dass man nicht mehr als 500 μg Iod pro Tag zu sich nehmen sollte. Da aber gerade bei Algenprodukten der Iodgehalt häufig nicht deklariert ist, kann es schwierig werden genau die empfohlene Iodmenge zu sich zu nehmen. Daher sollte man im Zweifelsfall besser darauf verzichten. Auch können sich Produkte mit Meeresalgen oder Seetang, die beispielsweise zur Gewichtsabnahme beworben werden, als gefährlich erweisen. Die Schilddrüsenfunktion kann vor allem bei Menschen mit Schilddrüsenstörungen so stark angeregt werden, dass auch das Herz in Mitleidenschaft gezogen wird - mit möglicherweise tödlichen Folgen.
Bei Unfällen in kerntechnischen Anlagen, wie kürzlich in Fukushima, wird hochdosiertes Iod an die Bevölkerung verteilt, um die Schilddrüse vor radioaktivem Iod zu schützen. In solchen Fällen sollte man aber nicht auf eigene Faust Iod einnehmen, sondern sich an die Katastrophenschutzbehörde wenden, die bei Bedarf über die Notwendigkeit von Iod informiert und die entsprechenden Tabletten zur Verfügung stellt.
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Spurenelement für die Schilddrüse: Iod
Tipp von
jamedajameda
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