Na ! – Du hast ein Bild von dir im Kopf, und dieses Bild geistert dir den ganzen Tag über im Kopf herum. Irgendwie scheint dich etwas zu bedrücken, und du kannst es nicht in Worte fassen. Scheinbar sind alle Hilfsangebote irgendwie nicht das, was dein Problem irgendwie lösen könnte.
Da schaust du dir ein Bild an, und sofort ist der Verstand auf der Suche nach besseren Bildern von Anderen. Und er wird sofort fündig, indem er dich mit all diesen – deiner Meinung nach – Besseraussehenden vergleicht. Mache dir klar, daß du dieses Spiel niemals gewinnen kannst, wenn du nicht aufhörst, dich mit Anderen laufend zu vergleichen.
Setze dich in Ruhe hin und schreibe auf, welche Eigenschaften du glaubst, nicht zu haben. Denn dieses Selbstbild entsteht durch das ständige Denken-Müssen. Im Kopf ist ein Bild, und du mußt dir dieses Bild klar machen. Diese Stimme im Kopf quasselt dir laufend ein ideales Zukunftsbild vor, welches du aber nie erreichen wirst, da du bereits schon der bist, der du immer bist.
Du wirst nicht mehr Mensch, wenn du einem Phantom nachjagst und glaubst, daß du dich irgendwann in der Zukunft finden könntest. Jeder Mensch ist einmalig. Doch dieses Ego-Bewußtsein – die Stimme im Kopf – gaukelt dir etwas anderes vor und behauptet, so, wie du jetzt bist, seiest du noch nicht in Ordnung.
Gehe zurück in die Kindheit. Damals wußtest du absolut nichts. Alles mußtest du erfragen. Laufend kamen Antworten zu dir, und so wurde jede Wahrnehmung mit einem Etikett versehen. .und eines Tages hattest du lauter Antworten auf gestellte Fragen. Dein Leben bestand nun aus fremden Antworten, die nicht deiner Erfahrung entsprachen. Und so gingen die unbeschwerten Tage der Kindheit dahin.
Die Pubertät begann, als dir das Denken bewußt wurde, und du nun Erfahrungen machtest, die zu eigenen Antworten führten. So entstanden eigene Meinungen, welche auf die deiner Eltern trafen – Meinungsverschiedenheit zeigte sich – und auch Streit um dieses sogenannte Recht. Zuvor hast du dir ein erdachtes ICH geschaffen, als du deine Quelle vergessen mußtest.
Man hatte dir damals gesagt, du würdest denken, weil man es deinen Eltern, und den Generationen davor – auch nur so erklärt hatte. Doch kaum ein Mensch weiß, wer oder was da in ihm denkt – er glaubt nur, er würde denken. Bewußtsein geht bei der Geburt in die Form – und verläßt sie wieder beim Tod – das, ist alles. Dazwischen liegt das Dasein.
So kannst du erkennen, daß nicht der Tod, sondern die Geburt das Gegenteil von Tod ist. Leben hat kein Gegenteil. Leben ist nichts Physisches, sondern außerhalb der materiellen Welt zuhause, und doch in Allem zu finden – aber niemals mit dem Verstand. Wir Menschen leben alle durch dieses ewige Bewußtsein, aus welchem alles hervorgeht.
Und nun zu diesem Problem mit der Schüchternheit. Da ist ein Verstand der dir sagt, du siehst unmöglich aus, wenn man dich fotografiert. Und nun siehst du nur noch Bilder von dir, auf denen du – unmöglich – erscheinst. Doch das ist nur ein Bild, welches dein Verstand mit einem Wunschbild laufend vergleicht. Und so entsteht Unzufriedenheit mit dir selbst. Du willst dich nicht so sehen, wie du bist, sondern hast ein Idealbild von dir im Kopf.
Das kommt daher, daß du mit dieser Stimme im Kopf identifiziert bist. Das heißt – irgendwann hast du dieser Stimme im Kopf ein Ich-Gefühl unterlegt, als dir klar wurde, daß du dich von allem als getrennt fühlst. Doch dieses Gefühl, von Allem getrennt zu sein – ist die Illusion, oder die Täuschung deines Verstandes. Und du bist mit ihm identifiziert.
Wenn du nun gefragt wirst, ob du eine Stimme im Kopf hörst, antwortet dieses Ego natürlich mit – NEIN. Und genau dieses Ego-Bewußtsein schaut diese Bilder von dir an und kritisiert fast jedes Bild – und du glaubst diesem Ego aufs Wort, weil du glaubst, du wärest diese Stimme im Kopf. Du hast eine Ersatzquelle erschaffen, als du wissen wolltest, wer du bist.
Und nun erklärt dir dieses Ego das, was du wahrnimmst. Du läßt dir die Welt da draußen von dieser Stimme im Kopf erzählen. Deine Wahrnehmung ist auf das Niveau des Denkens abgesunken. Dann siehst du nicht mehr deine Einmaligkeit ohne Gedanken über dich selbst – sondern nur noch ein verzerrtes Bild der Realität. Du hast eine Beziehung zu dir selbst geschaffen.