Wenn der Körper streikt, scheint der Griff zur Schmerztablette oft unkomplizierter als die Frage nach der Ursache der Beschwerden. Kopf-, Bauch- oder Rückenschmerzen lassen sich leicht wegschieben und werden sowieso von selbst wieder vergehen? Wahrscheinlich schon. Wer eine dauerhafte Lösung sucht, sollte jedoch genauer hinschauen. Denn körperliche Schwächegefühle hängen oft mit der Psyche zusammen. Eine Grazer Studie ergab, dass 30 bis 40 Prozent der Hausarztpatienten unter psychosomatischen Problemen leiden, also unter körperlichen Beschwerden, die durch die Psyche ausgelöst wurden.
Rückenschmerzen
Bei 80 Prozent der Menschen, die unter Rückenschmerzen leiden, kann keine körperliche Ursache festgestellt werden. Manche gehen gebückt, andere ziehen den Kopf ein. Probleme, denen man unbewusst aus dem Weg gehen möchte, können die Ursache für solche Verhaltensweisen sein. Massagen, heiße Bäder oder Rückenübungen helfen, den Körper wieder zu lockern. Eventuell hilft es auch, seinen Alltag etwas umzukrempeln oder seine Lebenssituation zu verändern, um die Probleme, die die Rückenschmerzen begünstigen, zu lösen, anstatt sie zu verdrängen.
Kopfschmerzen
Der Kopf ist ein Wespennest, die Gedanken rasen, die Kopfhaut pocht? Enormer Druck erzeugt solche Kopfschmerzen. Wer alles perfekt planen, organisieren und kontrollieren will, neigt dazu, sich viele Gedanken über alles und jeden zu machen. Und diese vielen Gedanken müssen irgendwohin: Wenn man sie nicht loslässt, jagen sie einander im Geiste, solange, bis es im Kopf hämmert und pocht. Entspannungsmethoden wie die Progressive Muskelentspannung nach Jacobsen helfen, dieses Karussell anzuhalten und den Schmerz zu lindern.
Herzrasen
Stress, Hektik und Wut können dazu führen, dass das Herz nicht mehr mit kommt. Es schlägt unregelmäßig und zu schnell und drückt dadurch seine Überlastung aus. Sport hilft in akuten Situationen, Dampf abzulassen und Stress abzubauen. Längerfristig ist es darüber hinaus hilfreich, für Lebensumstände zu sorgen, die zwar fordern, aber nicht überfordern. Wer sich nicht alles zu Herzen nimmt, entlastet sich und auch seine Umwelt.