Sie tasten, massieren und spüren mit den Händen: Osteopathen wollen Krankheiten heilen, indem sie Spannungen abbauen und Blockaden lösen. Aber wie funktioniert diese alternative Therapiemethode? Und wo liegen ihre Grenzen?
Gesundheit und Krankheit aus Sicht der Osteopathie
Die Muskeln, Knochen und Organe, die unser Leben ermöglich, sind aus Sicht der Osteopathie keine einzelnen Fragmente, sondern Teil eines größeren Ganzen, des Körpers. Der Körper wird als untrennbare Einheit gesehen, deren Einzelteile miteinander in Verbindung stehen. Diese Einheit muss im Gleichgewicht sein, um gesund zu bleiben. Eine Erkrankung tritt dann auf, wenn einzelne Strukturen des Körpers ihre Funktion nicht mehr erfüllen können und das große Ganze aus dem Ruder läuft. Oft sind es Bewegungseinschränkungen, die Blockaden auslösen und das Gleichgewicht gefährden.
Möglichkeiten
Der Osteopath will die Krankheit nicht bekämpfen. Stattdessen versucht er, die Blockaden zu lösen, die zu der Funktionsstörung des Körpers geführt haben. Mit den Händen bearbeitet er den Körper seines Patienten, um beispielsweise Verdauungsstörungen, Gelenkprobleme oder Menstruationsbeschwerden zu lindern. Nach vier Sitzungen treten meist Besserungen ein.
Grenzen und Kritik
Die Osteopathie stößt bei Notfällen und schweren Krankheiten an ihre Grenzen. Auch wenn die alternative Behandlungsmethode hier keine Heilung versprechen kann, sind Besserungen des allgemeinen Zustandes des Patienten möglich. Die Wirksamkeit der Osteopathie ist allerdings nur teilweise durch Studien belegt: Wissenschaftler konnten nachweisen, dass die alternative Behandlungsmethode bei Rücken- und Kopfschmerzen zu Besserungen führt, bei Asthma jedoch folgenlos blieb. Zu Beachten ist auch das Risiko dieser Behandlung: Geschädigte Körperteile können durch die osteopathischen Therapien zusätzlich belastet werden.