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Monolog oder Dialog – ein Selbstgespräch aus Sicht der Schule – und aus Sicht der Literaten

Tipp von kypros kypros

Im Grunde spricht der Mensch mit sich selbst. Doch er ist mit dieser Stimme im Kopf vermutlich bereits identifiziert, so daß er sich für diese Stimme hält. Was da spricht ist das Ego-Bewußtsein, welches laufend behauptet – ICH bin DU. Diesem Ego wurde ein Ich-Gefühl unterlegt, und so spricht nur das Ego, wenn man Ich sagt. Der Mensch hat eine Beziehung zu sich selbst aufgebaut, und sich somit von sich selbst getrennt.

Beim Blick in den Spiegel wird es sichtbar, wenn ein Subjekt ein Objekt betrachten kann. Das ist die Spaltung im Bewußtsein. Jeder Mensch geht durch diese Entwicklungsstufe, um sich selbst erst noch bewußt zu werden. Bei der Geburt geht Bewußtsein in die Form, und beim Tod verläßt es wieder die Form. Dazwischen macht es all die Erfahrungen durch die Handlungen des Menschen.

Ein Mensch muß zuerst alles erfragen, da er nichts weiß. So lebt jeder Mensch einmal mit lauter Antworten auf gestellte Fragen, und nun hat er für die Wahrnehmung auch jedes Mal einen Namen parat. Eine anfängliche direkte Wahrnehmung wird nun zur indirekten Wahrnehmung über den Verstand. Dadurch wird die Wahrnehmung immer mehr eingeschränkt, da der Verstand nur über etwas reden kann.

Doch das Wort Banane ist nicht die Banane, und das Wort Bewußtsein ist nicht das Bewußtsein. Wir Menschen müssen das Denken noch erlernen, bevor wir erkennen können, wer oder was da in uns denkt. Dazu genügt es, dieser Stimme im Kopf nur einmal zuzuhören was sie quasselt. Laufend ist sie dabei, die Wahrnehmung zu erklären.

Nebenbei geht sie noch in die erdachte Zukunft, bastelt dort ein Ereignis zusammen, welches meist negative Strukturen aufweist, und wenn dann diese Befürchtung fertig ist und zurückkommt ins Bewußtsein, dann reagiert das Ego-Bewußtsein auf die selbsterschaffene Befürchtung. Das kommt daher, daß der Verstand nicht über sich selbst nachdenken kann.

Ein Ego erschafft zwar eine Befürchtung, kann aber nicht erkennen, daß es diese Befürchtung, oder die Sorgen, selbst erschaffen hatte, wenn es dann darauf mit Ablehnung reagiert. So ist der menschliche Verstand programmiert über Jahrhunderte hinweg, ohne daß ihm jemand dieses seltsame Spiel erklären würde.

In der Literatur gibt es genügend Beispiele hierfür, wie ein Mensch versucht, sich selbst zu erklären. Im Alltag nennt man es ein Selbstgespräch mit sich selbst führen, und dies geschieht unbewußt. Da wäre z.B. Wilhelm Tell – Schiller – als er auf den Vogt wartet an dieser berühmten hohlen Gasse.

Oder auch Leutnant Gustl – Schnitzler – der mit sich selbst um eine Lösung mit sich selbst ringt. Betrachte das hier Geschriebene als Zusatzinformation. Du schreibst natürlich das, was der Lehrer lesen oder hören möchte. Du lernst ja nicht für das Leben, sondern für die Schule – für eine gute Note – auch wenn dir etwas anderes gesagt werden sollte.

Bei einem Monolog wird alles mit einem Ich in Verbindung gebracht. Laufend ist das Ich-Gefühl in allem zu finden, worüber sich der Mensch gerade Gedanken macht. Und so bezieht er jedes Ereignis nur noch auf sich selbst. Er interpretiert die Realität nur noch durch diese subjektive Brille, und so glaubt er am Ende, die ganze Welt hätte sich gegen ihn verschworen.

Seltsamer Weise wächst dieses Gefühl in ihm, welches ihn zum Mittelpunkt der Welt erklärt. Durch diese sonderbare Ichbezogenheit wächst eine Distanz zu allem, was sich ihm zeigt. Für einen ‚Außenstehenden sieht es oft so aus, als ob diese Menschen die Realität nicht mehr erkennen können. Jedoch zeigt sich dem Protagonisten eine sehr reale Welt, und er kann nicht mehr erkennen, daß er die kollektive Realität bereits verlassen hat.

Herzliche Grüße

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