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Kreuzband-Ruptur: Neue, kreuzbanderhaltende OP-Methode

Tipp von Sternum Sternum

Hallo zusammen,

ich möchte mit diesem Tipp auf eine neues Operationsverfahren bei Zustand nach vorderer Kreuzbandruptur und Innenmeniskusanriss aufmerksam machen. Es handelt sich um die sogenannte "Dynamische intraligamentäre Stabilisierung", kurz DIS, die mit dem Implantat Ligamys durchgeführt wird und dem eigenen Kreuzband mechanisch die Möglichkeit gibt, wieder zu heilen. Sie wurde in der Schweiz entwickelt und hat im Jahre 2011 den Innovationspreis der Deutschen Orthopädischen Gesellschaft erhalten. In der Schweiz sind bereits über 150 Patienten erfolgreich mit der DIS behandelt worden.

Ich habe mich sebst kürzlich einer DIS unterzogen und mein Ziel ist es Betroffenen Informationen und Hilfe zu geben. Ich übernehme dabei selbstverständlich keinerlei Gewähr für den Erfolg der Methode. Garantiert erhalte ich kein Geld dafür, dass ich die DIS an dieser Stelle oder in sonstigen Internet-Foren vorstelle.

Diese Methode ist im Internet noch kaum präsent und ich habe sehr viel recherchieren müssen, um die DIS zu finden und Informationen zu dieser. Ich wollte aus verschiedenen Gründen keine Kreuzbandplastik mit eigenem Sehnenmaterial (Semitendinosus- oder Patellarsehne) haben. Operiert werden musste mein Knie aber, weil es ziemlich instabil gewesen ist und ich unbedingt weiterhin Sport machen will. Gebt bei Interesse einfach die Schlüsselbegriffe in Eure Suchmaschine ein und informiert Euch. Sehr hilfreich ist dazu auch die Ligamys-Website.

Wichtig ist, dass die Methode nur bis 3 Wochen nach der Kreuzbandruptur angewendet werden kann!!! Ansonsten ist die Chance, dass das Kreuzband erfolgreich gut zusammen wächst geringer. Im Einzelfall sollte das aber immer der Operateur entscheiden, denn es könnte evtl. auch auch ein wenig später noch sinnvoll sein. Das bedeutet aber tendenziell "einige Tage später" nicht "einige Wochen später".

Mitte Februar 2013 bin ich also mit dieser Methode am Uniklinikum Münster (UKM) operiert worden. Mein Knie war bis dato abgeschwollen und reizlos. Die chirurgische Klinik des UKM ist derzeit das einzige deutsche Studienzentrum zur DIS mit Ligamys. Kann sein, dass auch andere Praxen und Kliniken in Deutschland mit der Methode arbeiten, sie sind mir aber nicht bekannt. Zur OP bin ich über 500 km aus Süddeutschland angereist.

Momentan kann ich natürlich noch keine Erfahrungen bereit stellen, ob mein eigenes Kreuzband tatsächlich angewachsen ist bzw. anwächst, dazu ist es noch zu früh. Was ich aber sagen kann, dass ich mich in Münster wirklich bestens betreut gefühlt habe und mein Knie derzeit am 17. postoperativen Tag in einem super Zustand ist. Wenig Schwellung am Knie, weitgehend schöne Narben, Knöchel bereits wieder schlank. Aber sowas ist ja bei jedem Menschen anders.

Ich halte mich auch strikt an das Reha-Schema, das zur Methode gehört. Dieses Schema ist mit Meniskusnaht fast genauso wie bei herkömmlichen VKB-OP-Verfahren, d.h. Mecronschiene für 5 Tage, danach Donjoy bis 6 Wochen postoperativ. Das heißt konkreter, die ersten 3 Wochen Flexion bis 60° erlaubt, weitere 3 Wochen bis 90°. Bei isolierter VKB-Ruptur darf man aber wesentlich früher mehr machen und muss auch nach 6 Tagen keine Knieorthese mehr tragen.

Ganz herzliche Grüße an alle Kreuzbandgeplagten, Kopf hoch!

Eure Sternum

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