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Die Stille und die Ruhe - Lärm und Unruhe - Die Stimme im Kopf

Tipp von kypros kypros

ist euch das schonmal aufgefallen? viele menschen mögen ruhe, stören sich an lärm, usw. aber : richtig still ist es eigentlich um uns herum nie! oft merke ich, dass es FAST leise ist, doch dann hört man ein auto, vögel, das brummen des kühlschranks, oder zumindest den eigenen atem/das herzklopfen! kennt ihr situationen, in denen es absolut ruhig ist? ich meine, ohne dass man taub oder b ewusstlos ist? das ist schon irgendwie ein phänomen!

Ruhe im Äußeren ist die Folge von Stille im Inneren. Der Verstand liebt Geräusche. Ständiges Denken-Müssen ist Lärm im Kopf. Das hat der Verstand gerne, und so sucht er die Geräusche in der äußeren Welt. Von Geburt an ist das Gehör aktiv. Es schaltet nie ab. Und sollte einmal nichts zu Hören sein, gerät der Verstand in Unruhe. Kleine Kinder fangen dann nicht selten an zu schreien, wenn plötzlich nichts mehr zu hören ist. Deshalb schlafen sie im fahrenden Auto recht bald ein.

Doch nicht jedes Kind liebt Hintergrundgeräusche. Manche wollen, daß es absolut ruhig ist im Zimmer, ansonsten können sie nicht einschlafen. Und wiederum andere Kinder brauchen ein kleines Licht und eine offene Tür, damit sie mithören können, was sich in der Wohnung ereignet. Und selbst diese Phasen können sich im Laufe der Zeit bei Kindern wieder ändern. Ist es zu ruhig, dann machen sie eben Krach. Und andere Kinder wollen endlich einmal ihre Ruhe haben. Bei Erwachsenen ist das nicht viel anders.

Einmal endlich zur Ruhe kommen zu können, ist ein weitverbreiteter Wunsch vieler Menschen, die in ständige Tätigkeit verwickelt sind. Da kommt eine Mutter vom Einkaufen zurück, zieht sich um und setzt sich ins Wohnzimmer mit einer Tasse Kaffee, die sie sich zuvor gemacht hatte. Dazu noch eine Zigarette, und so geniest sie den Augenblick. Sie kommt nun zur Ruhe. Jetzt gibt es nichts zu tun. Sie ist im Ruhezustand – geistig und körperlich.

Hier beginnt sich die innere Ruhe zu zeigen. Sie ist für den Verstand unerklärbar, also unverständlich. Er kann sie nicht verstehen, da sie nichts ist. Alle Geräusche erwachsen aus dieser Stille. Jeder Ton kommt, und er geht auch wieder in diese Stille. Die Ruhe ist somit das Echo der inneren Stille. Und in den meisten Fällen meldet sich dann die Stimme im Kopf. Sie mag absolut keine Stille, da sie keine Kontrolle darüber hat.

Diese Ruhe außen erzeugt Unruhe innen. Der Verstand kommt und sagt dir, daß du unbedingt denken mußt. Es gibt so viele Dinge in deinem Leben, die du zu erledigen hast. Was sitzt du hier herum und tust nichts. Er lockt dich in die Zukunft und behauptet, dort sei alles besser, als es im Augenblick sei. Das kommt daher, daß der Verstand mit der Gegenwart nichts anzufangen weiß. Er braucht unbedingt die Zeit, um arbeiten zu können. Im gegenwärtigen Augenblick ist keine Zeit zu finden. Es ist immer – Jetzt.

Es gab eine Zeit, da hast du nur das Geräusch gehört. Dann hat man dir gesagt, daß es sein Vogel sei, und nun hörst du nur noch den Vogel – nicht mehr das Geräusch. Und so ist es mit Allem, dem der Verstand einen Namen gegeben hat. Doch zwischen Geräusch und Benennung durch den Verstand herrscht ein Riß in der Zeit. Es ist der Augenblick, in dem der Verstand noch nicht eingesetzt hat, den Ton zu benennen. Hier findest du noch das unkonditionierte Bewußtsein.

Das ist die Wahrnehmung ohne Gedanken. Ein Zustand, den man oft beim Meditieren erreicht. Doch muß man nicht unbedingt meditieren. Man kann sich auch nur auf den inneren Körper konzentrieren. Das beginnt damit, daß du dich auf deine Fingerspitzen konzentrierst. Das nennt man auch das Fingerspitzengefühl. Dort ist innerer und äußerer Körper fast verbunden. Schließe die Augen und fühle nur die Finger. Das kannst du jederzeit üben, egal, wo du gerade bist. Doch für den Anfang ist es leichter, es in ruhiger Umgebung zu üben.

Die Stille in der Natur ist überall zu bemerken. Jede Pflanze und jedes Tier, jede Landschaft und jedes Gewässer existieren in dieser ewigen Stille. Beobachte eine Katze, wie still sie ist, wenn sie ruht. Oder einen Hund, wie er einfach nur da ist und seine Umwelt wahrnimmt. Tiere in der Natur nur zu beobachten eröffnet dir etwas, was sich nicht erklären läßt. Es ist das gleiche Fühlen, daß du z.B. bei einem Sonnenuntergang erleben kannst.

Und dann ein Blick in den wolkenlosen Himmel um Mitternacht, fern ab von jeglicher Lichtquelle. Absolute Dunkelheit und eine Stille, die unerklärbar ist. Hier wird der Verstand sprachlos. Das Denken kommt zur Ruhe. Hier fängt die Stille an zu sprechen, wie es die Poeten in ihren Werken oft umschreiben. Hier liegt die Kraft fast bereits vor deinen Füssen, als könntest du sie mit den Händen fassen. Jetzt sind du, und das beobachtende Bewußtsein Eins.

Da ist kein Ich mehr das sagt, oh – wie schön. Das ist wunderbar. Wieso kann dieser Moment nicht ewig andauern? Da ist kein Verstand damit beschäftigt, die Situation in Worte zu fassen. Da staunt das kleine Kind in dir, das noch nicht sprechen gelernt hat. Reine Wahrnehmung ohne denken.

Herzliche Grüsse

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