Derivate geben einem Anleger die Möglichkeit auf die Kursentwicklung eines Basiswertes, wie beispielsweise Aktien, Indizes, Rohstoffe oder Währungen zu spekulieren. Unter dem Begriff „Derivat“ versteht man ein Finanzmarktprodukt, dessen Bewertung aufgrund des Preises sowie Preiserwartungen und –schwankungen eines zu Grunde liegenden Basiswertes (Underlying) festgelegt wird. Aufgrund der Hebelwirkung ergibt sich hierbei ein höheres Gewinn- bzw. Verlustpotenzial als bei dem zugrundeliegenden Underlying selbst. Der Hebel gibt in diesem Zusammenhang an, um wie viel Prozent ein Derivat bei einem 1%-Kurszuwachs des Basiswertes steigt. Legt zum Beispiel eine Aktie um 2% zu, bedeutet das für das zugehörige, mit einem Hebel von 3 ausgestattete Finanzinstrument eine Performance von 6%.
Da ein Hebelzertifikat (Knock-out-Zertifikat) bei Erreichen eines festgelegten Basispreises wertlos wird, entsteht eine Multiplikatorwirkung. Denn:
Verändert sich der Kurs eines Underlyings, so variiert auch der Preis des Zertifikats um den identischen Absolutbetrag. Weil das Knock-out-Zertifikat aufgrund des größeren Totalverlustrisikos stets unter dem Kurs des Underlyings notiert, fallen absolute Wertsteigerungen prozentual höher aus als bei dem entsprechenden Basiswert. Rechnerisch wird die Hebelgröße mit Hilfe der Division des Underlyingkurses durch den Zertifikatspreis ermittelt.
Die Hebelwirkung bei Derivaten ermöglicht Anlegern die Erzielung hoher Renditen bei gleichzeitig geringem Kapitaleinsatz. Selbstverständlich sollte dabei immer berücksichtigt werden, dass ein großer Hebel nicht nur die Ertragschancen, sondern auch die Verlustrisiken erhöht. Letztere lassen sich durch den richtigen Einsatz von Stop-Loss-Orders deutlich verringern.