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Die Lücke im Denken, bewußt erkennen

Tipp von kypros kypros

Die Lücke im Denken, bewußt erkennen. Jedes Mal, wenn du einen dir unbekannten Ton oder ein Geräusch hörst, entsteht eine Lücke im Denken – die Zeit reißt für einen sehr kurzen Moment ab. Die Zeit steht still. Du bist sprachlos. Das Erstaunen benötigt zu viel Energie, um denken zu können. Der Blick in die Augen eines anderen Menschen ist das gleiche Erkennen.

Immer wieder erlebst du diese Augenblicke in deinem Dasein, doch dieses ständige Denken-Müssen erzeugt so viel Lärm, daß du es höchstwahrscheinlich gar nicht wahr nimmst. Doch als kleines Kind hast du diese Welt nur so erlebt. Es ist dir also nicht fremd – nur ungewohnt. Dieses Wahrnehmen ohne Gedanken ist der Schlüssel zur Bewußtwerdung.

Hat dir bis heute das Ego-Bewußtsein die Welt dort draußen erklärt, so wird nun zunehmend die direkte Wahrnehmung dir zur Gewohnheit. Am Anfang wird sich noch das ego in deine Wahrnehmung einschalten und dir erklären wollen, was sich gerade in der Welt abspielt. Doch die Einfälle des intuitiven Erkennens nehmen zu. Damit ist gemeint, daß sich die Sinne von Mal zu Mal zu schärfen beginnen. Alles erscheint irgendwie neuer.

Das Denken zieht sich ganz allmählich zurück auf seinen Platz, wohin ihn die Natur auch vorgesehen hatte. Dieser Ausflug des Verstandes ins Ego-Bewußtsein war nur ein kleines Mißverständnis des Menschen, und somit im großen und ganzen eine Art Abstecher auf der Reise durch das Land des Denkens, durch das wir Menschen alle einmal wandern müssen.

Eine literarische Aufarbeitung dieses Erkennens finden wir in vielen Schriften unterschiedlicher Autoren in aller Welt. EIN HUT VOLLER STERNE – ausgezeichnet dargestellt von Terry Pratchett, läßt erahnen, wie so eine Reise durch die wundervollen Lande des Bewußtseins sich ereignen könnte.

Ein Schwärmer ist auf der Suche nach einem kleinen Mädchen, um von ihrem Verstand Besitz zu ergreifen. Dieser Schwärmer hat erkannt, daß es sich hier um einen Menschen handeln mußte, welcher über außergewöhnliche Fähigkeiten verfügt. Und so begann die Reise des Mädchens zu den Welten, in denen die Hexen ihre Fähigkeiten im Alltag zur Wirkung brachten auf ganz natürliche Art und Weise.

Das Wissen der Alten, gepaart mit den Fähigkeiten der Kinder, ergab die Möglichkeit, dem Bewußtsein zu gestatten, sich selbst bewußt werden zu können, ohne jegliche Störung durch die Tätigkeiten des Verstandes. Ein Erwachsenwerden, und ein gleichzeitiges unkonditioniertes Wahrnehmen, das wird hier anschaulich geschildert.

Diesen Schwärmer als das zu erkennen, was er im Grunde schon immer ist – ein Wesen, welches aus geliehenem Bewußtsein nicht wirklich existiert – also nur als eine Art Gedankenkonstruktion, aber dennoch eine scheinbare Realität darstellen kann, worauf der Mensch leicht hereinfällt. Eine Phase der Bewußtwerdung – mehr, nicht.

Und jedes Mal, wenn der Verstand stillsteht, nimmst du direkt wahr. Achte auf solche Augenblicke. Sie sind vermutlich sehr kurz zu Beginn, doch durch Beachtung und Aufmerksamkeit beginnen sie, länger zu werden. Das genügt. Ihre Dauer ist nicht so wichtig, wie ihre Häufigkeit. Je öfter du sie wahrnimmst, um so länger werden sie.

Atme bewußt tief ein durch die Nase – halte die Luft kurz an – und blase den Atem langsam durch den Mund wieder aus. Achte auf den Augenblick nach dem Ausblasen. Stille tritt ein. Das ist alles, was du tun kannst. In diesem Augenblick ist Denken unmöglich. So kommt Bewußtsein in diese materielle Welt – durch, dich.

Herzliche Grüße

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