Gerade erst ist die dritte Staffel von X-Factor zu Ende gegangen. Wenn ihr mich fragt, ist das Gewinner-Duo Mrs. Greenbird ein wenig sonderbar. Es hat aber zumindest mehr Format als die vorherigen Sieger, die komplett in der Versenkung stecken geblieben sind. Späterer Erfolg findet sich nur bei wenigen Gewinnern von Musikcastingshows. Die vier größten von ihnen sollen hier mal kurz auf den Prüfstand gelangen, wobei ich mich wirklich nur auf reine Musikshows beziehen will. Das aktuell in die heiße Phase gehende Supertalent bleibt also außen vor – einmal Bohlen reicht ja auch.
Platz 4 – X-Factor (VOX)
Wie gesagt, gerade erst kürte man auf VOX den dritten Gewinner. Die bisherigen, Edita Abdiesiki und David Pfeffer habe ich fortan gar nicht mehr gesehen. Irgendwie fehlt bei der Show der richtige Unterhaltungsfaktor. Angepriesen wird es in der Werbung immer gigantisch, überstrahlt mit einem riesigen X vorherige Sendungen. In der Jury fester Bestandteil ist Sarah Connor. Anfangs wurde sie von Till Brönner unterstützt, in Staffel 1 von George Glueck, in der zweiten von Das Bo. Letzterer war das bisher größte Highlight des Formats, rappte auch mal mit den Kandidaten. In der aktuellsten Ausgabe gab es dann ein Viergestirn hinter dem Pult. Neben Connor saßen dort Moses P., H.P. Baxxter und Guano-Apes-Stimme Sandra Nasic. Nachdem sich die Kandidaten am Anfang allen Jurymitgliedern stellen, werden sie später in einzelne Kategorien (z.B. Bands) eingeteilt. Diese werden dann den einzelnen Stars zugeordnet und bis in die Liveshows gebracht.
Platz 3 – Popstars (Pro7)
Ganze 10 Staffeln durfte man bisher bei Pro7 vom Bandformat Popstars bewundern. Genau genommen endete der große Erfolg spätestens mit der fünften Gruppe Monrose. Aus dieser macht immerhin noch Mandy Capristo relativ erfolgreiche Musik. Der erfolgreichste Sieger jedoch stammt aus der ersten Staffel, wo die No Angels sich zu einer Band formierten, die über Jahre hinweg die Charts bestimmte. Danach kam Bro´Sis. Die Mixtur aus Männern und Frauen begann ordentlich, schaffte aber keine Konstanz. Mit Ross Anthony oder auch Giovanni Zarrella stehen aber noch Mitglieder im Fokus der Gesellschaft. Für alle Nachfolger (Overground, NuPagadi, Room2012, Queensberry, Some & Any, LaVive, Melouria) lief es äußerst mau. Das Gesicht von Popstars, wo Massencastings die Anfangsauswahl treffen, ist Detlef „D!“ Soost. Gehörte er anfangs noch zu den Coaches, ist er nun seit Jahren fester Jurybestandteil.
Platz 2 – Deutschland sucht den Superstar (RTL)
Zum zehnten Mal geht kommendes Jahr Deutschland sucht den Superstar in das Rennen. Die Dieter-Bohlen-Show zählt sicher zu den bisher erfolgreichsten. Die Gewinner räumen in Regelmäßigkeit sofort nach ihrem Sieg die Charts auf. Keiner von ihnen konnte sich dort jedoch über mehrere Jahre etablieren. So suchen Bohlen und Co. zwar jedes Jahr nach dem größten Gesangsstern des Landes, finden diesen aber nur kurzfristig. In der allerersten Sendung war Bohlen noch eines der vier gleichwertigen Jurymitglieder. Heute ist der Poptitan die absolute Zentrale. 2013 werden an seiner Seite die Kaulitzbrüder von Tokio Hotel und Mateo von Culcha Candela sitzen. Damit setzt RTL erstmals auf eine Männerrunde. Ähnlich wie bei Popstars pilgern jedes Jahr Tausende, gar Zehntausende zu den Castings. Über Recall und Workshop kommen die Kandidaten in die Liveshows, wo Fans dann über Telefon abstimmen. Am erfolgreichsten waren die Gewinner Alexander Klaws, Mark Medlock und Pietro Lombardi. Von Elli Erl, Tobi Regner, Tomas Godoj, Daniel Schuhmacher und Mehrzad Marashi hörte man kaum noch was. Was aus dem diesjährigen Sieger Luca Hänni wird, muss man noch sehen.
Platz 1 – The Voice of Germany (Pro7, Sat1)
Das bisher beste Format ist ohne Frage The Voice of Germany. Allein schon die Jury, die mit Rea Garvey, Nena, The BossHoss und Mister Xavier Naidoo aus dem absoluten Nonplusultra der Musikszene besteht, ist es wert, die Show zu sehen. Positiv für den Zuschauer ist die Vorauswahl, die getroffen wird. So werden wirklich nur richtige Gesangstalente vor die Jury geführt. Diese muss sich dann allein von der Stimme überzeugen. Man sitzt ja bekanntlich mit dem Rücken zum Geschehen. Nur, wer drückt, dreht sich mit dem Stuhl und kommt in die Auswahl des Talentes. Dieses kann dann frei wählen, welchen Coach es für sich haben möchte. Im besten Fall gibt es also ganze vier Möglichkeiten. Jedes Jurymitglied stellt dann in den nachfolgenden Runden Duelle aus seinen Kandidaten zusammen, wobei es zunächst in seiner Hand bleibt, wer dort weiterkommt. Später dann liegt die halbe Entscheidung bei den Anrufern. Für das Finale präsentiert jedes Team seinen persönlichen Kandidaten. Im Vorjahr hatte letztlich Ivy Quainoo vom Team The BossHoss die Nase vorne – Rea, Nena und Xavier brennen auf Revanche.