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Depressiv und arbeitsunfähig - was man stattdessen machen kann (von einer Depressiven)

Tipp von Wollfee Wollfee

Hallo du, wenn man depressiv ist, ist man nie allein. Es gibt so viele Menschen, die depressiv sind oder ein Burnout haben (die sogenannte Erschöpfungsdepression). Allein in Deutschland sind vier Millionen Menschen von der häufigsten psychischen Krankheit betroffen. Zum Glück wird die Depression in der Gesellschaft bereits viel mehr als Krankheit wahr- und ernstgenommen als früher, und viel mehr als andere psychische Krankheiten. Man gilt nicht mehr als "faul" oder "geisteskrank".

  • Suche dir auf jedenfall eine Psychotherapie. Auch hier kannst du über deine Zukunft sprechen und planen, was du im Notfall machst, wenn du die Schule auch abbrechen möchtest, weil dir alles zuviel wird. Ich hoffe, du hast keine Vorurteile gegen Therapien.
  • Überlege dir, was dir Spaß macht. Ich nehme an, dass deine momentane Ausbildung nicht deinen Interessen entspricht, was es natürlich erschwert, ihr nachzugehen. Es kann auch depressiv machen, wenn man für etwas, dass einen nicht im geringsten interessiert, sehr viel Zeit und Kraft aufbringt. Du kannst deine Zeit auch dafür aufbringen, Berufstests zu machen. Viele verschiedene Instute bieten diese an. Oder macht dir deine Ausbildung Spaß aber du schaffst es einfach nicht? Dann denke darüber nach, ein Jahr Pause einzulegen - arbeitsunfähig aufgrund psychischer Erkrankung.
  • Erkundige dich wegen Arbeitsunfähigkeitsgeld. Leider kenne ich mich nicht so gut aus, wie das mit dem Arbeitsunfähigkeitsgeld ist, überhaupt wenn man noch in der Ausbildung ist. Wenn du eine Lehre machst (bei der du ja auch Geld verdienst) und diese aufgrund von Depressionen und Erschöpfungszuständen aufgeben musst, steht dir vermutlich Geld vom Staat zu. Mit irgendetwas musst du ja dein Leben finanzieren! Am besten du gehst zum Sozialamt oder telefonierst mal ein bisschen herum.

Wie du dein Jahr verbringen könntest. Es gibt endlos viele Möglichkeiten, die dir auch aus deiner Depression helfen können. Gut ist es auf jeden Fall, in deinem "Lückenjahr" etwas produktives zu machen, dass du dann auch bei der Bewerbung bei Schulen angeben kannst. Ich weis nicht, was du für ein Mensch bist, also werde ich einfach mal paar Sachen auflisten, die dich aus deinem Sumpf ziehen könnten.

  • Pause machen an einer dänischen Folkehøjskole. Wahrscheinlich sagt dir dieser Begriff nichts. Es handelt sich hierbei um eine Art "Orientierungsschule", ohne Zeugnisse, Prüfungen usw. Du kannst Fächer belegen die dich interessieren, neben verschiedenen Sprachen Philosophie, Theater, Kunst, Friedenskunde, Musik, Literatur,.. Der Haken ist, diese Schulen gibt es nur in Dänemark (sie sind international) und kosten tut es auch etwas mehr. Du wohnst in einem Erwachseneninternat und kochst, isst und lebst gemeinsam mit den anderen Studenten aus aller Welt. Eine dieser Schulen ist zum Beispiel auf einem ehemaligen Bauernhof.
  • Engagiere dich im Sozialbereich. Ich weis nicht, aus welchem Land du kommst. Selber bin ich Österreicherin, aber ich schätze mal, dass es in den deutschsprachigen Ländern ungefähr gleich sein wird und das Angebot gibt es sicher überall. Beim Roten Kreuz gibt es vielfältige Möglichkeiten sich zu engagieren: im Psychosozialen Bereich (Sorgentelefon, Krisenintervention), Katastrophendienst, Erste Hilfe..
  • Besuche einen Kurs - probiere aus, was dir Spaß macht. Ob du nun eine neue Sprache lernst oder einen Reitkurs besuchst, Segeln gehst oder Zeichnen übst - es soll eine neue Erfahrung sein, eine gute Erfahrung, die dich bereichert.
  • Suche dir einen Job, der dir Spaß macht. Du könntest beispielsweise bei dem kleinen Weltladen in deinem Ort mithelfen, als Promotorin arbeiten oder auch nur Babysitten, etwas das dir Spaß macht.
  • Geh ins Ausland. Entweder ein Auslandsjahr bei einer Gastfamilie, in einem Land, dessen Sprache du schon ein bisschen beherrscht oder etwas ganz neues, oder als Aupair, um zusätzlich Geld zu verdienen.
  • Werde Aktivistin. Noch eine Idee ist es, sich bei Amnesty International, Greenpeace & Co. zu engagieren, Demos zu besuchen, Geld zu sammeln..

Ich hoffe, ich konnte dir ein paar brauchbare Tipps geben. Noch etwas: Wenn es nicht mehr geht, geh in eine Klinik. Es ist keine Schande. Ich war selbst zweimal dort (Depressionen und Bulimie). Es ist besser, als sich umzubringen. Du bekommst dort Unterstützung und hast jemanden, der dir unvoreingenommen zuhört.

Alles Liebe Wollfee

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