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DAS EINSCHLAFEN - Abschalten dieser Stimme im Kopf

Tipp von kypros kypros

Hallo,

ich vermute, es ist diese Stimme im Kopf, die ununterbrochen quasselt. Das ist der Verstand, der nach geistiger Nahrung bettelt. Diese Stimme im Kopf möchte, daß du dich mit ihr unterhältst. Das sind diese sogenannten Selbstgespräche, weil wir nie gelernt haben, zu denken. Es denkt eines Tages einfach im Kopf. Und dann glauben viele Menschen, daß dieses ständige Denken-Müssen nicht abgestillt werden kann.

Hast du einen Wecker, oder eine Wanduhr, oder eine Uhr, welche mit einem hörbaren Ticken arbeitet? Dann lege dich hin und fange an, dich nur auf das Ticken zu konzentrieren. Richte zusätzlich die Aufmerksamkeit auf deine Fingerspitzen. Erwarte nichts.

Beobachte den Denker in dir, was er von dir will. Höre weiterhin das Ticken der Uhr, spüre weiterhin deine Fingerspitzen, und achte auf den nächsten Gedanken, der erscheinen will. Was sich hierbei ereignen kann, weiß kein Mensch. Das ist bei jedem Menschen wiederum anders.

Es geht hierbei darum, daß du durch deine Konzentration auf das Ticken dem Verstand Energie entziehst. Du wirst dadurch ruhiger, daß du mit der Aufmerksamkeit bei der Uhr und bei deinen Fingerspitzen bist. Es kann sein, daß deine Konzentration nicht lange anhält. Dann driftest du in Zukunft oder Vergangenheit ab.

Dann merkst du plötzlich, daß du abgeschweift bist mit deiner Konzentration. Macht nichts. Dann bist du wieder da, und du hörst wieder das Ticken, und du spürst deine Fingerspitzen. Diese Stimme im Kopf ist hartnäckig und oft auch hinterhältig. Man könnte sie fast als ein kleines Wesen bezeichnen, daß dir keine Ruhe zu geben scheint.

Es ist das erdachte Ich, welches auch Ego genannt wird. Ein künstliches Ich aus lauter Gedanken der Vergangenheit gespeist. Laufend behauptet dieses Ego – ICH bin DU. Und dieses temporäre Ich sagt dir auch, daß du nun denken mußt. Das kannst du durch Selbstbeobachtung leicht herausfinden.

Warte einmal wirklich konzentriert auf den nächsten Gedanken. Du kannst erleben, daß er nicht kommt. Erst dann, wenn das Bewußtsein wieder abdriftet aus der Gegenwart, erst dann fängt die Stimme im Kopf wieder an zu quasseln. Du kannst es auch feststellen, wenn du ein Hörbuch hörst. Durch die Konzentration auf den Sprecher können keine Gedanken in dir entstehen.

Die Energie wird für das Hören und Erkennen der Worte benötigt. Sie fehlt somit dem Denker in dir. Die Stimme im Kopf verstummt, und der Übergang in das Nachtbewußtsein geschieht auf ganz natürliche Art und Weise – du schläfst ein. Das geschieht jedes Mal, wenn die Konzentration vom Denken abgezogen wird – siehe das Einschlafen vor dem Fernsehgerät.

Das Gehör ist stets aktiv. Von Geburt bis zum Tod – andauernd. Du nimmst alles akustisch war – bewußt und unbewußt. So kannst du das Denken schulen, indem du dir aussuchst, was du hören willst. Du kannst sogar die Stille hören. Doch da macht höchstwahrscheinlich dein Verstand noch nicht mit. Das hält er vermutlich für einen absoluten Schwachsinn.

Die Stille ist für den Verstand – das Nichts. Er kann mit diesem Nichts nichts anfangen. Er liebt den Lärm. Geräusche, die sich ihm aufdrängen, genau die liebt er. Deshalb wird er unruhig, sobald es im Raum still ist. Denken ist innerer Lärm. Doch jeder Ton steigt aus dieser ewigen Stille empor und geht auch wieder in diese Stille. Stille ist die Heimat der Inspiration. Von dort kommt alles Neue.

Herzliche Grüße

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