Ursache ist stets das Denken selbst. Niemals kann sich Materie verändern, bevor nicht das Bewußtsein die Möglichkeiten dafür frei gibt. Wenn man eine Krankheit nur mit dem Verstand versucht zu ergründen, benutzt man dazu nur geistiges Material aus der selbst erschaffenen Vergangenheit.
Symptome werden mit bereits bekannten – oder Ähnlichen – Erscheinungen im physischen Körper verglichen – das ist alles. Der Verstand hat nur die Möglichkeit, zu vergleichen, und das führt oft zu stark verzerrter Wahrnehmung. Geht man zum Arzt und erzählt diesem die Erscheinungen im Körper, so erhält man eine Diagnose.
Der Arzt kann nur mit bereits bekannten – und erlernten –Symptomen arbeiten. Also vergleicht er im Gespräch mit dem Patienten, nach seiner Erzählung, die Symptome mit seiner Meinung nach zutreffenden, bereits bekannter Erscheinungen. Im medizinischen System liegt noch keine andere Verfahrensmöglichkeit vor, nach der sich der Arzt richten könnte.
Viele Menschen haben es bereits selbst erlebt, wie sie beim Gang zu einem anderen Arzt – mit den gleichen Symptomen – nun eine andere Darstellung ihrer Beschwerden zu hören bekommen. Nicht selten geraten Ärzte in Streitereien darüber, welches nun die richtige Betrachtungsmöglichkeit sein könnte bei der Benennung der Krankheit.
Relativ handelt es sich in beiden Fällen bei der Diagnoseerstellung um ein und dieselbe Person – jedoch subjektiv betrachtet, was der Verstand jedoch nicht zulassen kann bei der Symptomanalyse. Einfach ausgedrückt – ein Patient sollte von jedem Arzt die genau gleiche Diagnose erhalten – und doch ist dies eine nach wie vor illusionäre ‚Betrachtungsmöglichkeit.
Und nun zu den Erscheinungen, die ein Mensch an – oder in – sich selbst bemerkt, und vermutlich bereits vom Verstand spekulativ bewerten läßt. Hier kommt das Ego-Bewußtsein zum Vorschein, welches laufend Fakten aus der Vergangenheit in die Arena der Selbstgespräche wirft. Der betroffene Mensch befindet sich somit oft im Zustand des Grübelns und Zweifelns.
Unwirklichkeit – eine Gefühlslage, also nicht erklärbar mit dem Verstand, da er nur sehr viel darüber reden kann, was aber nicht das Gleiche sein kann wie das Fühlen. Doch der Verstand kann das nicht erkennen, da er nicht über sich selbst nachdenken kann.
Der Schwindel – es ist eher ein Gefühl, als eine Auswirkung im physischen Körper, jedoch bemerkt man es hautnah bei einem schwankenden Gang durchs Zimmer. In den meisten Fällen tippt der Verstand als Ursache sofort auf die Nahrung, was als Wahrscheinlichkeit relativ nahe liegt, jedoch keine Regel darstellen kann, ohne daß andere Einflüsse ausgeschlossen sind.
Da der Körper über ein eigenes Bewußtsein verfügt, weiß er auch, wie mit solchen Umständen zu verfahren ist – wenn ihm der Verstand nicht dazwischenfunkt mit allerlei Spekulationen. Da ist der Wille, durchs Zimmer zu gehen, da steht der Mensch auch auf und beginnt zu gehen, das Auge überwacht das Ziel, doch die Körperfunktionen spielen nicht korrekt zusammen.
Nun kommt nicht selten Angst zum Vorschein. Das Ego-Bewußtsein fragt, was da mit ihm geschieht, und es verliert zusehends die Kontrolle über die Wahrnehmung des Menschen, da es Erklärungen nur auf der Gedankenebene erhalten kann.
Ein Kontrollverlust kann leicht zur Panik führen, da sich die Gedanken regelrecht zu überschlagen beginnen auf der verzweifelten Suche nach Wiederherstellung der Kontrolle. Hierbei reißt die Zeit ab. Das heißt, der Mensch nimmt für kurze Zeit die ‚Welt direkt wahr, wie er es als Kind bereits getan hatte – jedoch durch das ständige Denken-Müssen nun vergessen hat.
Jeder Mensch identifiziert sich eines Tages mit diesem selbsterschaffenen Ego-Bewußtsein, da er seine Quelle vergessen mußte, als Bewußtsein in die Form ging bei der Geburt. Das ist die Gnade des Vergessens, symbolisch angedeutet durch die Vertreibung aus dem Paradies, als die Frucht vom Baum der Erkenntnis verspeist wurde.