Du kannst nicht etwas falsch sehen, da es ein Falsch und ein Richtig nur im Denken geben kann. Die Natur erschafft nichts Falsches – und somit nichts Richtiges. Erst das Denken spaltet die Wahrnehmung auf in allerlei Bewertungen wie – Gut und Böse – Richtig und Falsch – Wahr und Nichtwahr – Stimmt, und stimmt nicht – usw.
Der Verstand sollte dem Bewußtsein das Wahrgenommene mitteilen, da Bewußtsein nicht nur aus sich selbst heraus sich selbst bewußt werden kann. Es braucht einen Spiegel, und dazu erschafft der Denker ein Ego-Bewußtsein, welches dem Ich-Gefühl eine Ersatzquelle vorspiegelt. Der Mensch lebt in der Gnade des Vergessens, und so kommt er absolut unwissend auf diese Welt. Er fängt an, alles zu erfragen, bis er genügend Antworten erhalten hat.
Bewußtsein geht bei der Geburt in die Form, um sich darin vollständig selbst zu vergessen. Durch all deine Handlungen wird sich dann das Bewußtsein selbst bewußt. Das heißt – jede Handlung transformiert das Nichts in diese materielle Welt. Bewußtsein erschafft somit die Form – und nicht ungekehrt. Aus sicht des Verstandes ist dieses Bewußtsein das – Nichts.
Durch das Denken entsteht die Zeit. Du kannst ohne Zeit niemals denken. Denken und Zeit sind untrennbar. Doch das Denken erschafft auch die Ersatzquelle – das Ego-Bewußtsein – für das vergessene Zentrum deiner Existenz. Du bist im Grunde Bewußtsein, welches sich gerade in dieser Form durch all die Handlungen selbst bewußt wird. Du bist auf dem Spielfeld des Denkens, um Denken zu erlernen.
Der Verstand ist ein Werkzeug, welches die äußere Welt beherrscht, und somit zur weiteren Entwicklung beiträgt. In der analogen Zeit folgt eine Erfahrung der anderen, und dann nennt man es Entwicklung. Doch die innere Zeit ist ewig. Man kann sie nicht erklären – nur erfahren. Doch ist in dieser Gegenwart das Denken nicht mehr möglich, da dort keine Zeit erscheint. Und Denken ohne Zeit ist unmöglich.
Das Einzige, was du demnach je haben kannst ist die Gegenwart. Alles andere ist Illusion und eine optische Täuschung des Bewußtseins, da das Ego-Bewußtsein laufend bereits bewertete Wahrnehmungen dem Bewußtsein zuführt, und dieses im Laufe der Zeit völlig verwirrt wurde durch interpretierte ‚Wahrnehmungen. Die Auswirkungen dieser kollektiven Verwirrung kann man in den Nachrichten betrachten.
Ursache für diese kollektiven Verwirrungen ist die Identifikation mit dem Denker. Das Ich-Gefühl ist ins Denken abgesunken, und so fühlen sich viele Menschen von Allem als getrennt. Das Ego-Bewußtsein kann die Einheit nicht mehr erkennen, da es selbst nur aus Gedanken der Vergangenheit besteht. Und diese Vergangenheit besteht zumeist aus erhaltenen Antworten auf gestellte Fragen – so erlebt es das kleine Kind bis zum Alter von ca. 12 Jahren.
Alle Formen – auch Gedankenformen – entstehen aus diesem einen Bewußtsein. Vom kleinsten Teilchen – bis hin zur gigantischen Galaxie – alles ist zu Form gewordenes Bewußtsein. Für den Verstand ist das hier Geschriebene meist bereits Schwachsinn, so daß er es ablehnen muß, da er es niemals erfassen kann. Nur sehr viel darüber Reden oder Schreiben. Doch das Wort Banane ist nicht die Banane, und das Wort Bewußtsein ist nicht das Bewußtsein.
Somit können die hier geschriebenen Worte nie die Wahrheit sein. Wahrheit läßt sich nicht erklären – nur selbst erleben. Diese Worte hier weisen also nur auf etwas hin, was sich dem Denken entzieht. Doch dazu braucht man keine Gedanken – im Gegenteil, sie sind nur störend beim erleben der Stille in der Gegenwart. Bewußtsein benötigt keine Gedanken, da es sich nicht erdenken läßt. Doch das Denken ohne Bewußtsein ist nicht möglich.
In dem Augenblick, in dem du diese Stimme im Kopf entdeckst, in diesem Moment bist du nicht der Denker. Du wirst zum Beobachter des Denkers, und somit bist du das Bewußtsein, welches sich bewußt geworden ist, daß du nicht der Denker sein kannst, da du ja gerade dem Denker zuschaust, wie er denkt. Das nennt man auch das Aufwachen aus dem Traum der Illusionen. Zukunft und Vergangenheit werden als Täuschung erkannt – Hirngespinste, vom Ego-Bewußtsein als Ersatz für die vergessene Quelle erschaffen.
Jetzt nimmst du wieder wahr, wie du es als kleines Kind getan hast – ohne jegliche Beurteilung – ohne Gedanken – das ist die direkte Wahrnehmung, im Gegensatz zur indirekten Wahrnehmung durch den Verstand. Du suchst dich also nicht mehr in der Zukunft, sondern du erkennst, daß du bereits bist, wer du glaubst, noch nicht zu sein. Du brauchst überhaupt nichts, um zu sein, wer du immer bist – Bewußtsein in einer Form, welche man Körper nennt. Das ist alles.
Herzliche Grüße