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Artgerechte Meerschweinchenhaltung

Tipp von Gurkenfresser Gurkenfresser

Meerschweinchen gelten als anspruchlos und als ideale Kindertiere. Doch das sind sie nicht.

Meerschweinchen sind Rudeltiere und dürfen niemals einzeln oder mit einem Kannchen gehalten werden. Sie kuscheln zwar nicht miteinander (nur in großer angst), aber sie quatschen miteinander, erkunden gemeinsam ihr Gehege und fressen zusammen. Alleine fühlen sie sich unsicher weil ihnen ihre Artgenossen fehlen. Verhaltungsstörungen sind die Folge. Sie fixieren sich ganz auf den Menschen, was dieser zwar toll findet, aber für ein Meerschweinchen schrecklich ist. Kein Mennsch kann 24h am tag bei ihm sein, sich mit ihm in meerschweinchensprache unterhalten, das Gehege erkunden oder sich mit ihm gegenseitig das Futter klaun. Die ideale Kombination ist ein Kastrat mit mehreren Weibchen. Doch auch 2 Kastraten lassen sich zusammenhalten. Hierbei sollte ein Tier aber älter sein, damit es nicht wie bei gleichaltrigen tieren einen stärkeren gibt. Das ist wichtig weil bei 2 gleichstarken kein Junge die Oberhand haben kann. Bei einem älteren Jungen und einem jüngeren gibt es einen wichtigen kräfteunterschied.

Meerschweinchen brauchen viel Platz. Das Gehege darf in Innenhaltung keinesfalls 2qm bei einer Länge von rund 2m unterschreiten. Kleiner sollte es nicht sein weil Meerschweinchen Bewegungstiere sind. Käfige dienen nur der dekorativen Aufbewahrung und befriedigen nicht im geringsten ihr Bedürfniss nach Bewegung. Pro Junge in einer Jungsgruppe sind 1qm pro Tier angemessen weil ihre Haltung ein wenig schwieriger ist. Bei einer Haremsgruppe 0,5qm pro Tier mit Auslauf, jedoch sollten 2qm niemals unterschritten werden. Für die Meerschweinchen ist es natrülich schöner wenn sie noch mehr Platz haben. In Außenhaltung braucht es eine Schutzhütte und mindestens 1qm pro Tier. Die Gruppe muss mindestens aus 4, besser aus 6 Schweinchen bestehen.

Getreide ist schädlich . Meerschweinchen sollten getreidefrei ernährt werden, besonders in Innenhaltung. Die ideale Ernährung besteht aus Heu, Ästen, Kräutern und Gemüse. Obst kann auch gegeben werden und WIese schmeckt ihnen ebenfalls sehr gut. Tieren in AUßenhaltung tut im Winter bei großen Minustemperaturen ein Löffel voll Haferflocken gut. Natrülich muss da ab Herbst vermehrt Knollengemüse gegeben werden. So nehmen sie auf gesunde Weise zu. Getreide macht sie fett, vermindert die Heuaufnahme (die sehr wichtig für die Abnutzung der Zähne ist!) und wirkt sich schlecht auf die Bakterien im Darm aus. Die schlechten Bakterien freuen sich über das Zeug.

Tipps zur Vermehrung gebe ich nicht . Niemand muss den Tierschützern noch mehr arbeit machen. DIe bekommen keinen Cent für ihre Arbeit. Die Schutzgebühr in Höhe von rund 35€ deckt niemals die Kosten für Kastration, Unterbringung, Ernährung und Tierarzt. Von dem neu entstehenden Tierleid mal ganz abgesehen. Ich hab ein Meerschweinchen mit verkrüppelten Pfoten und bin sehr froh dass er immerhin beide Augen hat. Nicht alle Meerschweinchen haben das Glück mit einer so leichten Behinderung da raus zu kommen.

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