Wie man einen Akku am besten pflegt, hängt vor allem vom Akkutyp ab.
Früher sehr verbreitet, heute auf dem Rückmarsch sind Akkus auf Nickelbasis (Ni-Cd und Ni-MH):
Ni-Cd-Akkus dürfen heute nicht mehr verkauft werden, weil sie umweltschädliches Cadmium enthalten. Man findet sie aber noch oft in Werkzeugen oder in ganz alten Rundzellen-Akkus (AAA, AA, C, D). Bei diesen Akkus gibt es einen sehr ausgeprägten Memory-Effekt, das heißt dass sich der Akku "merkt", wie weit er immer entladen wird. Wenn man ihn jedes mal nur halb entlädt und anschließend wieder auflädt, lässt er sich irgendwann auch nicht mehr weiter als bis zur Hälfte entladen, er verliert also an Kapazität. Deswegen sollte Ni-Cd-Akkus (falls man denn noch welche hat) immer komplett entladen werden.
Ni-MH-Akkus sind heutzutage vor allem bei den Standard-Rundzellen (AA/Mignon, AAA/Micro, C/Baby, D/Mono) verbreitet. Bei ihnen gibt es eigentlich keinen Memory-Effekt mehr. Trotzdem sollte man sie hin und wieder (ca. jedes 10. mal) komplett entladen, damit sie ihre Leistungsfähigkeit behalten. Es ist aber nicht schlimm, wenn man das mal vergisst.
Notebooks, Handys, Digitalkameras und andere Multimediageräte nutzen in der Regel Lithium-Ionen-Akkus. Diese Akkus brauchen ein völlig anderes Pflegeprogramm. Wenn sie zu tief entladen werden, können sie explodieren. Normalerweise ist deswegen eine Schutzschaltung verbaut, die rechtzeitig abschaltet, bevor der Akku tiefentladen ist. Trotzdem schadet man Lithium-Ionen-Akkus sehr, wenn man sie mehr als unbedingt nötig entlädt, auch wenn die Schutzschaltung das schlimmste verhindert. Am besten lädt man einen Lithium-Ionen-Akku, wann immer sich eine Gelegenheit ergibt. Wenn man den Akku für längere Zeit nicht benutzen will, sollte er nicht ganz voll sein, am längsten hält er bei halbvoller Ladung.
Ladegeräte für Ni-MH/Ni-CD-Akkus sollten ein paar Eigenschaften besitzen, damit sie die Akkus nicht beschädigen:
Sie brauchen auf jeden Fall eine Einzelschachtüberwachung. Das bedeutet, dass jeder Akku einzeln kontrolliert wird. Ist das nicht der Fall und man legt zwei unterschiedlich volle Akkus ein, so wird der eine überladen und der andere nicht ganz voll. Wenn es bei einem Ladegerät nur eine LED für beide Ladeschächte gibt und wenn immer die Rede von "2 oder 4 Akkus" ist, dann sollte man die Finger davon lassen.
Ganz wichtig ist eine automatische Abschaltung, wenn der Akku voll ist. Dazu gibt es zwei relativ ähnliche Verfahren. Das verbreitetste ist -ΔU (Minus-Delta-U), eine verbesserte Version davon ist das Delta-Peak-Verfahren. Beides ist aber vollkommen in Ordnung. Ältere Ladegeräte sind Timergesteuert, das heißt sie schalten immer nach einer bestimmten Zeit ab, egal wie voll der Akku ist. Davon sollte man die Finger lassen.
Der Ladestrom sollte bei mindestens 500mA pro Ladeschacht liegen, sonst funktionieren die oben genannten Verfahren nicht.
Ein gutes und sehr günstiges Ladegerät für Ni-MH oder Ni-Cd-Akkus ist das Technoline BC700. Das bekommt man bei Amazon für gut 20€ und es kann alles, was ein Ladegerät können muss.
Ladegeräte für Lithium-Ionen-Akkus sind in der Regel schon im Gerät eingebaut oder sie werden mitgeliefert. Es gibt auch Lithium-Ionen-Rundzellen (z.B. 18650, 14500, 16340), für die man dann auch ein eigenes Ladegerät braucht, das dürfte aber für die meisten keine Rolle spielen, weil diese Akkus zur Zeit nur wenige Anwendungen haben (Taschenlampen, E-Zigaretten).