Ich gebe dem Votum recht, dass es der schrecklichste Brauch ist. Aber es ist halt Brauch, und das deshalb, weil es vielen vielleicht auch hilft, durch diese Situation zu kommen.
Ein Vorschlag:
Beileid wird - wenn möglich - vorher telefonisch ausgesprochen, jedenfalls in dem Moment, wo man den ersten Kontakt hat.
Am Friedhof (vor einer Trauerfeier) begrüßt man die am stärksten betroffenen Angehörigen mit einer Geste anteilnehmenden Bedauerns (ist z.B. ein Familienvater verstorben: auf die Frau und auf die Kinder; vielleicht hatte d. Verstorbene auch noch Geschwister, oder gar Eltern).
Am Grab wird es wieder "einfacher": wenn hier Angehörige stehen bleiben, dann kann man ihnen "viel Kraft" oder so wünschen. Angehörige, die hier nicht stehen, die bitte nicht aufsuchen, denn die brauchen jetzt erst mal Ruhe und Abstand. Evtl. kann man sie nachher, z.B. draußen vor dem Friedhof noch treffen.
Ganz wichtig: nach einer Woche ist d. allerengste Angehörige mit dem Beerdigungsstress durch. Dann diese Person(en) nicht vergessen: jetzt brauchen sie jemanden, mit dem sie sprechen können. Sie werden von sich aus in der Regel nicht kommen, man muss auf sie zugehen.
Was stand denn in der Todesanzeige? Stand da evtl "Keine Beileidsbezeugungen am Grab" o. ä. dann lieber nur ne Karte schreiben und abgeben und nichts sagen....Kommt auch drauf an, wie nache du der Familie standest.
Meistens ist es so das die verwandten irgendwie in einer Reihe stehe und die Trauergemeinde dann einem nach dem anderen die hand gibt zum beileid aussprechen.
War bisher auf 2 Beerdigungen und da war es so (einmal Onkel, einmal Opa. Stand also immer auf der verwandtschafts seite)
kommt daruf an was in der anzeie steht.... steht da von beileidsbezeugungen bitten wir am grab abstand zunehmen, kannst es schriftlich mit einer karte machen ansonsten frau und kinder
Manchmal wird ausdrücklich verlangt, dass man von Beileidsbezeugungen am Grab absehen soll (steht oft in der Sterbeanzeige). Das sollte man auch respektieren - dann genügt auch eine Beileidskarte.
ich reiche den nächsten angehörigen die hand und menschen denen die oder der verstorbene sehr nahe stand(auch freunde)allen anderen verwanten nicke ich nur zu,es sei denn sie kommen auf mich zu und möchten reden ,dann reich ich die hand.
ich würde es allen aussprechen, die in der "Reihe" stehen. Tut Dir ja nicht weh, wenn Du ein paar mal kondulierst!
Ich finde das ist der schrecklichste Brauch überhaupt. Einfach da sein und vielleicht mal kurz den Arm drücken reicht vollkommen.
Ich empfinde sowas wie Beileidsbezeugungen anzunehmen als absoluten Spießrutenlauf. Man ist in dem Moment eh so verstört und dann soll man noch "begutachtet" werden wie sehr man trauert...
Mein Beileid!
kleine007 am 17. Juli 2009 11:28 das geht mir genau so aber es ist halt Brauch
kann man ja ausschließen, wenn man es will. Kommt halt in die Anzeige "von Beileidsbekundungen am Grabe wird abgesehen"...ich selbst finde es auch nicht gerade toll, aber...einige Angehörige brauchen es vielleicht auch...
reiterhexe am 17. Juli 2009 11:42 Brauchen? mhm also wenn ich mich so an die letzten Beerdigungen zurückerinnere dann war ich ehrlich gesagt nicht "erfreut" darüber wenn jemand das getan hat. Da kratzt man sich eh schon den letzten Rest Kraft zusammen und dann muß man da noch quasi strammstehen. Aber ich glaub in der Situation ist das alles schon fast egal - denn man wird sich dabei nie gut fühlen können
kann man ja ausschließen, wenn man es will. Kommt halt in die Anzeige "von Beileidsbekundungen am Grabe wird abgesehen"...ich selbst finde es auch nicht gerade toll, aber...einige Angehörige brauchen es vielleicht auch...
Gute Frage... ich hab immer den nächsten Verwandten mein Beileid ausgesprochen!
ich denke, die nahen angehörigen werden sich am Grab aufstellen und wenn du dann rantrittst kannst du jedem der Reihe nach die Hand geben und dein Beileid bekunden.
g4NgS73rNo1 am 17. Juli 2009 11:29 ja so kenne ich das auch DH
genau so ist es in der Regel, DH - war am Mittwoch bei meiner Schwiegermutter auch so