Beliebte Antworten von ULange

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    Positive und negative Seiten eines Internatlebens
    Antwort von ULange ULange

    Hallo evian1, Du scheinst Dich ja gerade intensiv mit der Internatsthematik auseinanderzusetzen!? Vor- und Nachteile des Internatslebens würde ich folgendermaßen abwägen:

    1. Grundsätzlich: Internate sind kein Luxus-Artikel, den man sich gönnt, wenn man es sich leisten kann. Zwar werden gewisse Institute inzwischen so vermarktet, doch versucht man auf diese Weise nur das ramponierte Image der Internate aufzuwerten.

    2. Bis etwa in die 1960er Jahre hinein waren Internate in Deutschland ein notwendiges Übel, da es vor allem in ländlichen Regionen zu wenige weiterführende Schulen gab. Viele gut begabte Kinder und Jugendliche konnten nur dann ein Gymnasium oder eine Realschule besuchen, wenn sie in ein Internat eintraten. Mit dem flächendeckenden Ausbau des Angebots an höheren Schulen büßten die Internate die Funktion der Heranbildung einer geistigen Elite weitgehend ein und wurden zu „Lazaretten für Schulversager“.

    3. Die ganz teuren Internate wie etwa die Deutschen Landerziehungsheime (z.B. Salem, die Odenwaldschule, die Hermann-Lietz-Schulen usw.) hatten von Anfang an die Funktion, Problemkinder aus besseren Kreisen aufzufangen. Sie konnten die elitären Ziele ihrer Gründer deshalb nie einlösen. Auch die Gründerpersönlichkeiten waren übrigens oft gesellschaftliche Außenseiter oder sogar psychisch krank. So heißt es von Kurt Hahn, dem Mitbegründer Salems, er sei manisch-depressiv gewesen. Andere waren nachweislich Päderasten.

    4. Wer in einer intakten Familie lebt und in der Schule etwas leistet, wechselt nach meiner Erfahrung normalerweise nicht in ein Internat. Die angeblichen Vorteile des Internatslebens werden zumeist von denjenigen gepriesen, die familiäre, psychische oder schulische Probleme haben, dieses aber nicht offen zugeben wollen oder können. Als Tarnmotive für den Wechsel ins Internat werden in solchen Fällen dann gern die angeblich schlechte Qualität der staatlichen Schulen oder eine fehlende individuelle Förderung von Begabungen vorgeschoben, die in Wirklichkeit gar nicht vorhanden sind.

    5. Mittlerweile ist eine neue Problemgruppe von geltungssüchtigen Nichtskönnern entstanden, die ihre Vita gern mit dem Besuch einer angeblichen „Eliteschule“ schmücken wollen bzw. darauf hoffen, von den Ehemaligen-Netzwerken der Nobelinternate beruflich profitieren zu können. Hier wird der Leistungswettbewerb einer offenen Leistungsgesellschaft unterlaufen und die Erneuerung der Eliten verhindert, indem mittelmäßige Absolventen von Luxus-Internaten den Vorzug erhalten vor besseren Bewerbern ohne entsprechende Beziehungen.

    6. Eine Ausnahme stellen vielleicht extrem Hochbegabte bzw. auf bestimmten Gebieten besonders Talentierte dar, die an ihrem Heimatort nicht angemessen gefördert werden können, aber großen Ehrgeiz besitzen, ihr Begabungspotenzial voll zu entwickeln. Vor allem Leistungssportler gelangen mit Hilfe einer Eliteschule des Sports samt angeschlossenem Internat wesentlich leichter an die Spitze. Ähnliches kann man von musikalisch außergewöhnlich Begabten sagen.

    7. Hochleistende bzw. intellektuell allgemein Hochbegabte profitieren dagegen in relativ geringem Maße von einer Erziehung in Eliteinternaten. Wie Längsschnittstudien aus den USA beweisen, erzeugt die Förderung von hochintelligenten Schülern unter besten Bedingungen keinen höheren Output an Nobelpreisträgern oder anderweitig Erfolgreichen als das normale Bildungswesen. Besonders gediegene Rahmenbedingungen nach dem Motto „Schöner lernen in der Schule Schloss XY“ wirken sich sogar leistungsmindernd aus, weil hier junge Menschen mit Privilegien ausgestattet werden, die sie sich noch nicht durch eigene Leistungen verdient haben (Problem der Verwöhnung).

    8. Wie man inzwischen gelernt hat, sind selbst sehr gut begabte SchülerInnen der sich verschärfenden Konkurrenz in einem Eliteinternat oft nicht gewachsen. In ihrer alten Umgebung waren sie i.d.R. die „Stars“. Es fiel ihnen relativ leicht, ihren Rang als „Klassenprimus“ zu behaupten. In einem Internat für hochleistende Hochbegabte treffen sie dagegen auf Kameraden, die mindestens ebenso leistungsfähig oder ihnen sogar weit überlegen sind. Man muss einfach wissen, dass sich in jeder Lerngruppe eine Art Rangordnung ausbildet. Übertriebener Leistungswettbewerb und ungezügelter Ehrgeiz können zu psychischen Erkrankungen oder charakterlichen Fehlentwicklungen führen.

    9. Ein grundsätzlicher Nachteil des Internats ist sein Charakter als „totale Institution“. Gemeinschaftsleben, Gruppenzwang, vollständige Verplanung des Tagesablaufs und die Entstehung von Subkulturen mit vom „offiziellen Internatsleben“ abweichenden Normen führen vielfach zu einer Art Doppelmoral oder Gehirnwäsche, die der Charakterbildung keineswegs förderlich sind. Oft wird behauptet, das Internatsleben mache „selbständig“. Diese Behauptung steht in merkwürdigem Kontrast zu dem Internatsleben selbst, das den einzelnen eher hospitalisiert, nämlich von morgens bis abends reglementiert und durch Personal „betreut“. Andererseits zwingt das Gemeinschaftsleben natürlich zur Rücksichtnahme und sozialen Anpassung, vermittelt also bestimmte „soziale Tugenden“. Das ist allerdings in Gangsterbanden nicht anders.

    10. Ob man von einem Internatsaufenthalt profitiert, hängt sehr wesentlich von den individuellen Voraussetzungen und Persönlichkeitsmerkmalen ab. Sensible und introvertierte Charaktere, die sog. „Individualisten“ oder auch „Opfertypen“, sind in Internaten oft sehr unglücklich. Extravertierte Charaktere, die den allgemeinen Normen ihrer „Peergroup“ entsprechen, genießen dagegen das Internatsleben meistens sehr.

    Ich könnte noch auf viele Punkte eingehen, will es aber erstmal bei dieser allgemeinen Darstellung belassen.

    Viele Grüße U. Lange

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    Welches Internat ist besser? Schloss Salem oder Schloss Neubeuern?
    Hilfreichste Antwort von ULange ULange

    Hallo evian1, ich habe im Prinzip ja nichts dagegen, dass jeder hier seine Meinung äußern darf. Aber vielleicht sollte der eine oder andere sich einmal die selbstkritische Frage stellen, ob er zu dem jeweiligen Thema wirklich etwas Substanzielles beizutragen hat! Ich möchte hier mal an den Satz erinnern, der eingeblendet wird, sobald man den Antwortbutton betätigt: „Bitte achte darauf, dass Deine Antwort für den Fragesteller wirklich hilfreich ist!“

    Ich kann mich jedenfalls über die ganzen „Internatsexperten“, die hier irgendwelchen Internaten völlig unautorisiert einen „guten Ruf“ bescheinigen, nur wundern. Ich fürchte, dass gerade die schlechten Internate von solchen Geltungssüchtigen leben, die keine Ahnung haben, aber leichtfertig jede Latrinenparole nachplappern.

    Ich bin seit über 30 Jahren Internatsberater bei einer gemeinnützigen Bildungsberatungsstelle und war 22 Jahre lang selbst Leiter eines Internats. Ich kann vor oberflächlichen Urteilen und internatsromantischen Illusionen nur warnen. Internate sind „totale Institutionen“ und als solche außerordentlich problematisch. Dies haben nicht erst die vielen Fälle von Gewalt und sexuellem Missbrauch gezeigt, die seit Monaten die Öffentlichkeit beschäftigen.

    Internate wie Salem oder Neubeuern können noch so gute Erziehungskonzepte entwickeln oder noch so ideale Lernbedingungen bereitstellen – ihre Qualität steht und fällt letztlich mit den Eigenschaften der Schülerinnen und Schüler, die sie aufnehmen. Je höher der Internatspreis, desto schlechter ist nun mal die Schülerauswahl. Das war schon immer so und wird immer so sein. Denn auch für preislich exklusive Wohnschulen gelten die Gesetze von Angebot und Nachfrage. Sie bieten auf einem freien Markt für teures Geld eine Leistung an, die es an staatlichen Schulen „für umme“ gibt. Da könnte man boshaft reimen: „Der Kluge lernt für umme, teuer ist nur für Dumme!“

    Wer wirklich etwas drauf hat und unbedingt auf ein Internat will, findet unter den staatlichen Internatsschulen für Hochbegabte oder den Spezialschulen für sportliche, musische, sprachliche oder naturwissenschaftliche Talente ein hervorragendes Angebot. Die Kosten für solche Internate übersteigen kaum den Betrag, der für den Unterhalt eines Kindes oder Jugendlichen zu Hause aufzuwenden ist. Dementsprechend können diese echten Eliteinternate sich ihre Schüler sorgfältig aussuchen. Auch hier gibt es noch genügend Probleme, die einfach dadurch entstehen, dass dort junge Menschen auf engem Raum zusammenleben, die zur gleichen Zeit die gleichen Entwicklungsschwierigkeiten durchleben. Aber Alko-Tester und Urinproben gegen Suff und Drogenkonsum braucht man dort nicht.

    Die intelligenten und wohlerzogenen jungen Menschen, die sich als „Stipendiaten“ in solche Institute wie Salem und Neubeuern locken lassen, können einem nur leid tun. Sie werden dort missbraucht, um das Leistungsniveau zu heben und den „Lazaretten für die armen Kinder reicher Leute“ ein besseres Image zu verschaffen. Denn auch die Wohlstandsverwahrlosten wollen ja keine Einrichtung besuchen, die in dem Ruf einer „Dummenschule“ oder eines Bootcamps für Schwererziehbare steht. Sie handeln nach Oscar Wildes zynischer Devise: „Einem Club, der mich aufnehmen würde, würde ich nie beitreten!“ So lässt man die Stipendiaten für das elitäre Image ackern. Und praktischerweise erledigen sie auch noch die lästigen Capo-Jobs als Schülersprecher, „Ess-Saal-Kapitän“ oder sonstige ungeliebten Aufpasser-Funktionen, denn sie müssen sich ja durch „besonderes Engagement“ ihre Stipendien verdienen. Die jungen Herren und Prinzessinnen aus reichem Haus machen derweil Party und lachen sich tot über ein paar ehrgeizige „Stipendis“, die sich vergeblich abstrampeln, um in die gesellschaftliche Oberschicht aufzusteigen.

    Internate wie Salem oder Neubeuern sind mittlerweile zum Traumziel für Geltungssüchtige und statusorientierte Jugendliche geworden, die mit einer gediegenen Schuladresse Eindruck schinden und ihre Vita aufwerten wollen. Was das für Charaktere sind, kann man an Fragestellern bei „Gute Frage“ ablesen, die sich nach dem „Ruf“ einer Internatsschule erkundigen, die sie selbst besuchen und sich dann outen: „Ich wollte nur mal hören, was Ihr davon haltet.“

    Kommentar von ellafuenfzehn ellafuenfzehn

    Sehr geehrter ULange, was Sie hier schreiben ist absolut unmöglich. Ich bin selber Schüler in Salem und weiß wie es hier zugeht. Keines ihrer Statements, die sie über das Internat Schloss Salem behauptet haben, trifft zu. In Salem gibt es überhaupt keinen Unterschied zwischen den Stipendiaten und den andren Schülern (Weder die Schulsprecher, noch der Ess-Saal-Kaptiän sind Stipendiaten). Jeder Schüler, ob Stipendiat oder nicht-Stipendiat engagiert sich für die Schule, manche mehr und manche weniger, doch es gibt keine zwei Gruppen von Schülern. Außerdem kann man nicht immer im Allgemeinen sagen, dass Stipendiaten gute Schüler sind! Die Stipendiaten werden weder missbraucht, noch sind sie immer die Klassenbesten. Ich finde ihre Ausdrucksweise unmöglich und vor allem unpassend. In einem gewissen Sinne schäme ich mich durch ihren Beitrag für meine Schule und für allem für sie. Wie können sie nur Dinge behaupten, die einfach nicht der Wahrheit entsprechen und nebenbei andere Leute zutiefst beleidigen? Ich finde es unverschämt uns in so einer Weise niederzumachen und fühle mich fast gekränkt. ("Lazaretten für die armen Kinder reicher Leute", "Wohlstandsverwahrlosten" und "Bootcamp für Schwererziehbare"). Ich bitte Sie darum sich für diese Vorwürfe und Beleidigungen zu entschuldigen. Bevor sie das nächste Mal solche Kommentare abgeben, wäre es sinnvoll, sich die Schule anzuschauen und mit den Schülern und Lehrern zu reden (die sich hier wohlfühlen und gerne hier sind).

    Mit freundlich Grüßen, eine in Salem glückliche Schülerin

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    Inwieweit unterscheiden sich günsitge Internate von teueren?
    Antwort von ULange ULange

    Hallo!

    Der Hauptunterschied zwischen preiswerteren und teuren Internaten liegt zunächst einmal nicht in der Qualität, sondern in den Möglichkeiten des Trägers, sich über andere Einnahmen als über die Elternbeiträge zu finanzieren. Internate katholischer Orden z.B. decken ihre Kosten teilweise aus Ordensvermögen, aus Gehaltsverzicht der Mitarbeiter oder anderen direkten und indirekten Bezuschussungsquellen (z.B. Klosterbrauerei und –gastronomie). Die von den katholischen Diözesen oder evangelischen Landeskirchen unterhaltenen Internate erhalten erhebliche Zuwendungen aus Kirchensteuereinnahmen. Staatliche Internate werden aus den Bildungs- oder Sozialetats bezuschusst.

    Kleine Klassen sind sicherlich ein Kostenfaktor, aber beileibe kein Qualitätskriterium. Der Satz „Je kleiner desto besser!“ hat sich in vielen Studien nicht bestätigen lassen und gehört daher zu den populären Irrtümern der Pädagogik.

    Weitere Informationen über die Webseite http://www.beepworld.de/members99/internate01/

    Viele Grüße U. Lange

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    Vergeben Internate Vollstipendien?
    Antwort von ULange ULange

    Hallo Sruemia,

    ergänzend noch ein Link auf die Webseite "Internate - je teurer desto besser?"

    http://www.beepworld.de/members99/internate01/

    Von dort gibt's noch einen Link auf die Seite "Die besten Internate".

    Gruß

    U. Lange

  • 1
    Vergeben Internate Vollstipendien?
    Hilfreichste Antwort von ULange ULange

    Hallo Sruemia,

    für hoch befähigte und darüber hinaus besonders engagierte Schülerinnen gibt es da bestimmt einen Weg. Wenn Sie z.B. den Internatsbesuch mit dem Reitsport verbinden wollen, würde sich Ihnen die Prinz-von-Homburg-Schule in Neustadt/Dosse empfehlen, die einzige Spezialschule für Reitsport in Deutschland. Hier käme für Sie (Schülerin der Oberstufe?) zwar wahrscheinlich nur noch das Angebot "Reiten im Rahmen des Sportunterrichts ab Klasse 11 bis 13" in Frage (Ausbildungsprogramm: Grundlegende reiterliche Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnisse in den Bereichen Dressur, Springen und Geländereiten, Fertigkeiten im Longieren. Ziel: breitensportliche, fundierte und vielseitige Ausbildung), aber immerhin.

    Für Landeskinder liegt der Internatspreis bei 170 Euro. Schüler aus anderen Bundesländern zahlen mehr, doch bestehen ja auch Bezuschussungsmöglichkeiten über Schüler-BAföG aufgrund der besonderen Konzeption der Schule.

    Es gibt natürlich auch viele andere sehr preiswerte staatliche Internate, die beste Standortbedingungen bieten. Besonders gut gefallen mir das Annette-von-Droste-Hülshoff Gymnasium in Meersburg am Bodensee sowie das Staatliche Landschulheim Schloss Marquartstein in Oberbayern.

    Abraten würde ich Ihnen von einem Voll- oder Teilstipendium in einer Schule "mit hoher Rolexdichte" (um es mal etwas verklausuliert auszudrücken). Hier werden die klugen und leistungsorientierten Bewerber nur missbraucht, um das Image der Schule für diejenigen aufzuwerten, die außer dem Geld der Eltern nichts vorzuweisen haben.

    Hier einige Zitate:

    Quelle: Karl-Heinz Heinemann: „Der feine Unterschied und seine Folgen – Bildungseliten und Elitenbildung in Deutschland“ (SWR2 Wissen, Sendung vom 30.10.2004): „Die Leistungsträger unter den Schülern, die sich in den sozialen Diensten engagieren, Schulsprecher sind oder im Schülerrat mitmachen, sind in der Regel Stipendiaten (!). Etwa ein Drittel der Schüler bekommt ein Stipendium. Sie werden sorgfältig ausgewählt. Wer jedoch voll zahlt, wird unbesehen genommen. Man wirbt um die „Vollzahler“, denn sie sichern den Bestand der Schule, und mit ihren Gebühren bringen sie auch die Kosten für die Stipendiaten auf. In puncto Leistungsverteilung ist es in Salem genau umgekehrt wie an anderen Schulen: Hier gibt es nicht die übliche Normalverteilung mit viel Durchschnitt, wenigen Spitzen und ein paar Versagern, sondern mehr Extreme: Hohe Leistungen und diejenigen, die durchgeschleppt werden müssen.“

    Quelle: www.uniprotokolle.de-Chat: Die besten Internate Deutschlands

    „Ich besuche zur zeit auch ein internat und glaubt mir, das war die schlechteste Entscheidung, die ich getroffen habe! Es ist einfach nur sauteuer und die meisten, die hier draufgehen, haben kaum etwas drauf. Viele hier hatten nach der 4. 'ne Empfehlung für die Haupt[schule], aber weil die Eltern viel Geld haben, können sie sich jetzt ganz stolz Gymnasiast nennen. Ihr ABI kriegen sie ja sowieso, egal wie die Noten sind... Sorry an alle Internatler, aber das ist mein Eindruck, den ich von Internaten und Privatschulen bekommen habe... und ich bin froh zu wissen, dass ich meine Kinder niemals auf eine Privatschule schicken werde!“

    Quelle: Berliner Zeitung vom 19.02.2008

    „An Schüler-Internaten, etwa Schloss Neubeuern, wird noch deutlicher, dass hier nicht die Leistungs- sondern die Geldelite gefördert wird. Für den Aufenthalt einschließlich Schulkleidung, Nebenkosten und Bücher zahlen Eltern rund 30.000 Euro pro Jahr, Taschengeld und Ausflüge gehen extra. Es gibt kleine Klassen, Einzelförderung und Hausaufgabenhilfe, trotzdem liegt der Abi-Durchschnitt bei knapp drei. Lehrer beklagen die "Wohlstandskrankheit" unter den Kindern, denen es angesichts steter finanzieller Sicherheit an Ehrgeiz und Motivation fehle. Sie schätzen die Schüler auch als eher selbstbezogen und unpolitisch ein. Die oft genannte Selbstsicht der Elite, die ihre Privilegien aus dem Mehr an Leistung und Verantwortung ableitet – hier funktioniert sie nicht. Warum nennt sich Neubeuern Eliteschule? Ein Schüler vermutet: Immerhin seien sie Kinder von Eltern, die es zu etwas gebracht hätten.“

    Quelle: Schulradar, 25.12.2008 „Daran ändern auch die paar Alibi-Stipendiaten nichts, die vielleicht wenig Geld haben aber nach ihren bisherigen Noten ausgewählt werden und sich dann allerdings oft über das erbärmliche intellektuelle Niveau speziell in der Mittelstufe wundern. Diese nicht "auf Salemer Mist gewachsenen", in der 10. oder 11. Klasse meist von einer öffentlichen Schule nach Salem gekommenen Schüler heben dann die Abischnitte noch zusätzlich.“

    Viele Grüße

    U. Lange

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    Gibt es in Deutschland Kunstinternate mit dem Schwerpunkt Zeichnen??
    Antwort von ULange ULange

    Da hätte ich eine aufschlussreichere Webseite für Dich, nämlich http://gratis-webserver.de/AVIB02 ! Dort findest Du z.B. folgenden Eintrag unter Verzeichnis Sachsen-Anhalt:

    Burggymnasium Wettin Burgstraße 5 06198 WETTIN Tel.: 034607-256 staatl. Gymnasium mit Kunstklassen n.-konf. Mädchen u. Jungen

    Das Verzeichnis Sachsen weist folgende Einrichtung aus: Clara-Wieck-Gymnasium Schlossplatz 1 08064 ZWICKAU Tel.: 0375-780200 Vertieft musikalisches Profil ab Kl. 5 (Aufnahmeprüfung) Musisches Profil (Darstellendes Spiel, Kunst und Musik) Kl. 8-10 (Eignungstest) Sprachliches Profil Kl. 8-10 Internat ab Klasse 7 n.-konf. Mädchen und Jungen

    Kostenlose Beratung gibt es bei der AVIB unter Tel.: 06645-918789 oder per Email unter AVIB_Ulrichstein@t-online.de.

    Viele Grüße U. Lange

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    Bringt es etwas aufs Internat zu gehen?
    Hilfreichste Antwort von ULange ULange

    Hallo maxilecroix,

    als langjähriger Internatsleiter muss ich Ihnen dazu folgendes sagen: Auf ein Internat zu gehen bringt nur dann etwas, wenn der/die Betreffende bereit ist, den Wechsel wirklich als Chance zu einem Neuanfang zu sehen und auch das eigene Verhalten selbstkritisch zu überprüfen. Internate sind keine „Wundermaschinen“, in die man Problemkinder zur einen Seite hineinschiebt, um sie auf der anderen Seite „runderneuert“ wieder in Empfang zu nehmen. Ein Neuanfang erfordert vor allem grundlegende Einstellungs- und Verhaltensänderungen. Veränderungsprozesse dauern zudem oft sehr lange. Die Entwicklungspsychologie kennt drei wesentliche Reifeschritte (etwa bei 3, 6 und 14,5 Jahren), deren adäquate Bewältigung ausschlaggebend ist für die Herausbildung eines „guten Charakters“. Fehlentwicklungen sind nach dem 14. Lebensjahr nur noch sehr schwer zu korrigieren (siehe die Untersuchungen des Bremer Verhaltensbiologen und Hirnforschers Gerhard Roth).
    Wenn ich hier lese, dass „Charakterschulung und Schulbildung“ im Internat „exzellent“ seien, (siehe baynrw93), so halte ich dies für eine nachgeplapperte Phrase. Recht hat dagegen „GoaSkin“, dass auch Internate denen nicht helfen können, die z.B. Drogen nehmen oder sich allgemein sozial nicht anpassen. Die Internate klagen allgemein, dass die ihnen anvertrauten Kinder und Jugendlichen immer schwieriger werden. So heißt es auf der Webseite des Niedersächsischen Internatsgymnasiums in Bad Harzburg: „Da die Zahl der Schülerinnen und Schüler, die aus problembelasteten und/oder wenig strukturierten Zusammenhängen zu uns kommen, ständig wächst, kommt der Betreuung durch einen festen und überschaubaren Mitarbeiterkreis, der sich aus Lehrerinnen und Lehrern der Schule sowie drei Heimmüttern zusammensetzt, größte pädagogische Bedeutung zu.“ Meine Beobachtung ist, dass die Mitarbeiter der Internate häufig mit den Schwierigkeiten ihrer Schutzbefohlenen überfordert sind. Fälle von schweren Persönlichkeitsstörungen nehmen in beängstigendem Maße zu. Hier sind Internate eindeutig überfordert. Wo es aber nur darum geht, in schwierigen Entwicklungsphasen die streitenden Parteien (sprich: Eltern und Kinder) für eine Weile zu trennen, kann sich ein Internatsaufenthalt sehr positiv auf das Familienklima auswirken.

    Viele Grüße Ula

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    Kennt jemand gute Reitschulen/Internate in Thüringen& Sachen oder so was?! [Beschreibung hilft :D]
    Antwort von ULange ULange

    Hallo Sahhz,

    die einzige Schule mit Reitsportangebot und Internat(en) im ostdeutschen Raum ist die Prinz-von-Homburg-Schule in Neustadt/Dosse (Landkreis Ostprignitz-Ruppin in Brandenburg). Es handelt sich hier um eine Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe, die Schülern aller Schulformen offen steht. Die Schul-URL lautet http://www.homburgschule.de/.

    Der Schulbesuch ist kostenlos (öffentliche Schule). Um allerdings an bestimmten Angeboten der Reitsportausbildung teilnehmen zu können, muss man ein eigenes Pferd mitbringen, dessen Unterbringung nach meiner Kenntnis 200 Euro monatlich kostet.

    An Internaten stehen eine private Einrichtung (Internat Schloss Spiegelberg, Wohnheim für Reitschüler der Prinz-von-Homburg-Schule und Gästehaus für Eltern und andere Interessenten) und das wesentlich größere kommunale Wohnheim „Mühle Spiegelberg“ zur Verfügung.

    Das private Internat (sehr schön nahe der Altstadt und der Gestütsanlage gelegen) bietet 20 Wohnheimplätze in 10 Appartements. Zwei-Bett-Zimmer sind die Regel, Einzelzimmer gegen Aufpreis aber möglich. Jede Wohneinheit ist mit Dusche/WC ausgestattet. Es gibt eine Art „Familienleben“. Die Mahlzeiten werden gemeinsam eingenommen. Frühstück und Abendessen werden in der internatseigenen Küche zubereitet. Das Mittagessen kann in der Schule eingenommen werden (Ganztagsschule). Für die Aufbewahrung von Reitutensilien steht ein separater Raum mit abschließbaren Schränken zur Verfügung. Im eingezäunten Innenhof befindet sich ein kleineres Holzgebäude, dass zum sicheren Abstellen eventuell mitgebrachter Fahrräder genutzt werden kann. Das Mitbringen eigener Pferde ist möglich. Das Internat hilft bei der Suche nach einem Mietstall in Neustadt oder in der unmittelbaren Umgebung. Die Betreuung der Wohnheimbewohner wird durch entsprechend ausgebildetes Fachpersonal ständig gewährleistet. Es eignet sich deshalb auch für jüngere Schüler(innen). Bei reitsportlichen Veranstaltungen ist das Internat auch an Wochenenden geöffnet. Die monatlichen Kosten liegen bei günstigen 500,00 EUR (Zweibettzimmer) bzw. 675,00 EUR (Einzelzimmer). Hinzu kommen Verpflegungskosten (Frühstück/Abendbrot) von 5,00 EUR pro Tag. SchülerInnen mit Hauptwohnsitz im Land Brandenburg zahlen für die Unterbringung sogar nur 170 EUR monatlich zzgl. Verpflegung.

    Die „Mühle Spiegelberg“ liegt in dem barocken Schlosspark auf dem Spiegelberg und ist ein mit allem modernen Komfort saniertes Industriedenkmal. Das Betreuer-Team besteht aus einer Wohnheimleiterin, zehn Erzieherinnen, vier Servicekräften, Reinigungspersonal und einem Hausmeister. Um eine individuelle Betreuung zu ermöglichen, sind die Schüler in vier Etagen-Gruppen eingeteilt. Für jede Gruppe stehen zwei Erzieherinnen als direkte Ansprechpartner zur Verfügung. Aufnahme ab Klasse 7.

    Die Versorgung mit Frühstück und Abendbrot erfolgt über eine Catering-Firma. Das Mittagessen kann von Montag bis Freitag in der Schule eingenommen werden. Am Samstag und Sonntag kann das Mittagessen bei der Catering-Firma geordert weren. Außerdem stehen auf jeder Etage des Wohnheims kleine Teeküchen zur Verfügung. Ein Wohnheimplatz kosten 590 Euro ohne Verpflegung.

    Die Wohnheimbewohner kommen aus allen Bundesländern Deutschlands und aus dem Ausland. Es besteht eine gute Bahnverbindung (Züge in Richtung Hamburg und Berlin im Stundentakt).

    Grüße U. Lange

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    Billige Internate in Baden Württenberg?
    Antwort von ULange ULange

    Hallo Julia,

    Sie werden es gemerkt haben: Unsere Liste der preisgünstigsten Internate bis 600 Euro (siehe der Link von uschischicki) ist mittlerweile doch etwas veraltet. Viele der dort aufgeführten Internate dürften für Sie auch deshalb nicht in Frage kommen, weil die schulische Unterstützung dort auf die Bedürfnisse von Schüler(innen) zugeschnitten ist, deren Noten mindestens im mittleren Bereich liegen, so dass sie weitgehend ohne fremde Hilfe zurecht kommen.

    Ich stimme „uschischicki“ unbedingt zu, was die Unterscheidung von „billig“ und “günstig“ angeht. Preiswerte staatliche oder kirchliche Internate wenden pro Belegplatz in aller Regel nicht weniger Mittel auf (ca. 1200-1400 Euro monatlich!) als wesentlich teurere Internate. Nur werden diese Kosten eben nicht an die Eltern/Schüler weitergegeben, sondern aus (Kirchen-)Steuermitteln subventioniert. Dieses geschieht nicht aus Mildtätigkeit, sondern entspricht dem sog. „Sonderungsverbot“ des Grundgesetzes. Danach dürfen private Schulen vom Staat nur dann zugelassen werden, wenn sie für Kinder und Jugendliche aller (Einkommens-)Schichten zugänglich (= bezahlbar) sind und damit eine Sonderung der Schüler nach den Besitzverhältnissen der Eltern nicht gefördert wird. Institute wie Salem mit jährlichen Elternbeiträgen von über 30.000 Euro sind von daher – trotz der auch dort gewährten Kostenermäßigungen und Stipendien – eindeutig verfassungswidrig. Dies lässt sich an Urteilen des BVG klar nachweisen, doch muss man leider feststellen, dass das Sonderungsverbot „in der Anerkennungspraxis der Bundesländer nicht Ernst genommen“ wird, wie es in einem Urteil des Finanzgerichts Köln zur steuerlichen Absetzung der Kosten von Internatsschulen (FG Köln, Az.:10 K 7404/01) zutreffend heißt.

    Ich möchte in diesem Zusammenhang aber „latifa“ in Schutz nehmen, die glaubt, die Begriffe „Internat“ und „billig“ seien unvereinbar. Dies ist zwar – unter Berücksichtigung des zum Thema „billig“ Gesagten – falsch (siehe hierzu auch meine Webseite http://www.beepworld.de/members99/internate01/ ), entspricht aber genau der Werbestrategie teurer Internatsschulen und gewerbsmäßiger Internatsvermittler, die diese Institute gegen horrende Provisionszahlungen „empfehlen“. Besserverdienenden Eltern soll dadurch mit Hilfe vieler Falschmeldungen in den Medien eingeredet werden, nur teure Internate seien „gut“, weil sie gegenüber den preiswerteren einen „Mehrwert“ böten („Schöner lernen im Palazzo Prozzo“). Dass dies einfach nicht stimmt und die Besten (Eliteinternate) gerade unter den Preiswertesten zu finden sind, lässt sich anhand vieler Beispiele belegen (einfach mal googeln und auf die Seiten von AVIB und ZFI achten!).

    Für Sie, Julia, wäre ganz wichtig, ein Realschulinternat zu finden, das Ihnen kurz vor dem Abschluss noch mal ein ordentliches Coaching gibt. Vielleicht sollten Sie im Hinblick auf den Standort ein wenig flexibel sein. Wenn man im nördlichen Teil Baden-Württembergs wohnt, kämen vielleicht auch Rheinland-Pfalz und Hessen in Frage, zwei nicht ganz so „schulstrenge“ Bundesländer. Viele Internatsleiter (war selbst mal einer) haben ein Herz für Jugendliche, die von zu Hause wenig Unterstützung erhalten und versuchen, mit viel Eigeninitiative ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Wenn Sie genau diesen Eindruck vermitteln können, öffnet eine persönliche Vorstellung manche Türen. Aus Platzgründen kann ich Sie nur auf die gemeinnützige Internatsberatung der AVIB e.V. verweisen (einfach so als Suchbegriff eingeben). Die Beratung ist kostenlos.

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    gibt es heute noch internate, in denen man nur in den ferien heim kann?
    Hilfreichste Antwort von ULange ULange

    Hallo Marie,

    viele Internate bemühen sich heute um Schüler aus dem Ausland, etwa aus Asien, Osteuropa oder Südamerika. Andere nehmen Kinder und Jugendliche z.B. aus Afrika auf, die als unbegleitete Flüchtlinge Asyl suchen. Solche Einrichtungen müssen natürlich eine durchgängige Betreuung auch an den Wochenenden und teilweise sogar in den Ferien anbieten. Auch wenn in bestimmten Internaten eigentlich kürzere Heimreiseintervalle vorgesehen sind, gibt es häufig Ausnahmeregelungen oder private Absprachen, die eine Betreuung von SchülerInnen, die an den Heimreiseterminen nicht zu ihren Familien fahren können, sichern. Teilweise haben Internatsschüler aus dem Ausland, z.B. Kinder von deutschen Auswanderern oder im Ausland arbeitenden Deutschen, noch Verwandte oder gute Bekannte in Deutschland, die im Bedarfsfall die Betreuung an den Heimreisewochenenden übernehmen können.

    Viele Grüße

    U. Lange

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