Die Gefahr, sich beim Fauststoß böse die Hand zu verletzen ist nicht gerade gering, schließlich brechen sich Boxer, obwohl bandagiert, gerne einmal die Handknochen. Allerdings sollte ja in Kampfsport auch nicht 10 x 3 Minuten auf einander eingedroschen werden, dauert ein Kampf länger als eine Minute macht der klassische Kampfsportler etwas falsch ;-)
Zur Abhärtung der Fäuste (eigentlich ja der auftreffenden Knöchel) empfiehlt sich ein Steigerungsprogramm.
Anfangen kannst Du mit Liegestützen auf den Knöcheln (breite Liegestütz für die Knöchel von Zeige- und Mittelfinger, enge für die unteren drei Knöchel, abwechselnd). Hier beginnst Du mit weichen Materialien als Untergrund und steigerst dann langsam (also mit Teppich anfangen, dann Rasen, dann Beton). Nach geraumer Zeit (ca. 3 - 6 Monate, je nach Intensität) kannst Du dann auch noch im Liegestütz "springen", also Dich nach oben schnellen und dann wieder mit den Knöcheln abfangen. Das sollte die Knochenstruktur verstärken.
Bitte beachten: Die härtesten Knöchel nutzen nichts, ohne die entsprechende Kraft im Handgelenk, es darf beim Schlagen nicht abknicken, sonst bricht es leicht. Daher immer auch an verschieden harten Sandsäcken die gesamte Schlagkraft steigern, mit der Zeit merkst Du, wie Du die Muskulatur anspannen musst, um die Hand im richtigen Winkel zu fixieren. Viel Spass beim Trainieren.
Diese Frage muss gesplittet werden, denn sie ist nur in zwei Dimensionen zu beantworten. Zum einen könnte damit gemeint sein, welches ist der stärkste Kick, den der Körper ausführen kann. Andererseits kann damit auch gemeint sein, welcher Kick hat die größte Trefferwirkung beim Gegner.
Nach meinem physikalischen Verständnis sollte der gerade Kick mit dem hinteren Bein die stärkste Waffe des eigenen Körpers sein. Bei diesem Tritt kommen maximale Beschleunigung (durch den langen Weg des hinteren Beins) und minimale Ablenkung (dies ist die Strecke, für die die Gelenke des Beines angelegt sind, im Prinzip ja ein völlig übersteigerter gerader Schritt) zusammen.
Wenn man allerdings die härteste Trefferwirkung beim Kampf betrachtet, dann gibt es einige sehr wirkungsvolle Treffer, die nicht durch diesen geraden Kick verursacht werden. Der empfindlichste Punkt auf der Zentrallinie ist neben dem Kehlkopf tatsächlich das männliche Geschlechtsteil, wer schon mal "eine auf den Sack" bekommen hat, weiss, wie furchtbar die Schmerzen sind. Ausserhalb davon wäre es für mich (in dieser Reihenfolge): Low-Kick gegen den Oberschenkel (Pferdekuss), Seitwärtstritt gegen Knie, Schienbein, Oberschenkel, gerader Tritt in den Bauch und alle Rounhouse Kicks oder Drehungskicks zum Kopf (schwer zu plazieren, aber sehr sehr wirkungsvoll). Hoffe geholfen zu haben. LG
Hallo, sicherlich weisst Du, dass Du den Kampfsport nicht aus Büchern lernen kannst. Selbst Videoprogramme helfen nach meiner Meinung nur Feinheiten zu verbessern, oder um als erfahrener Kampfsportler einmal in neue Techniken oder Kampfsportsysteme "hereinzuschmecken".
Allerdings ist man gerade als Anfänger hungrig nach Informationen und daher habe ich einige Buchempfehlungen für Dich. Diese Bücher haben mir viel Spass gemacht, ein hoher Informationsgehalt und Unterhaltung.
Solltest Du Dich für Kampfsport im Allgemeinen interessieren, dann sc hau doch einmal beim Tessloff-Verlag unter der "Was ist was"-Reihe (jaja, ich weiss, dass sind eigentlich Kinderbücher, aber eben sehr informativ und durch die Bebilderung sehr lebendig). Hier gibt es einen Band Kampfsport, sowie einen Band Samurai (kommt darauf an, was für einen Kampfsport Du machst).
Obwohl ich Keith Kernspecht (vom European Wing Tsun Kung Fu) eher kritisch betrachte, ist für mich sein Buch: "Über den Zweikampf" eines der besten, dass ich je gelesen habe. Natürlich werden WT Besonderheiten extrem gelobt und in den Vordergrund gestellt, aber eine Besonderheit wie die Gleichzeitigkeit von Angriff und Verteidigung gibt es eben nicht nur bei WT, sondern auch in anderen Stilen, wie zum Beispiel meinem vielgepriesenen Krav Maga. Die wissenschaftliche Aufbereitung des Buches war für mich extrem lesenswert.
Ansonsten empfehle ich einfach bei amazon unter Kampfsport Solotraining nachzusehen, da gibt es einiges Interessanten, such Dir raus, was Dich anspricht und checke dann die Leserbewertungen.
Viele Grüße
Hallo, es kommt wieder einmal darauf an, was Du mit gefährlich meinst. Ich splitte daher einmal die Gefährlichkeit auf in die folgenden Bereiche: Härte und Durchhaltevermögen, systemische Vorteile und Kompromisslosigkeit.
Bei der Härte liegen mit Sicherheit die Boxer und Thaiboxer sehr weit vorne, denn hier wird "real" trainiert. Mein persönlicher Favorit sind aber dann doch die MMA Fighter (Mixed Martial Art = Cagefight), denn hier werden bei einem realistischen Kampf mehrere Kampfsportarten kombiniert (Bras. JuJutsu, Thaiboxing, Boxen, Ringen, etc.)
Systemische Vorteile bedeuten, dass es Vorgehensweisen gibt, die diesen Kampfsport besonders gefährlich machen. Hier führe ich Wing Tsun (Angriff und Gegenangriff gleichzeitig = eine Taktung weniger als der Gegner) und Krav Maga (ebenfalls Gleichzeitigkeit). Ebenfalls ein überlegenes System: Brasilianisches Ju Jutsu, denn hier wird extrem geschickt gegen die Gelenke des Gegners gearbeitet, wer davon keine Ahnung hat, unterliegt praktisch immer.
Thema Kompromisslosigkeit: Mein heiss geliebtes Krav Maga (alles was bei anderen "Sport"-Arten verboten ist (Augen, Kehlkopf, Hoden etc.) ist hier aus Selbstverteidigungsgründen Primärziel (wird also als erstes angegriffen).
Außerdem gibt es noch eine Messer-Kampf-Art (meines Wissens nach von den Phillipinen) Pankrat Silat und wenn ich mir da die Videos auf Youtube ansehe, bekomme ich jedesmal feuchte Hände, weil die Jungs wirklich FIES sind ;-)
Abgesehen davon kommt es immer auf die Personen an, die kämpfen.
Hoffe geholfen zu haben, viele Grüße
Schau doch mal bei Aikido rein, die legen sehr viel Wert auf die Verbindung von Geist und Körper. Allerdings wirst Du dann das Krafttraining seperat machen müssen, weil ja genau damit geworben wird, dass in diesem Kampfsport die Technik über die rohe Kraft siegt.
Zum Thema "perfekter Faustschlag" fallen mir zwei Möglichkeiten ein:
Zum einen gibt es den berühmten One-inch-punch (den zum Beispiel Bruce Lee gerne auf Veranstaltungen vorgeführt hat). Dabei wird darauf geachtet, dass der antagonistische Muskel (Bizeps), der dem schnellen Strecken des Armes entgegensteht, entspannt bleibt. Anders ausgedrückt, wenn Du beim Schlag den gesamten Arm anspannst, bremst der Bizeps die Geschwindigkeit und Wucht. Im Wing Tsung wird diese Technik trainiert und mit einiger bewußter Konzentration lernt man, den Bizeps zu entspannen. Das bedeutet, dass man auch auf sehr kurze Distanz schnell und hart treffen kann.
Das zweite ist der sogenannte "Falling-Step-Punch", das bedeutet, dass man im Schlag einen Schritt nach vorne geht, so dass das Auftreffen der Faust und das Aufsetzen des Fusses zeitgleich passieren. Dadurch wird erreicht, dass die gesamte Körpermasse hinter den Schlag gelegt wird, eine Vergrößerung von Wucht und Impact ist die Folge (falling-Step-punch kann man gut am Sandsack trainieren, Du wirst spüren, wenn der Einschlag "richtig" ist).
Hoffe geholfen zu haben. Viel Spass beim Training
hui ausführlich ^^ vielen dank!
dieser one-inch-punch ist ja wirklich interessant (insb. die betrachtung der physikalischen voraussetzungen und potenziale)..
Die Frage ist, was Du mit dem Kampfsport erreichen willst. Wenn Du nicht auf Judo stehst wegen der vielen Würfe, dann stehst Du vielleicht nicht so auf Anstrengung und Schwitzen. Der Fitness Faktor von Judo ist hoch, deshalb ist es (dennoch oder gerade deswegen) sehr zu empfehlen.
Eine Variante davon ist das Brasilian JuJitsu, falls das bei Dir in der Nähe angeboten wird. Der Vorteil dabei: Da Brasilien JuJitsu sehr über Hebel und Arbeit gegen die Gelenke wirkt, kann hier auch ein Mensch, der klein ist, oder sehr wenig Kraft hat ein gutes Selbstverteidigungsergebnis erzielen.
Aikido kann sowohl hart als auch "weich" betrieben werden, es ist ein gutes System mit "philosophischem Hintergrund", d.h. Ziel ist hier eine innere Gelassenheit und Ruhe zu erreichen, welche eine Ausstrahlung bewirken, die zur Folge hat, dass Dich einfach gar niemand mehr angreifen will.
Den höchsten Selbstverteidigungswert mit der geringsten Anstrengung hat wahrscheinlich Wing Tsun Kung Fu. Dies wurde im chinesischen "Mittelalter" von einer Frau erfunden, das bedeutet, dass hier vor allem die Kraft des Gegners gegen ihn eingesetzt wird, ähnlich wie im Judo, nur eben im Stehen in allen Bereichen. Für mich einziger Nachteil: Die WT Anhänger verteidigen ihr System mit missionarischer Energie (Das einzig Wahre, wir sind die Besten, etc.) und sind daher nicht offen für andere Aspekte oder Verbesserungen. Außerdem habe ich mir sagen lassen, dass es mittlerweile recht teuer geworden ist (aber das ist natürlich relativ)
Solltest Du mehr am Spass und spielerischem Vergnügen interessiert sein, dann ist vielleicht Capoeira das Richtige für Dich. Dieser "Kampftanz" stammt aus Brasilien und wurde eigentlich von den damaligen Sklaven verwendet, um heimlich Kampfsport zu trainieren, was ihnen als Sklaven verboten war. Daher sind Musik, Rythmus und tänzerische Bewegungen wichtige Faktoren im Kampf.
Meine Empfehlung, schau einfach einmal bei Youtube rein, gib die einzelnen Begriffe ein und schau Dir ein paar von den Videos an, dann bekommst Du schnell einen Eindruck und damit eine Entscheidungshilfe. Hoffe geholfen zu haben, viel Spass beim Training, Kampfsport ist eine tolle Sache und auf jeden Fall die Zeitinvestition wert.
Hi, wenn Du 3 x die Woche ins Studio gehst, dann wende Dich an einen der Trainer, der soll Dir die besten Dehnübungen zeigen. Ich gebe deshalb keine Empfehlung für bestimmte Übungen, weil es ganz besonders auf die korrekte Ausführung ankommt, ansonsten kann man sich schnell mal zerren, oder noch schlimmer, Gelenke oder Knochen schädigen (Es gibt beispielsweise im TaekKwonDo ein Gerät, bei dem die Beine mechanisch über eine Kurbel immer weiter aufgespreizt werden, bei diesem Folterinstrument schlägt jeder Orthopäde die Hände über dem Kopf zusammen!). Wichtig dabei ist, dass die Position so ca 20 Sekunden gehalten wird, dann bemerkst Du die Effekte schnell und nachhaltig. Selbstverständlich zeigen diese Übungen Wirkung. Es ist wie immer im Leben: Es wird langsamer gehen als Du hoffst, aber schneller als Du befürchtest (Wahrscheinlich kennst Du den Effekt vom Kraftsport, man fängt an auf breiteren Lat zu trainieren, und es geht scheinbar gar nix vorwärts, und dann ein halbes Jahr später spricht Dich Deine Freundin im Schwimmbad an uns sagt: Baby, wenn wir Dir jetzt noch eine Leine um die Hüfte binden, können wir Dich bei starkem Wind als Drachen steigen lassen :-) ). Viel Spass beim Training
Hallo, ohne mich allzunahe mit yqd beschäftigt zu haben, zeigt der Blick auf die Website schon einige (un-)interessante Parallelen zu Wing Tsun Kung Fu auf (Fußtritt, Fausstoß + Tan Sao etc.).
Für mich sieht es so aus, als ob da jemand von WT weg ist und sein eigenes Ding machen will. Das ist allerdings reine Spekulation.
Jetzt zu den Fakten. Boxer sind extrem schwierige Gegner, denn genauso wie Muai Thai, Kickboxen, und MMA (Mixed Martial Arts, also umgangssprachlich Cage Fights) sind es "ehrliche" Sportarten, bei dem eben nicht nur theoretische Technik, sondern tatsächliche Härte im Austeilen und Einstecken gezeigt und trainiert wird.
Genau diese Härte aber ist es, die bei der Selbstverteidigung der entscheidende Faktor ist, denn der Gegner hält sich u.U. an keinerlei Regeln und greift vielleicht einfach mit einem herumliegenden Aschenbecher an. Da hilft dann auch keine Weichheit mehr (Ich finde das Beispiel von dem "weichen Wasser, dass sich an alles anpassen kann und dennoch durch Stein schneidet" einfach lähmend, denn das Wasser hat dafür 10 Millionen Jahre Zeit!).
Vielleicht weisst Du um die UFC (Cage Fight) Kämpfe, da wird mittlerweile richtig Geld verdient, also sollte es doch ein Anreiz sein für alle Stile, sich dort zu bewähren, denn nicht nur dass ich mein Kampfsystem ehren kann, es gibt auch noch tolle Knete. Dennoch sieht man im Käfig niemals einen KungFuKämpfer im Kranichstil, einen Drunken Master oder etwas in dieser Richtung.
Die effektivsten Kampfstile (eben hinsichtlich Selbstverteidigung) sind die, die im Käfig angewandt werden: Ringen oder Brasilian JuJutsu (für den Bodenkampf), Kickboxen und Muai Thai (Knie, Ellenbogen und Tritte) und eben Boxen für die Härte, Schnelligkeit und Reflexe. Alles andere ist als Sport toll und sieht auch in Filmen einfach prima aus, aber eben nur dort.
Meine Empfehlung (wie immer) Krav Maga. Geh doch mal auf youtube und schau Dir die unterschiedlichen Stile an, dann kannst Du Dir ein Bild machen. Krav Maga Gruß: Don´t get hurt!
Seirioku am 27. Juni 2009 10:03 Dann kannst du auch noch Kyokushinkai Karate dazuzählen ( Vollkontakt ohen Schutzausrüstung (nur Tief und Mundschutz)
Hallo, ich habe 1976 mit WT angefangen, und war damals vom "Kung Fu" begeistert. Einige der Aspekte sind auch wirklich sehr effektiv (Gleichzeitigkeit von Abwehr und Angriff, Angriffsziele entlang der Centrallinie (Augen, Nase, Kehlkopf, Genitalien)) und damit für Selbstverteidigung gut geeignet.
Allerdings durfte ich damals auch Keith Kernspecht (der Alleröberste im dt. WT) kennenlernen und diesen Menschen würde ich vorsichtig als "polarisierend" (manche finden ihn toll, andere können ihn überhaupt nicht leiden (ich gehöre zur 2. Gruppe)beschreiben.
Als ich mit WT anfing, wurden mit einer Prüfung gleich mehrere Inhalte abgeprüft, heute macht man für jeden Pfurz eine Prüfung (= mehr Einnahmen für den Prüfenden). Einer der Fortgeschrittenen zeigte mir am Langstock eine (1!) Bewegung und sagte: "Schau her, dafür habe ich über 1000 Mark bezahlt."
Von der Struktur her gefällt mir der Aufbau der Organisation nicht, denn er erinnert mich persönlich stark an einen Strukturvertrieb: Es werden Gebiete verkauft, in denen dann kein anderer Trainer WT anbieten darf, es wird viel Geld bezahlt, bis man eigene Trainer ausbilden darf, eine Struktur gebiert wieder Unterstrukturen, etc, das WT-Schloss-Anwesen in Heidelberg, den Ferrari und den Hubschrauber gibt es halt nicht umsonst.
Ebenso stört mich die fast schon sektenhafte Selbstwahrnehmung des eigenen Stils ("WT ist das beste System der Welt, viel besser als alle anderen Stile, aber auch viel besser als Wing Chung, Ving Tsun, Ving Chung und so weiter", gähn).
Insgesamt gesehen also sicherlich effektiv, aber mit vielen negativen "Nebenwirkungen", versuch mal Krav Maga, super-effektiv, knallhart in der Selbstverteidigungsanwendung, aber dennoch "bescheiden" geblieben (zum Weiterkommen keine Prüfungen notwendig, Selbstbeschreibung: Wir sind ein offenes System und lernen beständig dazu, es geht immer um die Kämpfenden und nicht ums System aber wir erhöhen die Wahrscheinlichkeit des Überlebens in kritischen Situationen).
Hoffe geholfen zu haben, viele Grüße