Ursprünglich war der Begriff „Drittes Reich“ religiös bzw. geschichtsphilosophisch. Politisch wurde dann mit Bezug auf Deutschland zunächst ein in der Zukunft erhofftes Reich gemeint. Der Ausdruck ist für Deutschland 1933 - 1945 (Deutschland unter nationalsozialistischer Herrschaft) verwendet worden und kommt auch seitdem als geläufiger Ausdruck vor. Allerdings ist „Drittes Reich“ niemals eine offizielle Bezeichnung gewesen.
Beim Staatsgebiet hat es territoriale Veränderungen gegeben, darunter auch völkerrechtswidrige. 1935 kam das Saarland hinzu (Abstimmung), 1938 Österreich (Anschluss nach Einmarsch) und das Sudetenland (Münchner Abkommen), 1939 die Resttschechei (militärische Besetzung) als „Protektorat Böhmen und Mähren“, das Memelland (Staatsvertrag mit Litauen) und von Polen umfangreiche Gebiete (so wurden „Danzig-Westpreußen“ und „Wartheland“ neue Reichsgaue), 1940 Eupen- Malmedy und einige weitere vorher zu Belgien gehörende Gebiete.
Andere eroberte Gebiete kamen unter Militärverwaltung oder Zivilverwaltung (oft als „Reichskommissariat“).
Seit 1943 gab es die offizielle Bezeichnung „Großdeutsches Reich“, die schon ab 1938 mit dem Hinzukommen Österreichs verwendet worden war (als kurzer Ausdruck „Großdeutschland“). Es gab die Absicht, das Reichsgebiet noch weiter auszudehnen (die völlige Eingliederung von Luxemburg und Elsass-Lothringen war beispielsweise geplant, aber auch nach anderen Richtungen, vor allem nach Osten, gab es Eroberungs- und Annexionsabsichten). Formell eingegliederte Gebiete waren Bestandteil des „Deutschen Reiches“ bzw. „Großdeutschen Reiches“.
Das Gedicht von Erich Kästner enthält Reflexion, aber philosophische Gesichtspunkte sind dabei höchstens schwach ausgeprägt vorhanden, in erster Linie handelt es sich um Gesellschaftskritik.
Friedrich Schiller
Weisheit und Klugheit (1795)
Willst du, Freund, die erhabensten Höhn der Weisheit erfliegen,
Wag es auf die Gefahr, daß dich die Klugheit verlacht.
Die kurzsichtige sieht nur das Ufer, das dir zurückflieht,
Jenes nicht, wo dereinst landet dein mutiger Flug.
Die Weltweisen (1795)
Der Satz, durch welchen alles Ding
Bestand und Form empfangen,
Der Kloben, woran Zeus den Ring
Der Welt, die sonst in Scherben ging,
Vorsichtig aufgehangen,
Den nenn ich einen großen Geist,
Der mir ergründet, wie er heißt,
Wenn ich ihm nicht drauf helfe –
Er heißt: Zehn ist nicht Zwölfe.
Der Schnee macht kalt, das Feuer brennt,
Der Mensch geht auf zwei Füßen,
Die Sonne scheint am Firmament,
Das kann, wer auch nicht Logik kennt,
Durch seine Sinne wissen.
Doch wer Metaphysik studiert,
Der weiß, daß, wer verbrennt, nicht friert,
Weiß, daß das Nasse feuchtet
Und daß das Helle leuchtet.
Homerus singt sein Hochgedicht,
Der Held besteht Gefahren,
Der brave Mann tut seine Pflicht
Und tat sie, ich verhehl es nicht,
Eh noch Weltweise waren;
Doch hat Genie und Herz vollbracht,
Was Lock' und Descartes nie gedacht,
Sogleich wird auch von diesen
Die Möglichkeit bewiesen.
Im Leben gilt der Stärke Recht,
Dem Schwachen trotzt der Kühne,
Wer nicht gebieten kann, ist Knecht,
Sonst geht es ganz erträglich schlecht
Auf dieser Erdenbühne.
Doch wie es wäre, fing der Plan
Der Welt nur erst von vornen an,
Ist in Moralsystemen
Ausführlich zu vernehmen.
»Der Mensch bedarf des Menschen sehr
Zu seinem großen Ziele,
Nur in dem Ganzen wirket er,
Viel Tropfen geben erst das Meer,
Viel Wasser treibt die Mühle.
Drum flieht der wilden Wölfe Stand
Und knüpft des Staates daurend Band.«
So lehren vom Katheder
Herr Pufendorf und Feder.
Doch weil, was ein Professor spricht,
Nicht gleich zu allen dringet,
So übt Natur die Mutterpflicht
Und sorgt, daß nie die Kette bricht
Und daß der Reif nie springet.
Einstweilen, bis den Bau der Welt
Philosophie zusammenhält,
Erhält sie das Getriebe
Durch Hunger und durch Liebe.
In der Frage fehlt ein Hinweis, worauf sich die Analyse bezieht: eine einzelne Dichtung, alle Dramen oder sein Gesamtwerk einschließlich theoretischer Abhandlungen.
Bei der Überschrift ist der Bestandteil „Wissens-„ seltsam. Ist Wissen gemeint oder Willensfreiheit?
Im Drama „Die Räuber“ steckt viel Freiheitspathos im Stil von Sturm und Drang. Es geht um das Verhältnis von Individuum auf der einen und Gesetz und Gesellschaft auf der anderen Seite. Der rebellierende Karl Moor erweckt Sympathien, doch verirrt er sich auch bei seinem Idealismus in einem von Empfindung geprägten Extrem. Einfach seinen Gefühlen freien Lauf zu lassen oder beliebig handeln zu können, wird von Schiller nicht für völlig richtig gehalten. Ein materialistischer Nihilismus, wie ihn der Bruder Franz Moor in einem entgegengesetzten Extrem zynisch-kalten Verstandes darstellt, wird abgelehnt.
In „Wilhelm Tell“ findet ein Freiheitskampf statt. Widerstandrecht und Tyrannenmord sind wichtige Motive. Dafür gibt es eine Berufung auf ein Naturrecht. Bei der Durchsetzung soll aber auf Übertreibung verzichtet und nicht zügellos gehandelt werden.
In „Don Karlos“ handeln Menschen unter den beschränkenden Bedingungen einer Gesellschaft mit einem Mangel an Freiheit. Problematisiert wird auch, wie ein angestrebtes Gesellschaftsspiel mit mehr Freiheit dazu führen kann, Individuen und ihre Gefühle diesem Ziel unterzuordnen.
Friedrich Schiller hat den Willen für sehr bedeutend gehalten. Nach seiner Auffassung gehörte es zur Wesensbestimmung des Menschen, über einen freien Willen zu verfügen. Bei einem Bezug zu Philosophie sollte ein Hinweis auf Immanuel Kant enthalten sein, dessen Gedanken Schiller aufgenommen hat. Nach Kant gibt es neben der Kausalität nach Gesetzen der Natur noch eine Kausalität durch Freiheit. Die Naturgesetze herrschen in der Welt der Erscheinungen. Ein freier Wille existiert in der intelligiblen Welt, einem Bereich des Denkens der Vernunft und des ethischen Sollens.
Friedrich Schiller hat in den Kallias-Briefen nach einer objektiven Seite der Schönheit gesucht. Auf ästhetischem Gebiet komme es bloß darauf an, ob ein Gegenstand frei erscheine. Das Schöne versteht er als Freiheit in der Erscheinung (Autonomie).
In seiner Schrift über „Anmut und Würde“ bezieht er sich auf eine doppelte Bestimmung des Menschen als Sinneswesen und geistiges Wesen. Zusätzlich gebe es den Willen, der die Wahl hat, sich nach den Gesetzen der Natur oder den Gesetzen der Vernunft zu richten. In den Briefen „Über die ästhetische Erziehung des Menschen" versucht er eine Harmonie von Sinnlichkeit und Verstand zu entwickeln, wobei der Spieltrieb sinnliche Triebe und Formtriebe verbindet. Die Schönheit ermöglicht nach seiner Auffassung den Übergang vom Empfinden zum Denken. Im ästhetischen Zustand, der ausgewogen ist, könnten Menschen Freiheit erleben und wenn genügend Menschen sich dahin entwickeln, würden Staat und Gesellschaft zu einem Raum der Freiheit.
Eine Strophe aus dem Gedicht „Die Worte des Glaubens“ zeigt, wie Friedrich Schiller Freiheit bejaht:
„Der Mensch ist frei geschaffen, ist frei,
Und würd’ er in Ketten geboren.
Laßt euch nicht irren des Pöbels Geschrei,
Nicht den Mißbrauch rasender Thoren!
Vor dem Sklaven, wenn er die Kette bricht,
Vor dem freien Menschen erzittert nicht!“
Darin ist eine Distanzierung von dem, was er als Willkür, Beliebigkeit und Exzesse mit Raserei einschätzt, enthalten. Freiheit wird mit einer Moralischen Ordnung verbunden (Freiheit, Tugend und Gott/heiliger Wille sind die Leitbilder).
Ob die Hauptthese richtig ist, kann ohne genaueren Bezug nur schwer beurteilt werden. Es sollte auf jeden Fall mehr von Schillers Freiheitsdenken vorkommen als nur der eher einfache Gedanke der Hauptthese. Außerdem ist die Formulierung überarbeitungsbedürftig.
In welchem Sinn geht es Schiller um eine eingeschränkte Freiheit? Weist er auf die Einschränkung und die Verschleierung mangelnder Freiheit hin, stellt er einen Zustand mit eingeschränkter Freiheit dar, möchte er sie einschränken? Die Aussage „als Freiheit verschleiert wurde“ ist seltsam. Was verschleiert wird, ist weniger deutlich sichtbar. Im Zusammenhang mit Einschränkungen ist eher eine Verschleierung von Unfreiheit naheliegend. Was bedeutet „die Freiheit wahr ist“, tatsächliche Existenz oder Bejahung von Freiheit als ethisch richtig und anzustrebendes Ideal?
Ich rate, die These klarer auszudrücken und mindestens zwei Sätze zu verwenden (statt eines langen, nicht ganz zusammenpassenden Satzes). Grammatik und Rechtschreibung können auch noch etwas verbessert werden.
LiloB am 21. Dezember 2009 09:35 Frage: "geben Sie Gedankenfreiheit, Sire " - ist das nicht auch Schiller (Don Karlos?) - das ist für mich noch immer der äußerste Ausdruck von Freiheit. Nicht immer die Freiheit des Handelns - aber des Denkens. Und die dann uneingeschränkt.
"Geben Sie Gedankenfreiheit" fordert der Marquis von Posa König Philipp auf (Don Karlos, 3. Akt. ,10. Szene, Vers 3215/6).
Gedankenfreiheit ist im Kern ein innerer Bereich. Sie können sich genaugenommen alle als ihnen zustehend nehmen. Die Entfaltung der Gedankenfreiheit nach außen ist von der Handlungsfreiheit abhängig. An ihr mangelt es.
Nützlich könnte ein Hinweis auf den Zeitraum sein.
Für die Antike:
„griechische Vasenmalerei“
„griechische Wandmalerei“
„griechische Grabmalerei“
Die Statuen waren ursprünglich nicht immer nur weißer Marmor, sondern es gab auch farbige Bemalung: „antike Polychromie“ oder eine kombinierte Suche mit „Griechenland“ und „farbige Skulpturen“
Einzelne Künstler können mit dem Namen gesucht werden: „Apelles“, „Polygnotos“ bzw. „Polygnot“, „Zeuxis von Herakleia“. Zum Finden von Namen: „Maler der Antike“
Für religiöse Kunst ab der Spätantike: „griechische Kunst“ und „Ikonenmalerei“
Für die Neuzeit: „Nationalgalerie Athen“ und dort nach einzelnen Künstlern suchen (in Darstellungen auf Internetseiten zu gefundenen Malern stehen wahrscheinlich auch Hinweise zu Stilrichtungen)
Der Dreißigjährige Krieg (1618 – 1648) ist ein Religionskrieg gewesen, aber nicht ausschließlich. Verschiedene Motive haben eine Rolle gespielt und sich auch verschränkt. Der konfessionelle Gegensatz zwischen Katholiken und Protestanten war wichtig und hat auch die Leidenschaften in der Bevölkerung erhitzt. Die Katholische Liga (an ihrer Spitze Herzog Maximilian I. von Bayern) hat in der Anfangszeit mit ihren Truppen eine wesentliche Rolle gespielt. Die Protestantische Union war dagegen uneinig, ein Teil war gegen eine Einmischung in Böhmen. Innerhalb des Protestantismus gab es auch einen Gegensatz zwischen Evangelisch-Lutherischen und Reformiert-Calvinistischen.
Es gab einen weiteren Konfliktbereich im Verhältnis von Herrschern und Ständen und dies zweifach, innerhalb des Reichs zwischen Kaiser und Reichsständen (Fürsten/Städten) und innerhalb der Einzelstaaten zwischen Fürsten und Ständen. Das Restitutionsedikt 1629 führe zu einem Widertand von Fürsten, auch katholischer gegen den Kaiser. Der Auslöser war ein auch religiöser Streit. Kaiser Ferdinand II. versuchte als König von Böhmen dort eine Zentralisierung der Habsburgermacht und eine Katholisierung (auch mit Druck und Zwang) durchzusetzen. Die böhmischen Stände (mehrheitlich protestantisch) widersetzten sich der Änderung, die Freiheiten und Mitwirkungsrechte wegnahm.
Außerdem sind deutliche machtpolitische Motive erkennbar. Die Habsburger in Spanien und Österreich waren in einem Kampf um die Hegemonie in Europa verwickelt, wobei Frankreich der Hauptgegner war, außerdem die Niederlande, Dänemark und Schweden. Frankreich war katholisch und hat sich trotzdem mit protestantischen Mächten gegen die katholischen Habsburger verbündet. In der Kriegsphase ab 1635 tritt der machtpolitisch-dynastische Gesichtspunkt am stärksten hervor. In welchem Ausmaß der Dreißigjährige Krieg ein Religionskrieg oder ein anders motivierter Krieg gewesen ist, ist auch je nach den Beteiligten und der Zeitphase unterschiedlich zu beantworten.
Eine ausführliche Darstellung der Geschichte der Weimarer Republik enthält Informationen. Es gab 2 verschiedene Ausrufungen.
In Berlin hat der Reichskanzler Prinz Max von Baden am 9. November 1918 um 12 Uhr eigenmächtig die Abdankung des Kaisers Wilhelm II. erklärt. Tatsächlich hat Wilhelm II. gezögert und erst am 28. November 1918 selbst offiziell abgedankt. Max von Baden hat sein Reichskanzleramt dann an Friedrich Ebert, Parteivorsitzender und (zusammen mit Philipp Scheidemann) Vorsitzender der Reichstagsfraktion der SPD (damals zur Unterscheidung von der USPD als „Mehrheitssozialdemokratische Partei Deutschlands (MSPD)" bezeichnet) übergeben,
Die „Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands (USPD)“ und die „Revolutionären Obleute“ hatten ihre Anhänger zu Massendemonstrationen aufgerufen. Philipp Scheidemann, stellvertretender SPD-Vorsitzende, hatte beim Mittagessen von der Absicht erfahren, dabei eine sozialistische Republik auszurufen. Er wollte ihnen nicht die alleinige Initiative überlassen und hat, um ihnen zuvorzukommen, auf einem Balkon des Reichstagsgebäudes um etwa 14 Uhr die „Deutsche Republik“ ausgerufen. Dabei handelte er gegen den Willen von Ebert, der damals die Frage der Staatsform einer verfassungsgebenden Versammlung überlassen wollte.
Wahrscheinlich fast gleichzeitig hat Karl Liebknecht im nahegelegenen Berliner Tiergarten seine Proklamation verkündet. Um 16 Uhr hat er noch einmal im Lustgarten vor dem Berliner Stadtschoss die „freie sozialistische Republik Deutschland“ ausgerufen.
In der „Schreckensherrschaft“ sind viele Menschen durch die Guillotine hingerichtet worden. Maximilan de Robespierre war ein Mitglied des Wohlfahrtsauschusses bei dem damals die Hauptmacht lag.
Der Zeichner will durch Steigerung und Übertreibung den Schrecken und die blutrünstige Herrschaft der Guillotine hervorheben.
Robespierre sitzt in der Amtstracht des Wohlfahrtsauschusses auf einem Grabdenkmal, unter dem „ganz Frankreich“ begraben ist und aus dem noch etwas Rauch von der Asche kommt. Mit den Füßen tritt er die auf dem Boden legenden Verfassungen von 1791 und 1793 (drückt ihre Missachtung aus; auch die Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte war Verfassungsbestandteil). Mit seiner rechten Hand löst er das Fallbeil. Eine Reihe weitere Guillotinen verweist auf eine große Anzahl zuvor Hingerichteter. Robespierre soll als Tyrann in einem Blutrausch erscheinen. Es bleibt überhaupt kein Volk mehr übrig, selbst der Henker als sein Helfer wird zuletzt sein Opfer. Nach der Zeichnung trifft es alle ohne Unterschied und es gibt für die Hinrichtungen keine gut nachvollziehbaren Gründe. Das Wohl des Volkes liefert kein Argument für eine Rechtfertigung, wenn alle getötet worden sind. Das Bild geht deutlich über die Tatsachen hinaus.
Am nützlichsten ist eine Verwendung von Nachschlagewerken oder das Lesen einer Geschichtsdarstellung.
Ständegesellschaft ist eine Gesellschaft, die in Stände unterteilt ist. Die Bezeichnung Stände (eine gesellschaftliche Untergliederung) stammt aus dem Mittelalter und der frühen Neuzeit. Stände waren Gruppen der Gesellschaft, in der die Zugehörigkeit weitgehend durch Herkunft festgelegt war und eine feste Ordnung den Platz und die Rechte bestimmte (vgl. auch http://de.wikipedia.org/wiki/St%C3%A4ndegesellschaft).
Priviliegien sind besondere Vorrechte für einzelne Menschen oder Gruppen. Sie gelten nicht für die Gesamtheit.
Merkantilismus ist die Bezeichnung für ein in der Zeit des Absolutismus übliches Wirtschaftssystem. Ziel war die Steigerung des Reichtums eines Landes. Eine Förderung des Handels - auch mit staatlichen Eingriffen und Lenkung - strebte vor allem Ausfuhrüberschüsse an. Die Politik versuchte eine Vermehrung der Bevölkerungszahl zu erreichen und eine höhere Arbeitsleistung herbeizuführen.
Aufklärung bezeichnet im geschichtlichen Zusammenhang eine geistige Bewegung in Europa und Nordamerika im 17. und 18. Jahrhundert. Der Philosoph Immanuel Kant hat 1784 Aufklärung als „Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit“ definiert. Die Vernunft ist für die Aufklärung der grundlegende Maßstab. Ihre Verwendung kann aus Abhängigkeit befreien und sich in Kritik äußern.
Verfassung ist die Grundordnung eines Staates. Eine formelle Verfassung existiert in Gesetzsform. Inhalte einer Verfassung können z. B. der Staatsaufbau, Staatsgewalten mit ihren Beziehungen zueinander und Rechte und Pflichten der Bürger sein. Eine Verfassung regelt Machtausübung, Verwaltung und Rechtsstellung.
Menschenrechte sind Rechte, die alle Menschen allein schon aufgrund ihres Menschseins haben. Darin gilt eine grundsätzliche Gleichheit. Menschenrechte sind unveräußerlich und unteilbar. Sie gelten universell und stehen jedem Individuum von Natur aus zu. Menschenrechte sind vorstaatliche Rechte, weil sie nicht durch staatliche Anerkennung entstehen, sondern vom Staat nur gewährt oder gesichert werden können.
Bürgerrechte sind dagegen Rechte, die Menschen als Bürger eines Staates haben. Die Idee der Menschen- und Bürgerrechte gehört zum Gedankengut der Aufklärung.
Merkantilismus: http://kuerzer.de/IGrfVaZEb
Menschenrechte: http://de.wikipedia.org/wiki/Menschenrechte
Die Malteserritter waren ein geistlicher Ritterorden (Johanniterorden). Die Ritter nahmen regelmäßig an Gottesdiensten teil und hatten ein Mönchsgelübde abgelegt. Er hat seine ritterlichen Fähigkeiten geübt, um Kraft und Geschicklichkeit zu besitzen. Ein Malteserritter besaß auch ein Mindestmaß an Bildung, er konnte lesen und schreiben. Er führte Aufträge seiner Oberen aus. Die Malteserritter haben auf der Insel Malta ihre Besitzungen verwaltet, auf der Insel Hospitäler errichtet und Festungsanlagen gebaut. Sie hatten eine Universität gegründet und beauftragten Künstler mit der Ausgestaltung von Kirchen und Palästen. Die Malteserritter verteidigten Malta gegen das Osmanische Reich und haben Schiffe gebaut, mit denen sie Kaperfahrten gegen islamische Kaufleute unternahmen. 1571 kämpften sie innerhalb einer christlichen Flotte in der Seeschlacht von Lepanto gegen eine Flotte des Sultans Selim II. und waren an dem Sieg beteiligt.
Für die Fortsetzung der Dynastie wurde ein aus dieser Familie stammender Nachfahre benötigt. Irgendein beliebiges fremdes Kind zu nehmen, wäre kein eigener Nachwuchs gewesen. Der König hätte keinen leiblichen Nachfahren als Nachfolger eingesetzt. Die richtige Abstammung hätte gefehlt.
Herrscher haben manchmal jemand adoptierte, der dann Nachfolger wurde (vgl. das sogenannte römische Adoptivkaisertum). Die Adoptierten waren allerdings teilweise durch Heirat Verwandte. Die Herrscher sahen dies nicht als Fortführung einer Dynastie, sondern eher als eine Möglichkeit einer geregelten Nachfolge (Stabilität im Staat und Auswahl einer geeigneten Person).
Die Menschen hatten oft viele Kinder, aber nicht alle. Die Sterblichkeit war außerdem hoch. Kinder von Königen sind auch bereits vor ihnen gestorben. Ein Druck lastete oft eher auf der Ehefrau. Ein König verlor nicht einfach wegen Kinderlosigkeit üblicherweise nach einiger Zeit den Thron. Ein Thronerbe (meistens ein Sohn, weil nur männliche Nachfolge galt) konnte eine Absicherung für die Zukunft sein (spätere Unterstützung, klare Verhältnisse bei einem Tod, wer die Herrschaft übernehmen soll). Andere konnten nicht von außen lauernd abwarten und sich darauf vorbereiten, Ansprüche zu erheben. Berater haben Könige zu einer Heirat und der Zeugung von Nachkommen aufgefordert, wobei es ihnen oft um eine Kontinuität des Staates ging.
Manchmal waren Könige nicht gesund. Die spanische Linie der Habsburger ist so ausgestorben (wohl Degeneration durch zuviel Inzucht), nachdem es keine männlichen Thronerben mehr in ihr gab. König Heinrich VIII. von England hat sich sehr um einen männlichen Thronerben bemüht (ein Problem mit der Scheidung von seiner ersten Ehefrau führte zur Abwendung von der katholischen Kirche), aber auffälligerweise aus 6 Ehen nur einen schwächlichen und kränklichen Sohn gehabt. Die 2 Töchter, die ihn überlebten, blieben kinderlos und das Haus Tudor war zu Ende.
Manchmal sind Könige jung und noch kinderlos an Krankheiten oder im Kampf gestorben. König Sebastian I. von Portugal fiel im Alter von 24 Jahren in einer Schlacht und das Haus Avis (portugiesisch: Aziz) hatte keinen ehelich geborenen männlichen Thronerben mehr, nachdem ein schon älterer männlicher Verwandter (Kardinal Heinrich) nach 2 Jahren Regentschaft starb.
Eine echte Schwangerschaft der Ehefrau war für die Präsentation eines Thronerben überzeugender. Zar Peter III. hat den späteren Zaren Paul I. als seinen Sohn anerkannt. Katharina II. von Russland hat ihn mit einiger Wahrscheinlichkeit von einem Liebhaber bekommen und die Nachfahren wären dann nach der leiblichen Abstammung keine echten Romanows, aber eine Vaterschaft des Ehemanns war zumindest nicht völlig ausgeschlossen.
Die Könige waren nicht wirklich allmächtig. Es gab andere Könige und auch der Adel konnte über beträchtliche Macht verfügen oder die Kirche Einfluss besitzen. Bei einem Schwindel hätte es Mitwisser gegeben. Es hat durchaus Gerüchte gegeben, die in der Überlieferung erhalten geblieben sind. Ein Echo von (höchstwahrscheinlich falschen) Zweifeln ist beispielsweise an Berichten über die Geburt des späteren Kaisers Friedrich II. 1194 zu spüren (seine Mutter Konstanze war 40 Jahre alt). Ein reibungsloser Übergang wäre bei Betrug nicht gesichert gewesen (Zweifelhaftigkeit, ob die Mächtigen des Reiches eine solche Nachfolge im Ernstfall wirklich akzeptieren) und andere Herrscher hätten sich mit beachtlichen Gründen einmischen können (die Fürstenfamilien waren häufig durch Heiraten miteinander verbunden). Es gab auch andere Verwandte des Königs, die als Nachfolger in Frage kamen, wenn er keine eigenen Söhne hatte. Ehemänner von Töchtern (Schwiegersöhne) oder deren Söhne konnten Nachfolger werden (das Haus Luxemburg und das Haus Burgund wurden z. B. durch Heirat vom Haus Habsburg beerbt). Es mangelt an einem Motiv, Kinder fremder Leute zu nehmen.