Beim Motorradbau ist man mittlerweile im Serienbau bei etwa 50 PS zu 500ccm Hubraum angekommen, bei Rennmaschinen noch mehr. Wohl gemerkt ohne Turbo, Kompressor oder andere Aufladungen, und das auf sehr kleinem Raum. Bei Autos sieht das ein wenig anders aus – Vierzylindermotoren, die eine Leistung von 200PS bei 2,0l Hubraum erfüllen, haben meistens einen Kompressor (z.B. Mini Cooper S Works) oder einen Turbo (z.B. Nissan 200SX). Kann mir jemand von euch erklären, wieso sich die Zylinderleistungen bei Autos und Motorrädern so unterscheiden?

Hallo Sempere! Du hast Recht, Motorräder haben eine viel höhere Literleistung als Autos. Siehe einmal Yamaha R1, Kawa ZX10R etc, an solche Werte kommen nur wirklich hochgezüchtete Aggregate ran, aber ohne Hilfsmittel nicht (Turbo etc). Das liegt hauptsächlich am Widerstand. Ein Motorradmotor hat einen geringen Widerstand, nämlich nur ca. 200kg vollgetankt, je nach Motorrad (plus Fahrer). Ein normales Auto hat schonmal mindestens 6x soviel Gewicht. Deswegen kann man nicht wie bei Motorrädern den Motor reibungsarm hochdrehen lassen, um über die Drehzahl Leistung zu generieren (ich spreche jetzt über Hochdrehzahlmotoren, nicht sowas wie einen Einzylinder bei der XT mit viel Druck untenrum). Bei Autos zählt eher das Drehmoment, wie bei Motorrädern, bei denen kein Wert auf Nominalleistung in PS gelegt wird. Deswegen wird bei solchen Motoren auf Spitzenleistung und Drehzahl verzichtet (manchmal auch Zwangsweise), sonst würde das Auto überhaupt nicht aus dem Quark kommen. Hoffe ich konnte das ein wenig erklären ;) Gruß

Ja weil die Drehzahl viel höher ist als beim Auto
Die Motorräder haben auch erst bei mehr als 7000 U/min diese Leistung
Das stimmt aber nicht!!!! Bin selbst 2 Jahre lang Yamaha XT 600 gefahren. Maximale Drehzahl unter 6000, 48 PS auf einem Zylinder mit 600ccm.
LG, Timo
Felix820 am 20. Januar 2009 00:08 ja bin auch gpx600 gefahren aber es muss doch was mit der Drehzahl zu tun haben
Danke euch!
Das stimmt nur bedingt. Auch Motorräder erreichen - entsprechende Wartung vorrausgesetzt - Laufleistungen von weit über 100.000 km. Mit manchen Motorrädern, speziell, wenn diese nicht extrem auf Leistung ausgelegt sind, wurden auch schon 300.000 km erreicht. Ohne Motoren-Revision.
Daß dies nicht der Normalfall ist, liegt daran, daß viele, vor allem die leistungsstarken Sportmaschinen, vorzeitig geschrottet werden. Aber auch deswegen, weil jährlich noch stärkere, schnellere und bessere Motorräder auf den Markt kommen, und viele Motorradfahrer eben auf ein neues Modell umsteigen.
Und noch eines: Mit Motorrädern wird eben viel weniger gefahren als mit dem Auto.
Beim Auto sind ja 100.000 KM das absolute Minimum an Haltbarkeit. Die wenigsten Motorräder erreichen diese Laufleistung. Also können diese Motoren ganz anders ausgelegt werden.

Denke mal, dass Motorradmotoren nicht so langlebig ausgelegt werden wie Pkw-Motoren; frühere bzw. Ami-Motoren haben viel Hubraum, aber wenig Leistung, was natürlich der Haltbarkeit zugute kommt.
Gibt aber auch Saugmotoren, die >200 PS bei 2,0 l Hubraum erreichen; schau mal z. B. die Hondas an; der S2000 hat einen 2,0 l Saugmotor mit 240 PS; Drehmoment ist natürlich kaum vorhanden, der holt die Leistung auch über die Drehzahl (ca. 9000/min).
Wie gesagt, Haltbarkeit ist das Stichwort.
Gegenbeispiel: Formel 1 - da wird auch aus 2,4 bzw. 3,0 l eine Leistung von 600-700 PS gezaubert, das Drehmoment liegt irgendwo bei 300 Nm - ein halbwegs ordentlicher TD hat da schon mehr. Die Leistung wird auch aus der Drehzahl gezaubert; die Haltbarkeit ist auch gering.
Super Antwort, habs kapiert :) Danke!