Frage von Oberfreak3000, 41

Zwergbärblinge und Scarlet-Blaubarsche mit Garnelen?

Ich habe mir neulich ein Aquarium zugelegt, in dem ich Zwergarten halten möchte. Nach dem Lesen von etwas Fachliteratur, wollte ich Scarlet-Blaubarsche und Zwergbärblinge im Becken halten. Ich würde gerne auch Garnelen im Aquarium halten, weiß aber nicht, ob das klappt. Im Internet kam bei Scarlet-Blaubarschen die Rede von Bienchengarnelen. Habt ihr schon solche Erfahrungen oder könnt mir Tipps geben.

Mfg

Expertenantwort
von dsupper, Community-Experte für Aquaristik & Fische, 23

Hallo,

die Vergesellschaftung von Zwerggarnelen der Neocaridina-Arten mit vielen "Minifischen" ist problemlos möglich.

Spontan fallen mir da z.B. Perlhuhnbärblinge ein, ebenfalls die Längsband-Zwergbärblinge, die Moskitobärblinge, die Zwergbärblinge, Funkensalmler (Feuertetra).

Die Haltung der kleinen Boraras-Arten (Bärblinge) hat aber eine erhebliche Schwierigkeit: diese kleinen Fischchen stellen extrem hohe Ansprüche an das Wasser, da sie nur sehr weiches und saures (höchstens neutrales) Wasser vertragen. Müssen sie in falschem Wasser leben, dann werden sie sehr schnell krank, kümmern und sterben schnell.

Und so ein Wasser kommt nirgendwo aus der Wasserleitung, das muss man sich selbst aufbereiten, z.B. mit destilliertem Wasser, Osmosewasser oder Wasser aus dem Vollentsalzer.

Außerdem müssen gerade diese Minifische in größeren Gruppen gehalten werden (ca. 8 - 10 Tiere), damit sie sich sicher und wohl fühlen und keinen Stress haben. Stress lässt Fische ebenfalls schnell erkranken. Und wegen dieser größeren Gruppen ist auch für solche Minifische mind. ein 30 l AQ - besser noch größer - erforderlich.

Bei den Funkensalmler ist es ähnlich schwierig.

Die Perlhuhnbärblinge sind pflegeleichter bzgl. der Wasserwerte. Allerdings sind sie sehr teuer und brauchen ebenfalls eine größere Gruppe.

Und bei allen diesen Minifischen ist es leider so, dass man im Zooladen meist nur sehr schlecht gepflegte, ziemlich verhungerte Tiere bekommt - die Ausfallquote ist recht hoch.

Die Zwergblaubarsche (Dario dario) können ebenfalls mit Zwerggarnelen gut vergesellschaftet werden. Allerdings ist die Paarhaltung weniger zu empfehlen - für die Haltung einer kleineren Gruppe braucht es schon ein 60 cm AQ, gut strukturiert.

ABER: diese Fischchen kann man kaum bis gar nicht an Kunstfutter gewöhnen - das ist das große Problem. Selbst Frostfutter nehmen die meist nur nach langer Gewöhnung - und bis dahin sind sie schon meist verhungert. Die tägliche Fütterung mit kleinem Lebendfutter ist aufwändig.

Gutes Gelingen

Daniela

Kommentar von Oberfreak3000 ,

Erstmal vielen Dank für die Antwort. Bei den Blaubarschen ist die Aquariengröße (60cm) bei mir erfüllt. Lebendfutter sollte auch kein Problem sein, da ich regelmäßig für meine Reptilien welches kaufen muss. Gibt es noch andere Arten, die etwas pflegeleichter sind als die Bärblingsarten, welche man mit den Garnelen und Blaubarschen vergesellschaften kann? Ich bevorzuge eine Schwarmfischart.

Lg Zeno

Kommentar von dsupper ,

Hallo Zeno,

wie geschrieben, die Perlhuhnbärblinge sind recht einfach zu halten. Gut zu halten mit Garnelen wäre auch eine reine Männer-WG der kleinen Endler-Guppys. Reine Männerhaltung deshalb, weil es ohnehin die schöneren, bunten Tiere sind und vor allem, weil man damit dem gruseligen Nachwuchsproblem aus dem Weg geht.

Bei Endler-Guppys entstehen bei reiner Männlein-Haltung auch keine Aggressionen.

Ach ja, gut funktioniert bei mir auch noch die Haltung mit einem Pärchen Honigguramis und einer Gruppe Zwergguramis.



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