Frage von Shilja, 134

Zweiter Hund für alle besser?

Gleich mal vorweg: wir würden uns den 2. Hund nicht ausschließlich deshalb nehmen, wir waren schon bei der Anschaffung des 1. sicher, dass es einen zweiten geben wird!

Mein Labrador Rüde ist fast ein Jahr alt und ist es eigentlich seit er bei uns ist gewohnt, dass wir auch mal für kurze Zeit das Haus ohne ihn verlassen oder ohne ihn betreten und er draußen warten muss - dies wollten wir ab dem 7. Monat langsam steigern und haben deshalb das Haus auch mal für 15 Minuten bis maximal 30 Minuten verlassen und sind dafür auch wie zu Beginn immer wirklich weg gewesen.
Nun hatten wir schon von Anfang an das Problem, dass er auch bei den 5 Minuten die 5 Minuten durch gejault hat und gebellt bis wir eben wieder gekommen sind (und nein es wurde wegen dem bellen nix beschleunigt oder bestätigt von uns) - da wurde er nicht geschimpft falls er was angestellt hat (was er aber auch nie getan hat) und Co aber auch nicht begrüßt sondern erst mal ignoriert weil auch nach 5 Minuten eine totale Begrüßungshysterie ausbrach und diese wir nicht mit Aufmerksamkeit unterstützen wollten, sondern erst nachdem er sich beruhigt hat (natürlich nicht unmittelbar danach) wurde er begrüßt und gelobt für das alleine bleiben (so wurde es uns in der Hundeschule gesagt denn ja diese haben wir aufgesucht!)
Auch wenn es immer gleich ablief und er schon wusste, dass wir das Haus verlassen - auch die später eingeführten zusätzlichen Hilfen/Ablenkungen die wir empfohlen bekommen haben - kann gar nicht alles aufzählen - es wird alles ignoriert/nicht gegessen sobald die Tür sich schließt und er bellt und jault bis wir wieder da sind durch und da ist es egal ob es 5 oder 30 Minuten sind - es ist sogar egal ob ich die 4 Stunden am Tag (nur 30-90 Minuten davon sind Training sonst freie Bewegung) vorher oder nachher abhalte - sein Verhalten während er alleine ist bleibt gleich und jetzt sind wir wirklich so weit zu überlegen ob es Sinn machen würden den sowieso gewünschten zweiten Hund ihm da früher zugute lassen zu kommen als geplant und eine zB noch verspielte aber ältere Hündin (tendieren eher zur Hündin) die schon ein paar Jährchen am Buckel haben kann um ihm da etwas zu unterstützen und Gesellschaft leisten kann....
Ich bin nämlich so langsam wirklich der Meinung dass mein Bruce einfach vom Charakter her nicht alleine sein kann und dies emotional nicht verkraftet (mag es nicht mal in einem anderen Zimmer zu sein) und da möchte ich ihn wirklich nicht mehr zumuten als er auch wirklich verkraftet aber ich kann ihn leider gottes nicht überall mit hin nehmen und da bricht es mir jedes Mal das Herz wenn ich die halbe Stunde weg bin um nebenan einzukaufen....

In der Hundeschule meint man nun auch nur noch: "abwarten der wird das schon noch versehen, er braucht halt länger" naja aber die  Hysterie währenddem seinerseits ist wirklich nicht schön...

Danke...

Ps. Nein ich werde keine anti-Bell methoden anwenden!

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Expertenantwort
von dsupper, Community-Experte für Hund, 41

Hallo,

leider gibt es immer Hunde, die es einfach nicht lernen können, alleine zu bleiben. Sie ertragen es einfach nicht - da kann man üben und üben und üben und alles richtig machen - es geht einfach nicht.

Und leider gibt sich dieses Verhalten auch nicht immer, wenn ein 2. Hund als Gesellschaft dabei ist - es kann sein, dass es besser wird, dass der Hund sich dann eben nicht alleine fühlt - aber das MUSS nicht so sein.

Es kann genauso gut sein, dass er trotzdem weiter leidet und heult - der andere Hund ganz ruhig ist. Es kann auch sein, dass sich der 2. Hund "anstecken" lässt und sich an dem 1. Hund orientiert.

Leider gibt es nie eine Patentlösung oder Patentrezept ...

Trotzdem gutes Gelingen

Daniela

Kommentar von Shilja ,

Danke...
Dessen bin ich mir auch bewusst, dass es vielleicht nicht die Lösung für Bruce ist aber ich würde ihn da eben wirklich gerne erlösen und mehr als versuchen kann ich es eh nicht - wäre einfach zu schade ihn da weiter leiden lassen zu müssen weil er da wirklich sehr hysterisch wird ab dem Moment wo er sich versichert hat, dass wir nicht da sind und er alleine ist...

Kommentar von dsupper ,

Ich kann dich gut verstehen - sehe aber die große Gefahr, dass du hinterher zwei heulende hysterische Hunde hast.

Selbst, wenn es eine ältere und schon erzogene Hündin wird, die vllt. in ihrem vorherigen Zuhause bereits alleine bleiben konnte - wird sie die Trennung von ihrem Rudel erleben müssen - und auch das kann zu Verlust- und Trennungsängsten führen. (Es ist ja leider nicht so, dass Hunde das, was sie einmal erlernt haben, immer und jederzeit "abspulen". Neue Situationen, andere Menschen - und schon reagieren sie völlig anders.) Dann kommt sie ins neue Zuhause und dort heult ein Hund herum - das alles kann eigentlich gar nicht ins Positive schlagen.

Kommentar von Shilja ,

Ja ich würde die hündin ja auch nicht sofort als "erzogen" und als Problemlösern sehen - würde sie wie einen Welpen erst mal an uns gewöhnen lassen, viel Bindungsarbeit machen und dann mit Bruce gemeinsam ein neues "allein sein" Training aufbauen um da eben bereits gelerntes vielleicht zu erfrischen und bei uns auch als normal und ok zu vermitteln und gleichzeitig eben Bruce eine neue Situation zu schaffen weil nicht allein und jemand "starkes" ist da... da ich schon überlege so eine 4-7Jährige Dame zu nehmen...

Kommentar von dsupper ,

Ich drücke dir auf jeden Fall sehr feste die Daumen, dass der Plan klappt ....

Kommentar von Shilja ,

Danke schön... mal sehen ob und wie ich das mache... :)

Antwort
von xttenere, 13

Labradore sind spezielle Hunde, welche einfach nicht gerne alleine sind. Ich halte seit über 40 Jahren Hunde verschiedener Rassen...auch ein Labimix war dabei. Alle...ausser dem Labi, konnte ich nach intensivem Training problemlos auch mal alleine lassen...ausserdem waren sie ja immer zu zweit, da ich nie einen Hund alleine hielt.

Mein Zorro, unser Labi, litt fürchterlich, wenn er mal alleine bleiben musste und heulte wie ein Wolf. auch wenn ich nur 5 Minuten in unserer Dorfbäckerei war.

Ich hab dann einen 7 Monatigen weissen Schäfer dazu gekriegt...ein Notfall aus einer Kellerhaltung, und eine Zeitlang war mein Labbi so beschäftigt mit dem Kleinen, dass es ihn nicht störte wenn ich mal kurz weg war....Zu der Zeit war er gerade mal knapp 2 Jahre alt.

im Alter von ca 7 Jahren ging das Ganze wieder von vorne los....er Heulte wieder.

Ich hab alles versucht...incl. Hundesitter. Nichts half.....ergo...ich nahm ihn mit, oder brachte ihn zu meiner Freundin...wo er übrigens auch heulte kaum war ich weg...der Andere, der weisser Schäfer, legte sich hin und wartete bis ich zurück kam.

Zorro wurde nur 9 Jahre alt. Er starb an Krebs.

Ich kann Dir zu Deiner Frage, ob ein 2. Hund hilft, keine positive Antwort geben....bei mir jedenfalls hatte der Schäfer keinen dauerhaft beruhigenden Einfluss auf Zorro.

Vielleicht kann Dir ein guter Trainer helfen, welcher mit Euch zusammen bei Euch zu Hause trainiert.

Antwort
von SusanneV, 29

Ich würde, wenn Du nach Hause kommst, den Hund sofort belohnen, ihm einen Knochen geben oder mit ihm spielen. Vielleicht verknüpft er dann, dass alleine sein auch heisst, dass nachher was positives passiert.

Ob das mit dem zweiten Hund eine gute Idee ist kann ich Dir nicht sagen. Hat Dein Trainer vielleicht einen gut ausgebildeten und ruhigen Hund? Der könnte dann mal zu Euch ins Haus kommen und ihr lasst die beiden mal für zehn Minuten alleine.

Zu ergründen, warum Dein Bruce solche Verlustängste hat, ist im nachhinein sehr schwierig. Es kann auch nicht daran liegen, dass er zu wenig ausgelastet ist. Kann es sein, dass Du ihm, wenn Du zuhause bist, zu wenige Ruhephasen gönnst? Ein Hund braucht viel mehr Schlafen und Ruhe als wir Menschen. Vielleicht übertreibst Du es mit dem, was Du ihm alles anbietest. Bitte nicht falsch verstehen, das soll kein Angriff oder Vorwurf sein, weil ich nur dahinter kommen will, woran es liegen könnte.

Alles Gute für Dich und Deinen Bruce

Kommentar von Shilja ,

Zuhause hat er die Möglichkeit sich jederzeit aus dem Alltag zu nehmen (hat eine eigene "Rückzugshöhle" die Lärmgedämmt ist) und wenn er schläft oder sich hinlegt und sich nicht selbst beim Spielen der Kinder beteiligt dann dürfen auch meine Kinder nicht hin - außer sie gehen gemeinsam zum Plätzchen während dem Spielen oder kuscheln gemeinsam - wach ist er zuhause trotzdem (gefühlt) fast nur zum Essen und hin und wieder wenn etwas aufregendes passiert (es wird gekocht der Staubsauger geht an oder die Kinder spielen was interessantes) aber das ist nur für wenige Minuten oder gar nur Sekunden interessant und dann legt er sich wieder hin - wenn wir draußen sind spielt er vielleicht ne halbe Stunde mit den Kindern und trainiert mit mir eben 30-60 Minuten je nach Lust und Laune - manchmal ist uns gar nicht danach und dann lassen wir es auch mal - aber die meiste Zeit liegt er neben mir in der Wiese und beäugt alles aus der Ferne...
Er ist auch sonst nicht der hysterische sondern eher ruhig und friedlich (auch im Umgang mit den Kinder) und zwar skeptisch sobald sich fremde nähern (hat auch mal stark gemeldet) aber nach kurzem abchecken "absichern" ob alles ok ist(Blick zu mir) - ist alles ok...
Die einzigen Situationen wo er sonst noch hysterisch wird ist bei der Begegnung mit anderen Hunden (starke Freude) und Futter (noch stärkere Freude) die aber mit befehlen mal recht mal schlecht (glaub ich normal im Flegelalter) unter kontrolle gebracht werden können...

Kommentar von Shilja ,

Und das mit der sofortigen Belohnung - davon wurde mir abgeraten eben wegen der Begrüßungshysterie (wildes herum und rauf hüpfen, an alle anschmiegen und ablecken, von person A zu B zu A zu C - also da ist er wirklich sehr sehr unruhig und übermütig) und da sagte man mir, mit einem sofortigen Lob würde ich genau das bestätigen und nicht das alleine sein...

Kommentar von SusanneV ,

Ja, aber es hat ja nichts gebracht. Falsch machen kannst Du ja nichts, wenn Du was anderes probierst. Es ist echt schwierig, weil Du ja eine vorbildliche Hundehalterin bist. Ich hab halt nur geschrieben, was mir spontan eingefallen ist. Hast Du mit den Nachbarn noch keine Probleme bekommen?

Kommentar von Arashi01 ,

Mit recht. Du kannst sogar das Gegenteil damit erreichen.

Ich geb Dir den Tip. Mach ein Tabuzimmer. Da darf er nicht und nie rein. Dann geh rein, lass die Tür offen, nur ganz kurz. Immer mehr steigern. Wenn er es 5 Minuten aushält, lehn mal kurz die Tür an u.s.w..

Später gehst du dann bei der Heimkehr erst ins Tabuzimmer, kommst aber sofort raus, wenn er ruhig ist. Aber ohne ihn groß zu loben. Sondern ganz normal.

Einen zweiten Hund würde ich erst anschaffen, wenn er deutlich ruhiger ist. Sonst läufst Du Gefahr, dass der andere Hund sich das Kasperlestheater abguckt.

Ich würde dann auch erstmal ausprobieren, eine Freundin bitten, ihren Hund mitzubringen, die zwei mal kurz allene lassen (geht Kaffe trinken ins Tabuzimmer) und dann steigern.

Vielleicht kam er einfach zu früh von seiner Mutter weg, und das steckt noch ganz tief in ihm drin.

Kommentar von Shilja ,

Wir haben keine direkten Nachbarn - und ja ich weiß die Situation ist nicht so einfach... überlege ja sogar schon Hundeschule zu wechseln nur um da nochmal alles von vorne durch arbeiten zu können mit einem anderen Touch aber dann würde ich ihn in eine neue unbekannte Situation werfen - was weiß ich bin ratlos Hahahaha :P

Kommentar von SusanneV ,

Das wechseln der Hundeschule ist eine gute Idee. Wir haben auch drei Anläufe gebraucht, bis wir die richtige gefunden haben. Jetzt sind wir in einem Verein und dort wurde uns geholfen. Mit meiner Lucy hatte ich auch viele Probleme und war oft am verzweifeln. Wenn eine Hundeschule teuer ist heißt das noch lange nicht, dass sie auch gut ist.

Kommentar von Shilja ,

Also bis jetzt konnte ich wirklich nichts beanstanden und die Kommandos/apportieren/Kunststücke - da hat bisher alles unter deren Anweisung geklappt und Bruce hat viel Spaß dabei - und haben ja auch sehr viele Tipps bekommen um dieses "Problem" auf die Reihe zu bekommen, sehr oft und lange darüber gesprochen... na sogar kastrieren und Hormone wurden mir empfohlen (da bin ich sehr skeptisch haha) aber es dürfte eben nichts funktionieren und nach knapp 8 Monaten bin ich nun auch frustriert logischerweise und fühle mich, als würde ich ihn da nur noch quälen - auch wenn es nur eine halbe Stunde maximal ist 1-2x die Woche um einzukaufen und das minütliche allein lassen was stressfrei läuft um ihn trotzdem noch daran zu gewöhnen, dass alles ok ist wenn er alleine ist... aber er trotzdem schon in jede Ecke lugt ob sich da nicht wer von uns versteckt...

Kommentar von SusanneV ,

Kastrieren bringt doch in der Regel nicht viel. Bei Hündinnen ist es sinnvoll, bei Rüden komplett sinnfrei. Ich weiß jetzt auch keinen Rat mehr. Das was ich Dir jetzt noch schreiben kann, ist etwas von dem ich nicht zu 100% überzeugt bin, aber was anderes fällt mir nicht mehr ein. Versuchs mal mit einem Hundepsychologen.

Kommentar von Shilja ,

Na vom kastrieren erwarten sich viele ne komplette Verhaltensänderung / hab schon viele gehört die meinen sie lassen ihren wuffi nun kastrieren weil er so mühsam wird usw usw... halte auch nichts davon und komischerweise hört man hinterher nichts mehr von denen :P

Hm... leider weiß ich jetzt so gar nicht was du unter "hundepsychologen" kennst... also ich würde da jetzt einen hundeflüsterer annehmen wie man sie im Fernsehen sieht :)

Vielleicht auch ne Idee...

Kommentar von SusanneV ,

Nein, sowas meine ich nicht. Ich meine jemanden, der mit Problemhunden arbeitet. Frag mal Google nach einem Hundepsychologen in Deiner Nähe.

Antwort
von LukaUndShiba, 47

Wenn der Hund bellt und jault wenn ihr nicht da seit geht ihr zu schnell voran.

Man steigert auch nicht von 5 Minuten auf 15 oder von 15 auf 30.

Man steigert von Minute zu Minute und das wichtige ist dann auch, grade am Anfang das wieder kommen zur richtigen Zeit und zwar bevor der Hund bellt.

Ihr solltet das Training noch mal komplett von vorne Aufbauen.

Ein zweiter Hund würde nun nur das Verhalten des ernsten Hundes kopieren und ich denke ihr wollt keine zwei jaulenden Hunde oder?

Über einen zweit Hund denkt man nur nach wenn der erste zwei bis drei Jahre alt und komplett / Perfekt erzogen ist. 

Kommentar von Shilja ,

Ich konnte leider nicht alles aufschreiben wegen der Zeichenbegrenzung - wir haben es langsam gesteigert und mehrmals wieder verkürzt um es nochmal zu versuchen - das Ergebnis ist das gleiche geblieben - alles über 2/3!Minuten wird nicht still toleriert - wenn ich das Haus verlasse und um die Ecke gehe und sofort wieder zurück komme ist alles ok - bleibe ich dort für ne Minute länger stehen nach einer oder zwei Wochen - wenn ich das jeden Tag mache weil für ihn kein Stress schlägt schon das bereits zur Hilfe genommene Babyphone aus dass er bellt - ich komme (in der geplanten Zeit) zurück und egal wie oft ich nur diese nicht mal 30 Sekunden oder ne Minute länger bleibe er bellt - also wie soll man das minütlich steigern ? Sobald er merkt er ist alleine und alles abgesucht hat um sich dessen sicher zu sein (dauert etwa 2 Minuten) fängt er an zu bellen und da wird kein dabei entdecktes leckerli oder Spielzeug beachtet, auch wenn er sich vorher damit beschäftigt hat wird dies beendet um nach uns zu suchen - da ne Minute draußen zu bleiben ihn zu loben tagelang und dann 2 Minuten und tagelang zu loben könnte sich ausgehen, dass er nicht bellt aber ab dann wird gebellt egal wie stark oder oft man ihn für die ruhigen 2 Minuten lobt und bestätigt...
Also Danke für den bereits von der Hundeschule gegebenen Tipp aber hat nicht funktioniert er bleibt stur dabei sobald wir weg sind und er sich dessen sicher ist wird gebellt ...

Kommentar von Shilja ,

Zudem hab ich ja erwähnt dass ich keinen Welpen möchte (der volle Aufmerksamkeit braucht die jetzt aber Bruce als Junghund natürlich nicht abgeben muss) sondern überlege eine ältere Hündin die Wesensfest ist und bereits Erziehung genossen hat zu nehmen...

Kommentar von Prettylilthing ,

Wie viel Freiraum hat er denn wenn ihr weg seid? Wie viele Zimmer sind offen?

Kommentar von Shilja ,

Das ganze Erdgeschoss - und nur Küche und Waschraum sind wie er es gewohnt ist geschlossen und für ihn tabu und der Weg in den 2. Stock ist so wie immer via Kindersicherung geschlossen... also ich ändere da nichts, wenn ich das Haus verlasse...

Expertenantwort
von Naninja, Community-Experte für Hund, 29

Ich würde mir einen Zweithund immer erst dann ins Haus holen, wenn der Ersthund keine erzieherischen Baustellen mehr hat.

Wenn ein Hund, der als Welpe zu Euch gekommen ist, nicht alleine sein kann, spricht fast alles dafür, dass Ihr entweder einen Fehler im Aufbau des Alleinseins gemacht habt, oder dass Ihr den Hund falsch führt. Sei es, dass Ihr ihn zu sehr vermenschlicht und Euch zu sehr um ihn dreht, oder dass er eine unsichere Bindung zu Euch entwickelt hat. 

Ein Zweithund löst das Problem des Alleinseins nicht. Je nachdem, wo die Ursache für das Problem liegt, hast Du dann zwei Hunde, die absolut nicht alleine bleiben können und sich gegenseitig anheizen. Außerdem gucken sich Hunde extrem schnell Dinge voneinander ab, und zwar auch Verhaltensweisen, die nicht erwünscht sind. Der Zweithund kann z.B. sehr schnell vom Ersthund lernen, dass das Alleinsein extremer Stress ist und bellt/jault/zerstört mit.

Abgesehen davoN. Wenn Du dem Zweithund die Verantwortung für Defizite überträgst, die Ihr im Rahmen der Erziehung gemacht habt (hier: löse das Problem des Alleinseins, das wir nicht in den Griff kriegen), kannst Du fast sicher davon ausgehen, dass das Ganze in die Hose geht. Du überforderst den Ersthund mit dieser Verantwortung und dass in einem Zustand, in dem er eh noch nicht richtig gefestigt ist.

Mein Rat: Sucht Euch einen Trainer, arbeitet am bestehenden Problem und erst wenn wirklich alles Rund läuft, solltet Ihr nach einem Zweithund Ausschau halten.

Kommentar von Shilja ,

Aber ich bin doch schon in der Hundeschule also Danke für den Tipp mit einem Trainer!
Ich bin seit der Kleine mit 12 Wochen zu uns kam in der Hundeschule und BGH machen wir momentan ebenfalls und in bereits 2 weiteren Kommentaren von mir kannst du lesen wie unser "allein sein" Training aussieht...
Und es war nicht so gemeint, dass ich dem 2. Hund eine Verantwortung aufgebe - es war nur die Idee eine ältere wesensfeste Hündin dazu zu nehmen die meinem Junghund da vielleicht ein Vorbild sein könnte - dahingehend würde ich natürlich wie bei einem Welpen das alleine sein mit beiden nochmal von vorne beginnen und nicht davon ausgehen, dass die Hündin da jetzt das Problem löst und alles gut ist sondern die Hündin eben schon Erfahrungen mit allein sein gemacht hat und da gelassener reagiert weil für sie das Training "allein sein" nach der einhergehenden Eingewöhnungsphase und Bindungsarbeit gelassener nimmt mit einem höheren Alter und mehr Erfahrung (weil schon bekannt nix neues) und da Bruce ein anderes Verhalten zeigt...

Kommentar von Naninja ,

Dein Plan wird nicht aufgehen.

Wenn Du Glück hast, bleibt der Zweithund entspannt und Dein Ersthund ist nervös wie zuvor. Wenn Du Pech hast, färbt das Verhalten des Rüden auf den Zweithund ab.

Du unterschätzt die Dynamik zwischen den Hunden. Dass ein souveränder Hund einem anderen Hund das Alleinsein weder beibringen, noch erleichtern kann, kann ich Dir aus erster Hand und eigener Erfahrung sagen.

Kommentar von Naninja ,

Ich habe mir Deinen Trainingsaufbau durchgelesen. Fang noch einmal komplett von vorne an: 

1. Musst Du den Hund im Bezug auf die Auslöser desensibilisieren. Also Babyphone aufstellen, Schuhe anziehen, Tasche und Schlüssel nehmen etc.. Mach all das im Verlauf des Tages immer und immer wieder, ohne zu gehen. Leg Dir einen Block und einen Stift auf den Tisch und führ ein Trainingstagebuch. Du ziehst das Programm täglich mindestens 10x durch, bis der Hund mindestens eine Woche lang nicht einmal mehr mit der Wimper zuckt, wenn Du Dein Ritual startest.

2. Parallel fängst Du an, den Hund im Haus zu begrenzen. Wechsle ebenfalls täglich immer wieder die Räume, ohne den Hund mitzunehmen. So oft und so viel, bis er sich absolut nicht mehr dafür interessiert. Dann steigerst Du die Zeit.

3. Klappen 1. und 2., fängst Du mit dem eigentlichen Training an. Vor dem Training wird der Hund ausgelastet, und zwar richtig. Keine pushenden Ballspiele, sondern Freilauf/ rennen und Nasenarbeit, mindestens eine Stunde. Danach fütterst Du ihn, lässt ihn auf seiner Decke abliegen und beachtest ihn mindestens 15 min nicht. Wenn möglich, gib ihm nur einen begrenzten Raum und nicht die komplette Wohnung zur Verfügung. Ist dieser begrenzte Raum, in dem er alleine sein soll, nicht sein üblicher Aufenthaltsort, musst Du den Raum vorher positiv aufbauen (indem Du ihm z.B. im Vorfeld nur noch dort Kauartikel gibst oder nur noch dort streichelst, bis er einschläft).

Wenn Du gehst, bekommt der Hund weder Spielzeug, noch Kauartikel. Er soll entspannt schlafen, während Du weg bist. Wenn der Hund entspannt ist, startest Du das bekannte Spiel: Ritual wie unter 1. abspulen, eine Minute raus und wieder rein. Dann streckst Du die Zeit um jeweils eine Minute. Die erste Hürde ist eine Stunde. Wenn Du die gepackt hast, klappt auch der Rest.

Der Hund wird übrigens nicht gelobt, wenn Du wieder in die Wohnung kommst! Er wird nach Deiner Rückkehr die ersten Minuten lang überhaupt nicht beachtet. Das Alleinsein soll für den Hund keine riesige Leistung sein, sondern eine totale Selbstverständlichkeit. Und es soll nicht mit einem positiven Schlusspunkt enden ("Wenn ich den Stress durchstehe, kommt Frauchen endlich wieder und ich kriege ein riesiges Lob!"). Das Alleinsein soll einfach nur so stinklangweilig und normal sein, dass der Hund es verschläft.

Noch etwas: Wenn der Hund bellt, gehst Du nicht in die Wohnung zurück. Damit bestätigst Du das Bellen. Du musst immer, absolut immer warten, bis der Hund einen Moment lang ruhig ist, bevor Du die Wohnung wieder betrittst. 

In den ersten Wochen kannst Du ausprobieren, ob Adaptil Spray/ Zerstäuber/ Halsband Deinem Hund helfen.

Antwort
von Jule59, 24

Alleinbleiben trainiert man sinnvollerweise bereits mit dem Welpen. Und zwar ganz simpel dadurch, dass man immer mal wieder kurz die Tür hinter sich schließt, wenn man den Raum verlässt. Zunächst wird die Tür nach wenigen Sekunden wieder geöffnet, dann verlängert man nach und nach die Zeiträume.

So lernt der Hund, dass sein Mensch immer wieder kommt und alleine sein nicht auch verlassen werden bedeutet.

Etwas Ähnliches würde ich auch euch empfehlen. Ein Hund, der permanent bei seinen Menschen ist und nicht gelernt hat, innerhalb der Wohnung auch mal unbeachtet und allein zu sein, baut ganz logischerweise Stress auf, wenn er dann wirklich alleingelassen wird.

Ich würde dazu raten, das zunächst auf die oben beschriebene Weise zu trainieren. Der Hund sollte im Laufe des Trainings locker eine Stunde allein im benachbarten Raum bleiben.

Ein zweiter Hund KÖNNTE das Alleinbleib-Problem lösen. Genauso gut kann es aber passieren, dass ihr zwei jaulende, bellende Hunde kriegt. Stimmungsübertragung funktioniert ganz hervorragend unter Hunden, und wenn einer den Minnesänger gibt und sich aufregt, ist der andere schneller dabei, als man "Still" sagen kann. 

Im Rudel jaulen und bellen stärkt den Rudelzusammenhalt und wird von Hunden gerne praktiziert.

Deshalb: Es lohnt sich ganz sicher, das Alleinbleiben noch mal neu aufzubauen. Und: Reduziert die Aufmerksamkeit, die der Hund innerhalb der Wohnung kriegt, deutlich. Reagiert nicht auf ihn, wenn er zum Streicheln/ Spielen auffordert.

Stattdessen ruft ihn dann zum Schmusen oder Spielen, wenn er gerade was anderes macht. 

Hunde, die ihre Menschen als immer verfügbar erleben, geraten in Stress, wenn der Mensch plötzlich weg ist.

Kommentar von Shilja ,

Ich konnte leider nicht alles aufschreiben wegen der Zeichenbegrenzung - wir haben es langsam gesteigert und mehrmals wieder verkürzt um es nochmal zu versuchen und haben mit 12 Wochen begonnen - trotzdem wird seither alles über 2/3!Minuten nicht still toleriert - wenn ich das Haus verlasse und um die Ecke gehe und sofort wieder zurück komme ist alles ok - bleibe ich dort für ne Minute länger stehen nach einer oder zwei Wochen - wenn ich das jeden Tag mache weil für ihn kein Stress schlägt schon das bereits zur Hilfe genommene Babyphone aus dass er bellt - ich komme (in der geplanten Zeit) zurück und egal wie oft ich nur diese nicht mal 30 Sekunden oder ne Minute länger bleibe er bellt - also wie soll man das minütlich steigern ? Sobald er merkt er ist alleine und alles abgesucht hat um sich dessen sicher zu sein (dauert etwa 2 Minuten) fängt er an zu bellen und da wird kein dabei entdecktes leckerli oder Spielzeug beachtet, auch wenn er sich vorher damit beschäftigt hat wird dies beendet um nach uns zu suchen - da ne Minute draußen zu bleiben ihn zu loben tagelang und dann 2 Minuten und tagelang zu loben könnte sich ausgehen, dass er nicht bellt aber ab dann wird gebellt egal wie stark oder oft man ihn für die ruhigen 2 Minuten lobt und bestätigt...
Also Danke für den bereits von der Hundeschule gegebenen Tipp aber hat nicht funktioniert er bleibt stur dabei sobald wir weg sind und er sich dessen sicher ist wird gebellt...

Und wir erwachsenen reagieren nicht auf spielaufforderungen oder den Wünschen nach kuscheln von ihm sondern fordern ihn auf - bei den Kindern ist das natürlich was anderes - aber da sind die "Verluste" (Schule/kindergarten) kein Drama komischerweise, dies toleriert er fast gleichgültig auch wenn er sich beim Abholen wieder total freut, dass die wieder kommen...

Kommentar von Shilja ,

Achja und nein ich habe dann trotzdem versucht wöchentlich trotzdem etwas drauf zu setzen in der Hoffnung er würde irgendwann nicht mehr bellen ab diesen 2/3 Minuten - also jede Woche eine Minute länger - aber es hörte nicht auf - und mehr als 30 Minuten hab ich dann auch nicht mehr gemacht und selbst da fühlte ich mich schon als tierquälerin obwohl es manchmal einfach notwenig ist weil eben einkaufen zB...

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