Frage von shogunx, 107

Zwei Hausmeisterfirmen für ein Gebäudeobjekt?

Hallo Community,

ich habe seit 2014 einen kleinen Konflikt mit meinem Vermieter, bzw. der Betriebskostenabrechnung.

Die Belegeinsicht war sehr aufschlussreich für mich und die Unterlagen sind auch schon auf dem Weg zum Mieterbund.

Allerdings beschäftigt mich dieser eine Punkt so sehr, dass ich schonmal vorab von Leuten mit Ahnung hier eine Meinung hören möchte.

Und zwar beschäftigt der Vermieter / Hausverwaltung zwei Firmen für den Hausmeisterdienst mit identischem Leistungsverzeichnis. Lustigerweise ist es einmal eine "firmeninterne" Hausmeisterfirma, dessen Geschäftführer der Eigentümer des Wohnobjektes ist und zusätzlich noch eine separate Firma für "Hauswartung und Notdienst", die auch noch für andere Objekte der Hausverwaltung tätig ist. 

Der Funfact hier ist: Der Geschäftsführer der Hausverwaltung ist der Sohn des Eigentümers.

Wie gesagt, das Leistungsverzeichnis deckt sich komplett.

Liege ich mit der Vermutung richtig, dass dies weder notwendig noch wirtschaftlich ist und der Vermieter hier viel zu viel vom Mieter abkassiert?

Und ist es auch zulässig, dass die Hausmeisterfirma jeden Monat pauschal eine Rechnung erstellt?

Ich habe in der Einsicht nur den Vertrag mit Leistungsverzeichnis vorgelegt bekommen, so wie eine einzige "Pauschalrechnung" für das ganze Jahr, die monatlich abgestempelt wurde.

Ich finde es dadurch schwer nachvollziehbar, ob die genannten Leistungen im vollen Umfang auch erbracht wurden und auch nur umlagefähige Kosten umgelegt wurden.

Gerade da es sich hier um den firmen-interne Hausmeisterservice handelt, hat der Vermieter ja eindeutig dutzende Möglichkeiten fiktive Kosten zu erstellen und allgemein noch mehr am Mieter zu verdienen.

In der Pauschalrechnung wird als umlegbarer Betrag ~380€/Monat genannt.

Wie gesagt, zusätzlich zu der zweiten Firma, die nochmal ~280€/Monat pauschal für die gleichen Leistungen in Rechnung stellt.

Ich finde das Ganze jedenfalls sehr unseriös und verdächtig.

Gruß, Shogun

Antwort
von schleudermaxe, 16

Also, der BGH hat ja gesagt vor wenigen Monaten: Wir Vermieter dürfen solche Kosten und Lasten sogar fiktiv abrechnen und benötigen nicht eine einzige Rechnung.

Finde ich auch nicht gut, aber wenn der es so haben will, machen wir natürlich auch mit.

Und warum zum Mieterverein? Die Damen und Herren kennen doch noch nicht einmal ihr eigenes Lexikon.

Kommentar von shogunx ,

ich bin wirklich darüber verwundert, warum jede zweite antwort mit dem hinweis auf den mieterbund irgendeinen anmaßenden spruch beinhaltet. nur weil hier und da mal ein sachbearbeiter mist baut, ist sicherlich nicht die belegschaft in ganz deutschland inkompetent.

alleine schon die rechtschutzversicherung für den klagefall und die bereitstellung von anwälten dürfte dem laien mehr als hilfreich sein, wenn er sonst auf sich alleine gestellt wäre. es gibt genug schwarze schafe bei den vermietern. und wenn nicht bewusst extra abkassiert wird, dann eben unbewusst.

zumal solche äußerungen absolut nichts mit der fragestellung zu tun haben.

und zum anderen würde ich dieses bgh urteil gerne mal sehen?

denn das was du dazu geschrieben hast, widerspricht...

1) dem prinzip der wirtschaftlichkeit, wenn dieses fiktive abrechnen in einem maßlosen, unrealistischem rahmen passiert. auch kann ich erwarten, dass vergütete leistungen auch so geleistet werden und nicht nur auf dem papier stehen. also maßlos fiktiv darf es wohl auch nicht sein.

und

2) in den betriebskostenabrechnungen muss der vermieter beim hausmeisterposten ganz klar nachweisen können, was wirklich umlagefähig ist und was nicht. es gibt dutzende paragraphen und urteile dazu, dass ein nicht belegbarer pauschaler vorwegabzug für instandsetzung und verwaltung nicht rechtens ist. 

dies ist übrigens auch in meinem fall passiert und wird gerade geklärt.

demnach zweifel ich auch an der aussage, dass keinerlei rechnung mehr nötig sei. denn gerade wenn bei der einsicht so wichtige sachen wie rechnungen fehlen, dürfte der vermieter schnell in erklärungsnot kommen.


meine ursprüngliche frage hat sich übrigens erledigt, da der vermieter natürlich nicht rechtertigen kann, warum zwei firmen für die gleichen leistungen notwendig sind. auch kann er nicht erklären, warum im leistungsumfang arbeiten vergütet werden, die auf das gebäude bezogen sind und gar nicht anfallen können, da es z.b. keinen aufzug, garten, spielplatz usw gibt, aber nach leistungsverzeichnis gewartet werden.

Kommentar von schleudermaxe ,

Oh, ein Kenner?

Dann antworte einmal, wie es ausgegangen ist.

Unsere Hütten, rd. 1.000, sind auf ganz Deutschland verteilt, und somit kann ich schon, was uns betrifft, eine Aussage zu den Mietervereinen treffen. Wir haben bisher jedenfalls gegen diese Damen nud Herren keine Verfahren verloren.

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