Frage von Framus27, 80

Zuviel erhalten, dennoch behalten?

Moin, ich habe mir ne Kleinigkeit bei nem großen Versandhaus für 50€ bestellt. Das Paket vorhin abgeholt und mich gewundert, warum es so groß und schwer für so einen recht kleinen Gegenstand (Fernbedienung) ist. Tja, meinem Artikel lagen noch 2 völlig unterschiedliche mit nem Gesamtwarenwert von 300€ bei! Auf der Rechnung steht jedoch nur mein Artikel, sonst nichts. Im Paket liegt auch nichts, von wegen "Sondervergütung" oder "Gewinnspiel".

Ich würde jetzt 3-4 Wochen warten, ob sich das Versandhaus meldet und die Artikel zurückverlangt. Wenn nicht, darf ich es dann behalten? Wenn er sich meldet und sie zurück verlangt, kriegt er sie zurück.

Ist ja immerhin ihr Fehler, ich gehe von einem Packungsfehler aus. Mit meinem Gewissen könnte ich das schon vereinbaren, wann hat man schon soviel Glück?

Also wie sieht es aus? Bestehen für mich rechtliche Konsequenzen, wenn ich die Artikel für mich selbst nutze?

Antwort
von Framus27, 25

Zur Aktualität: Ich habe da jetzt im Kundenservice angerufen, denen das geschildert. Sie haben sich dafür zigfach entschuldigt und mir ne Rücksendemarke sowie nen Gutschein von 100€ geschenkt. Auch nicht schlecht. Bezahlte Ehrlichkeit zahlt sich aus.

Antwort
von Fredde324, 45

Hier mal etwas von der Verbraucherschutzzentrale:

Ist auf der einen Seite ein Unternehmer und auf der anderen Seite ein Verbraucher beteiligt, dann greift die gesetzliche Regelung des § 241 a BGB. Erhält hiernach ein Verbraucher unbestellte Ware zugesandt, kommt weder durch bloßes Schweigen noch durch Ingebrauchnahme der Ware ein Vertrag zustande. Verbraucher können die Ware also nach Belieben benutzen oder vernichten. Sie sind weder zur Aufbewahrung noch zur Rücksendung verpflichtet. Der Unternehmer hat keinerlei Schadensersatzansprüche.

Kommentar von uni1234 ,

§ 241a betrifft aber einen anderen Fall und dürfte hier nicht anwendbar sein.

Kommentar von Fredde324 ,

Wie gesagt. Steht so auf der Seite der Verbraucherschutzzentrale. Wieso sollte es hier nicht angewendet werden können? Er hat unbestellte Ware zugesendet bekommen. Beschreibt doch genau den Fall der dort geschildert wurde?!

Antwort
von kevin1905, 27

§ 241a BGB.

Bitte nicht nach Absatz 1 aufhören zu lesen.

Antwort
von Fredde324, 54

Eine Zusendung von Waren ohne Bestellung kannst du behalten. Das ist keine Unterschlagung wie es in einem anderen Kommentar steht. Unterschlagung wäre es wenn du es nicht her gibst wenn die es zurück verlangen. Solange die es nicht zurück haben wollen kannst du es als Geschenk ansehen.

Kommentar von Framus27 ,

Der Ansicht war ich eben auch. Es wurde vermutlich nur in den falschen Karton gepackt. Wär nur gut, wenn noch mehr User hier das bestätigen könnten. Vielleicht hat einer von Euch das auch schon mal erlebt?

Kommentar von Fredde324 ,

Habe noch eine Antwort geschrieben mit einem Text von der Verbraucherschutzzentrale. 

Kommentar von Framus27 ,

Jupp habe gesehen. Demnach begehe ich weder eine Straftat, noch ist es unrechtmäßig. Theoretisch, wie praktisch, darf ich es behalten.

Kommentar von kevin1905 ,

Lies den Absatz 2 des § 241a BGB.

Unterlasse den Confirmation Bias.

Kommentar von Fredde324 ,

Jap da steht allerdings, dass es ausnahmen gibt. Wie in deinem Fall. Also wenn offensichtlich ist, dass die Ware nicht für dich bestimmt ist bist du verpflichtet dem Unternehmen die Ware wieder zur Verfügung zu stellen. Also wenn die sich melden und sagen wir wollen die Ware wieder haben musst du denen erlauben die Abzuholen. Oder aber du sendest sie zurück und das Unternehmen muss dir die Kosten erstatten.

Antwort
von magnetism24340, 42

Ich würde beim Versender anrufen und fragen was Sache ist. Behalten würde für mich nicht in Frage kommen. Gehört sich für mich einfach nicht. Und wie bereits geschrieben: es ist Unterschlagung.

Schick es zurück, dann zeigst Du das du ehrlich bist.

Kommentar von kevin1905 ,

es ist Unterschlagung.

Wo siehst du denn die rechtswidrige Zueignung durch den Fragesteller?

Antwort
von DerPate19811, 47

Das ist Unterschlagung. Strafbar gem. Paragraph 246 StGB. Wird mit Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis 3 Jahren bestraft.

Kommentar von Fredde324 ,

So ein Quatsch. Unterschlagung setzt eine rechtswidrigkeit voraus. Inwiefern hat er sich die Sachen denn rechtswidrig angeeignet? Solange die Sachen nicht zurückverlangt werden und er sich weigert die zurück zu geben ist es auch keine Unterschlagung. 

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