Frage von Schoplom, 165

Zusteller - Einsatz von Tierabwehrspray?

Unter welchen Voraussetzungen darf ein Zusteller ein (zugelassenes und geprüftes) Tierabwehrspray gegen einen Hund einsetzen?

Muss der schon begonnen haben zu knabbern?

Kündigt ein bestimmtes Verhalten des Hundes einen Angriff an? Rechtfertigt ein solches den vorsorglichen Einsatz?

Mit welchen Gesetzen könnte man in Konflikt geraten?

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Expertenantwort
von Naninja, Community-Experte für Hund, 117

Du könntest in einen ordentlichen Konflikt mit dem Hund geraten, weil er mit Deinem Angriff von drohen auf Beschädigungsabsicht wechselt.

Ich habe mehrfach von Hundehaltern gehört, die dieses Spray eingesetzt haben, um Hunde zu trennen, die sich verbissen haben. Ganz schlechte Idee, die den Konflikt erst richtig befeuert und zu massiven Bissverletzungen geführt hat.

Wenn Du Lust auf einen Besuch im Krankenhaus hast, probier es einfach aus.

Expertenantwort
von friesennarr, Community-Experte für Hund, 59

Ich würde nie ein Spray verwenden.

Wenn ein Hund auf einem Grundstück ist und ich da bedenken hätte gefahrlos zum BK zu kommen, dann bekommt der Mensch eben seine Post nicht. Wenn am nächsten Zustelltermin der Hund immer noch da ist, dann mach ich einen Vermerk: Zugang unmöglich Hund. Und schicke den Brief wieder zurück.

Allerdings habe ich das bis jetzt nur 2 mal in 5 Jahren gemacht. Meist ist der Hund zu anderen Zeitpunkten nicht im Garten.

Eine Alternative wäre (ich weis es funktioniert nicht und du bekommst einen Anschiss vom Hausbesitzer) ist mal mit dem Hausbesitzer zu reden, ob er nicht den BK vor den Grundstückseingang setzen kann.

Aber in der Regel machen die das nicht.

Ich habe ca. 3 BK s, die trotz dem das sie Außerhalb des Gartentores angebracht sind nicht wirklich super zugänglich sind wenn der Hund da frei rum läuft. (Gartentüre zu niedrig).

Antwort
von Weisefrau, 52

Hallo, ganz schlechte Idee so ein Spray. Du solltest davon Ausgehen das der Hund dich dann garantiert angreifen wird. 

So nun mal zu Hunden. Die ersten Hunde die sich dem Menschen anschlossen waren Jagdhunde. Der Mensch wurde sesshaft und Hofhunde wurden gebraucht, die Besucher oder Veränderungen durch Bellen meldeten.

Jagen und Melden sind die Ältesten Instinkte von Hunden.

Als Zusteller dringst du in das Revier des Hundes ein. Daher verbellt der Hund dich lautstark. Ein Hund bellt um das Rudel zusammen zurufen. Er will damit sagen...hier ist ein Eindringling kommt alle her. 

Deshalb wird dieser Hund dich sehr wahrscheinlich nicht angreifen. 

Dieses Verhalten, Lautes Bellen zeigen die Hunde in den meisten Situationen. Wenn du diesen Hund freundlich ansprichst wird er auf dich Reagieren.

Knurrt ein Hund dich an, Bellt wenig und zeigt die Zähne dann solltest das Grundstück auf gar keinen Fall betreten.

In einer Öffentlichen Bücherei findest du Bücher über die Körpersprache und die Drohgebärden des Hundes. Das kann dir wirklich helfen um Hunde zu verstehen. Dann wirst du Selbstbewusster und Sicherer im Umgang mit diesen Tieren.

Das Schützt vor Angriffen besser als jedes Abwehrspray.

Antwort
von Dackodil, 48

Als Zusteller kommst du ja nicht nur 1 x in diese Situation. Es wäre also sinnvoller, zu lernen, wie man verhindert, das so eine Situation überhaupt aufkommt.

Das der Schuß nach hinten losgehn kann, haben dir ja schon einige dargelegt.

Die Post hat dieses Problem auch erkannt  und da ein Krankentag die Post bar Geld kostet und Briefträger zu den meist Gebissenen der Republik zählen, hat sie auf Abhilfe gesonnen.
Es gibt seit einigen Jahren Kurse für Briefträger, wie sie sich Hunden gegenüber am besten verhalten, um eben nicht gebissen zu werden.

Unser Briefträger hier im Dorf war auch so einer. Nach dem 3. Biß hat er einen Kurs gemacht. Seitdem springen ihm alle Hunde an den Hals - vor Freude.
Er hat immer Leckerchen in der Tasche, er redet mit ihnen und streichelt sie. Zu Anfang hat es ihn mehr Zeit gekostet, weil er die "Bestien" die er sich selbst rangezogen hatte, erst mal von sich überzeugen mußte.
Mit Hilfe der Besitzer ist ihm das aber in recht kurzer Zeit gelungen und die investierte Zeit spart er jetzt, weil es jetzt um so schneller geht.
Nur manchmal will ihn ein aufdringlicher Hund einfach nicht gehen lassen.

Sprich doch mal einen Briefträger an, ob und wo er so einen Kurs gemacht hat.
Oder geh mal zu einer guten Hundeschule, ob die dir bei deinem Problem weiterhelfen.

Oh, noch eins. Um die Sache nicht zu rosa zu zeichnen. Es gibt tatsächlich Hunde, die unbestechlich sind und auf ihrem eigenen Territorium gefährlich sind.
Da hilft nur, wie auch schon jemand sagte, den Besitzer auffordern einen Briefkasten außerhalb des Grundstücks zur Verfügung zu stellen.

Antwort
von xttenere, 78

wie das Einsetzen dieses Sprays vom Gesetz her ist kann ich Dir nicht sagen. Ich weiss aber, dass dieser Spray kontra produktiv sein kann, und je nach Wesen des Hundes einen Angriff fördern.

Dazu kommt, dass man Dich von Gesetzes wegen belangen kann, wenn der Hund durch den Spray ernsthaft verletzt wird...z.B in den Augen. Dann wäre es eine Sachbeschädigung, da das Tier vom Gesetz her als Sache gilt, und dies könnte dich teuer zu stehen kommen.

Lass es einfach sein, und nimm Kontakt mit dem Besitzer auf. Bitte ihn, den Hund während der Zustellung einzusperren...oder aber mach Dir den Hund zum Freund. Auch das geht mit Hilfe des Halters...braucht nur länger.

Expertenantwort
von Starciel, Community-Experte für Hund, 82

Deine Frage liest sich sehr, als ob du planst nen Hund mit dem Zeug anzugehen und jetzt schon wissen willst ob man dich dafür belangen kann.

Da das Zeug entsetzlich wehtut und der bedauernswerte Hund ein Lebewesen ist das Schmerzen haben wird: Lass es einfach.

Statt nen Hund anzusprühen der nur seine natürlichen Instinkte und mangelnde Erziehung befolgt und vermutlich bellend sein revier verteidigt denk über die Ursache des Problems und Alternativen nach.

Wenn du als Zusteller wirklich irgendwo regelmäßig hin musst wo du dich bedroht fühlst, sprich höflich mit dem Besitzer und bitte darum den Hund anders zu sichern. Notfalls hinterlass nen Zettel.

Bringt das nichts wende dich an deine Vorgesetzten. Du bist auch nicht verpflichtet das Grundstück zu betreten wenn dort Gefahr für deine Gesundheit droht. Zustellung erfolgt nicht um jeden Preis und ein Briefkasten kann notfalls von außen sicher zugänglich angebracht werden.

Kommentar von Schoplom ,

Deine Frage liest sich sehr, als ob du planst nen Hund mit dem Zeug
anzugehen und jetzt schon wissen willst ob man dich dafür belangen kann.

Selbstverständlich. So fangen alle Psychopathen mal an ;-)

Der Rest klingt aber nicht übel.

Kommentar von Deamonia ,

da fehlt meiner Meinung nach ein "aus Angst" nach dem "planst"...

Kommentar von Starciel ,

Nein, sonst hätte ich das geschrieben.

Ich meinte schon dass das alles sehr vorsätzlich klingt.

Hier zu fragen und dann am nächsten Tag "aus Angst" reagieren passt nicht zusammen. Da bleibe ich dann einfach weit weg von dem Hund und marschiere nicht noch in die Konfrontation mit dem Hund wenn die Angst so akut ist. Oder gehe eben die anderen Wege die ich vorgeschlagen habe.

Antwort
von MiraAnui, 41

Klar sieht man es wenn ein Hund es ernst meint, dass Bedarf aber Erfahrung und viele Hundebesitzer sind dazu nicht mal in der lage..

Das einsetzen solchem spray ist gefährlich, jenach Hund und Absichten wird angegriffen.

Einen selbstbewussten hund wirst du mit deinem Angriff provozieren.

Wichtiger wäre dich intensiv mit der Körpersprache zu beschäftigen und Kontakt mit den haltern auf zunehmen

Antwort
von Vanelle, 64
Kündigt ein bestimmtes Verhalten des Hundes einen Angriff an? Rechtfertigt ein solches den vorsorglichen Einsatz?

"Vorsorglich" darf man dieses Zeug keinesfalls einsetzen.

Ein Hund, der warnt/droht wenn sich Fremde in sein Revier (z.B Garten) begeben, verhält sich vollkommen normal. Daraus lässt sich nicht ableiten, er greift tatsächlich an. Nicht zuletzt hängt es vom Verhalten des Eindringlings ab, wie die Sache verläuft.

Vorsorglich kann daher durchaus als Tierquälerei betrachtet werden, zumal wenn Alternativen gar nicht erst in Betracht gezogen werden (schriftliche Benachrichtigung, Erscheinen des Halters abwarten).

Antwort
von Euphresia, 20

Unsere Postfrau kommt mit dem Auto auf den Hof gefahren (Dorf, großes Grundstück). Als erstes verteilt sie Leckerlies an die Hunde, die wie auf Komando angerannt kommen (laufen auf dem Grundstück alle frei). Dann kümmert sie sich um die Briefkästen und dann gibts nochmal Leckerlies. Wenn das Gelbe Auto kommt, sind die Hunde happy... Manchmal rennt ihr auch noch einer hinterher bis zum nächsten Briefkasten um nochmal "ab"zugreifen... Leckerchen versteht sich.

Antwort
von Deamonia, 8

Also rechtlich gesehen darfst du dieses Spray nur anwenden, wenn der Hund dich auf der Straße angreift. Betrittst du aber das Grundstück des Halters, um etwas auszuliefern, darfst du es rechtlich gesehen nicht anwenden. 

Die andere Sache ist natürlich, wie hier viele schon schrieben, das so ein Spray die Hunde erst recht aggressiv macht.

Antwort
von blackforestlady, 77

Wenn der Dir an  die Kehle geht, dann darfst Du das Spray einsetzen. Ansonsten hilft mit dem Hund in einem scharfen Ton zu reden oder ihn mit Leckerlies zu bestechen. Solltest Du Angst zeigen, dann nützt auch kein Spray. Da wird sogar der kleinste Hund zu einer Bestie.

Kommentar von LukaUndShiba ,

Wenn du Pech hast fördert ein scharfer Ton auch einen Angriff weil es je nach Wesen des Hundes eine Drohung ist der er sich nicht einfach hingibt oder sogar schon direkt als Angriff gesehen wird. 

Antwort
von ZuumZuum, 58

Eine Sachbeschädigung zur Prävention einer möglichen Gefahr zu begehen ist rechtlich nicht möglich. Um nichts Anderes würde es sich hierbei handeln. Der rechtfertigende Notstand sagt aus, das die Gefahr drohen muß, d.h. sie ist quasi in der Entstehung und unabwendbar, dies ist aber bei einem Hund, der sein Revier durch entsprechendes Verhalten und Lautgabe ohne erkennbaren Angriff markiert noch nicht gegeben.

Antwort
von SunnyLuca, 62

Bei Gefahr muss man aufgrund von Eigensicherheit das Abwehrspray einsetzen..ist ja bei der Polizei nicht anders..ein Zusteller setzt dieses im Jahr ca.8 bis 9 mal ein...leide sind viele Hundebsitzer zu leichtsinnig im Bezug auf Hundehaltung..ein Biss eines Zustellers kostet in etwa 800 Euro je nach schwere der Verletzung..leider hab ich da selber schon Erfahrungen gemacht

Kommentar von ES1956 ,

ein Biss eines Zustellers kostet in etwa 800 Euro

Und was kostet es wenn der Hund beißt?

Kommentar von SunnyLuca ,

zwischen 1500 und 18000 Euro...je nach Ausfallzeit

Antwort
von ES1956, 40

https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__32.html

Kommentar von kayo1548 ,

Problem bei Notwehr ist, das es einen gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff geben muss.

Ein solcher Angriff kann nur durch einen Menschen getätigt werden, d.h. es braucht eine menschliche Komponente (wie ein Mensch der seinen Hund aufhetzt, also als Werkzeug benutzt).

Andernfalls bleibt da nur Notstand übrig.

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