Frage von IoOBlingOoI, 43

Zusammensetzung der Studiengänge an Universität und Fachhochschule?

Hi,

mich würde mal der folgende Sachverhalt interessieren, und zwar dreht es sich darum, das ich gerne wissen würde, was ihr von der folgenden Situation haltet, also wie ihr das seht, ob ihr die gleiche Meinung dabei habt wie ich:

Es gibt ja mittlerweile Ausbildungen, die ursprünglich mal drei Jahre gingen, doch nach einer Reform, auf zwei Jahre reduziert wurden, da das erste Jahr, als Einstiegsjahr, nur der Grundlagenaneignung diente, die später eben nicht mehr als notwendig empfunden wurde. An Universitäten/Fachhochschulen besteht prinzipiell der gleiche Ansatz - doch noch immer. Das bedeutet, während die Ausbildungen reduziert wurden, sind die Zuständlichkeiten an Unis die gleichen geblieben. Das erste Jahr wird dort ja dazu genutzt, Grundlagen, vor allem Mathematik, Physik, Chemie und Biologie, zu vermitteln, auf die die später folgenden Module dann aufbauen.

Wieso sind die Situationen hier anders als bei den Ausbildungen, obwohl wir der gleichen Bildungsreform unterliegen müssen ?

Als würde sich der Arbeitsmarkt plötzlich aufspalten und in zwei verschiedene Basislagen aufteilen. Seltsam...

Ich freue mich auf Antworten.

Mfg! bling

Antwort
von HansH41, 27

Die Bildungsreform wurde den deutschen Bildungsstätten von der Politik aufgezwungen. Für wenige war sie sinnvoll, für einige möglich, für viele unsinnig.

Vor allem an den Universitäten und in den harten Fächern hat man sie per Etikette durchgeführt. Der Unterrichtsstoff hat sich nicht geändert, weil man schließlich immer zuerst die Grundlagen und erst dann die praktischen Anwendungen lehren kann. Das ist für jedermann außer unseren Bildungspolitikern einsichtig.

Daher ist weiterhin das Bildungssystem aufgespalten, wie du zu Recht konstatiert hast. Die Fachhochschulen haben einen anderen Bildungsauftrag als die Universitäten und der Arbeitsmarkt weiß das und sucht Absolventen je nach seinen Bedürfnissen. Auch wenn die nun identische Abschlussbezeichnungen vorweisen können.

Hast du schon einmal einen Arzt oder Juristen mit einem Bachelor-Grad gesehen? Ich nicht.

Kommentar von IoOBlingOoI ,

Ja, seltsam ist hierbei, das die Module sich, zumindest teilweise, wie in Chemie, ob das jetzt in allen Grundlagenmodulen so der Fall ist, weiß ich nicht, in dem ihnen inneliegenden Strukturen (also dem Stoff) verändert, da komprimiert, oder reduziert, je nachdem, wie man das sieht, haben. Der Aufbau des Studiums ist davon allerdings unberührt geblieben, da stets noch Grundlagen und dann Spezifisches gelehrt wird. -Dafür haben wir jetzt eine Unterteilung in Bachelor und Master, als würde man sagen, wir führen die Reform zwar durch, doch eben auf eine andere Art und Weise - also eher prinzipiell, um den guten Willen zu zeigen für Gleichschrittigkeit ;). Vielleicht wird man ja später noch Mal darauf zurück kommen. Merkwürdig fand ich es nur, da sich Ausbildungen geändert haben, doch eben die Studiengänge nicht; und sowohl frühere Ausbildung als auch Bachelor gehen über drei Jahre - sind also sehr wohl vergleichbar!. Fachspezifität lässt sich ja nicht auf entweder Ausbildung oder Studium positionieren.

Lg! bling

Kommentar von zalto ,

Vorab: Deine Sätze sind schwer lesbar.

Prinzipiell stimme ich den Vorreden zu. Allerdings finde ich den Ansatz "es dauert genau so lang, damit ist es vergleichbar" zu simpel. Es gibt ja noch weit mehr Dimensionen als die zeitliche Dauer.

  • das Verhältnis von Theorie und Praxis: Wer studiert, weiß etwas. Wer eine Ausbildung macht, der kann auch etwas.
  • die Lerngeschwindigkeit: Die ist beim Studium hoch. Vieles muss in Eigeninitiative erlernt werden, man bekommt weniger vorgekaut.
  • die Tiefe: Grundlagen sind immer erforderlich, aber beim Studium wird nochmal eine Ebene tiefer angesetzt und auch das mathematische Kellergeschoss ausgeleuchtet, statt es einfach als gegeben hinzunehmen und nur Rechentechniken einzuüben.
  • der akademische Anspruch: da bin ich vielleicht etwas altmodisch, aber den Anspruch an einen Akademiker, nicht nur Fachspezialist zu sein, sondern einen Weitblick im Sinne von "universellem Wissen" zu besitzen, möchte ich nicht aufgeben. Von der Bereitschaft, auch gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen, mal ganz abgesehen.
Kommentar von HansH41 ,

"Vorab: Deine Sätze sind schwer lesbar"

Meinst du mich oder IoOBling?.

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