Frage von HipsterForever, 68

Zusammenhang zwischen Sozialstaat und Gerechtigkeit?

Guten Abend ❤

Ich bin heute Vormittag nicht ganz im Unterricht mitgekommen.
Meine Lehrerin hat sehr viel erzählt, aber ich habe das nicht ganz verstanden.

Kann mir jemand den Zusammenhang zwischen Gerechtigkeit und Sozialstaat erläutern?

Vielen Dank im Voraus ❤

Antwort
von Interesierter, 23

Das Prinzip des Sozialstaates ist, sozial Schwache (Arbeitslose, Alte, Kranke etc.) zu fördern und zu finanzieren, damit deren Lebensunterhalt und deren Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben sichergestellt ist. 

Gleichzeitig soll aber auch die Leistungsgerechtigkeit gewahrt bleiben, nach der derjenige, der etwas erwirtschaftet, diesen Vorteil auch weitestgehend behalten darf. 

Letztlich läuft das auf einen Kompromiss hinaus, der alle Positionen so weit wie möglich berücksichtigt. 

Kommentar von HipsterForever ,

Vielen Dank! 

Im Prinzip versucht ein Sozialstaat also jedem Menschen den Lebensstandard zu sichern und somit für Gerechtigkeit zu sorgen? 

Findest du denn, dass es gerecht für alle Beteiligten ist?

Kommentar von Interesierter ,

Nein, das finde ich nicht, denn es ist nur die halbe Wahrheit! Um das aber klarzumachen, muss ich etwas ausholen: 

Gerecht ist, wenn derjenige, der etwas erarbeitet, dieses auch behalten darf. 

Sozial ist, wenn denjenigen, die wenig haben, auf Kosten derer, die viel haben, geholfen wird. 

Soziale Gerechtigkeit ist somit der Kompromiss aus diesen beiden Punkten. Sozusagen der Mittelweg aus sozial und gerecht. Das finde ich richtig!

Antwort
von Trip96, 44

Ein Sozialstaat sorgt für soziale Gerechtigkeit indem er das Vermögen möglichst gleich verteilt.

Dies gelingt durch (Reichen)Steuern, Sozialabgaben usw,

Kommentar von HipsterForever ,

Danke für deine Hilfe!

Kommentar von Interesierter ,

Dabei musst du aber schon bedenken, dass die leistungsunabhängige Gleichverteilung von Vermögen alles sein kann, aber bestimmt nicht gerecht. Sozial ja, gerecht nein!

Antwort
von Maxieu, 8

"Meine Lehrerin hat sehr viel erzählt, aber ich habe das nicht ganz verstanden."

Das könnte durchaus daran liegen, dass sie selbst nicht so recht versteht, was sie sagt. Viele Leute (auch Erwachsene, auch Lehrer) tun nämlich so, als sei von vornherein klar, was "Gerechtigkeit" ist.
Man kommt aber nicht drum herum, erst einmal zu definieren, was man mit diesem Begriff meint. 

Der Antwortgeber "Interesierter" (warum mit nur einem "s"?) hat hier einen vernünftigen Versuch vorgelegt, auf dessen Basis man weitere Fragen diskutieren könnte.

Antwort
von voayager, 13

Je sozialer ein Staat, desto mehr Gerechtigkeit läßt er seiner Bevölkerung angedeihen.

Kommentar von Maxieu ,

"Je sozialer ein Staat, desto mehr"... sorgt er für arbeitslose Einkommen?

Gleichheit = Gerechtigkeit?

Und die Anreize für das Schaffen von Umzuverteilendem sind dann
(im weitesten Sinn) moralisch und nicht materiell?

Und wann wird der "ungerechten" Natur zu Leibe gerückt, die Hübschheit und Intelligenz so ungleich verteilt (auch wenn praktisch alle behaupten, insbesondere von der Letzteren genug zu besitzen)?

Und übrigens: Marx (falls das  ein Klassiker sein sollte, mit dem du sympathisierst) war da anderer Meinung. "Jedem nach seinen Bedürfnissen" bringt zum Ausdruck, dass es "Gerechtigkeit" nur am Maßstab des Individuums geben kann. Als gesellschaftliche Kategorie ist sie für ihn eine hohle Phrase.

Kommentar von voayager ,

"Jedem nach seinen Bedürfnissen" bringt zum Ausdruck, dass es
"Gerechtigkeit" nur am Maßstab des Individuums geben kann. Als
gesellschaftliche Kategorie ist sie für ihn eine hohle Phrase.

Ja, das stimmt, hätte das auch erwähnen sollen, hatte im Moment nicht dran gedacht.

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