Frage von Ascentia, 31

Zusammenführung bei Katze, Katze ist plötzlich anders?

Hallo zusammen,

nun wir haben seit knapp 3 Monaten unsere Yuni (MC Mix , 1Jahr) und haben uns gestern Lilly dazu geholt (Hauskatze-BKH Mix, 8 Wochen). Bevor gemeckert wird: Wir mussten die kleine nehmen. Die Zusammenführung klappte mehr oder weniger gut. Mal wird gefaucht, mal gebissen aber auch ab und zu nur geschnuppert oder geputzt. Ich lasse dem ganzen Zeit. Gibt es da irgendwas besonders zu beachten oder Tips um es den beiden angenehmer zu gestalten?

Nun verhält sich meine Yuni jedoch komisch. Immer wenn ich sie anfassen will, oder ihr futter gebe knurrt und faucht sie und Ich hab auch schon ordentlich eine gelatscht bekommen. Eigentlich ist sie sehr anhänglich, kann auch schlecht alleine bleiben und sucht viel Nähe, läuft einem hinterher. Ich mache mir wirklich sorgen, sie könne sich von uns abwenden, weil ihr der Neuzugang nicht passt. Kann mir jemand sagen woran das liegt oder entsprechende Tips geben?

LG Ascentia =)

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Katzenkumpel, 11

Der Gedanke, Eurer Katze einen Kumpel (eine Kumpelin? <g>) beizugesellen, ist absolut richtig. 8 Wochen sind zwar eigentlich zu früh (Faustregel für die Abgabe von Kitten: mindestens 12 Wochen alt, besser älter), aber da Du schreibst, dass es sein musste, ist es das Vernünftigste, aus der Situation jetzt das Beste zu machen. Vielleicht kann Yuni bei Lilly ja auch, quasi als Ersatzmutter, die Sozialisations-Defizite ausgleichen, die durch die frühe Abgabe ggf. entstanden sein könnten. Nach nur einem Tag kann man da allerdings auch noch keine Wunder erwarten.

Zusammenführung bedeutet immer Stress für alle Beteiligten, und es erfordert sehr viel Zeit und Geduld, die Katzen aneinander - und dabei die Kleine an ihren neuen Lebensraum - zu gewöhnen. Das dabei zwischen den beiden auch mal die Fetzen fliegen, ist vollkommen normal (falls allerdings Blut fließt, solltet ihr unbedingt einschreiten!).
Eine erfolgreiche Zusammenführung kann durchaus ein halbes Jahr oder länger dauern, lasst Euch davon aber nicht entmutigen!


Ein erster Gedanke könnte sein, Yuni einem Tierarzt vorzustellen, um zunächst körperliche Beschwerden auszuschließen. Allerdings scheinen mir die Probleme Eurer älteren Katze eher stressbedingt zu sein, wobei es natürlich auch darauf ankommt, dass dieser Stress nicht zu einer Dauerbelastung wird, die letztlich auch zu körperlichen Erkrankungen führen könnte.

Dem geschilderten Verhalten nach zu urteilen, ist Yuni durch den plötzlichen "Eindringling" in ihrem Revier stark verunsichert (vielleicht auch verängstigt), was sich in den von Dir geschilderten Symptomen äußert. Schließlich lebt sie ja - wie Du schreibst - auch erst seit knapp 3 Monaten in "ihrem" Revier. Eventuell habt ihr Euch - sicherlich ungewollt und allzu verständlich - anfangs auch (zu) ausführlich mit dem niedlichen Neuankömmling beschäftigt, wodurch sich die ältere Katze zurückgesetzt fühlen könnte? Das könnte Eifersucht erklären.

Eventuell ist die Kleine Eurer Yuni im Moment aber auch einfach zu aktiv, was sicherlich ihrem Alter geschuldet ist.

Wichtig ist, mit den beiden gemeinsam zu spielen und sie ausreichend geistig und körperlich zu fordern.
Der verunsicherten Yuni tut es aber bestimmt auch gut, sich mit ihr getrennt vom Neuankömmling zu beschäftigen, um dabei voll und ganz auf sie eingehen zu können. Dazu sind (neben Schmusestunden) z.B. Spiele hilfreich, die ihr Erfolgserlebnisse bescheren (Futterlabyrinth, Katzenangel, Fummelbox, Clickertraining o.ä.).

Da Eure Yuni sich ja mit der Kleinen beschäftigt (auch wenn die beiden sich, was ganz normal ist, dabei mal anfauchen), sieht es doch eigentlich ganz positiv aus.
Ich drücke die Daumen, dass die Zusammenführung gelingt.

Alles Gute für Euch und Eure Fellnasen!

Kommentar von Katzenkumpel ,

Ergänzung:

Eine Herausforderung besteht wahrscheinlich darin, beide Tiere einerseits möglichst gleich zu behandeln und dabei keines zu bevorzugen, andererseits der älteren Katze aber auch zu zeigen, dass sie nach wie vor die Nummer eins in ihrem Revier ist, in dem sie die älteren Rechte (und die Kleine sich unterzuordnen) hat.

Hilfreich könnte es auch sein, wenn die Katzen sich bei Bedarf in ihre eigenen Bereiche (z.B. div. Katzenhöhlen, Verstecke oder getrennte Zimmer) zurückziehen könnten, um sich ggf. ein wenig aus dem Weg zu gehen. Falls Freigang nicht möglich sein sollte, läßt sich vielleicht ein abgesicherter Balkon zur Erweiterung des Reviers einbeziehen?

LG

Kommentar von Ascentia ,

Danke erstmal für deinen lieben und ausführlichen Rat, den ich mir zu Herzen genommen habe. Bei unserer Tierärztin waren wir erst vor kurzem, deswegen kann ich bei Ihr körperliche Beschwerden ausschließen.

Habe auf deinen Rat hin nun zwei Zimmer getrennt eingerichtet und mit allem nötigen versorgt, damit jeder eine Möglichkeit hat sich mal eine Auszeit zu nehmen. Dies tat Yuni sehr gut, sie wurde ruhiger und hat danach auch empfänglicher auf Lilly reagiert, welche sich von ihrem getrennten Bereich nicht davon abhalten ließ weiterzuspielen.

Beim spielen geht es noch rabiat zu, schwer zu sagen ob es spielen oder fetzen ist, aber sie versucht deutlich ihre Dominanz zu zeigen und ich gehe nur dazwischen falls mal eine der beiden schreit (was zu 90% Lilly ist) oder es in einem starken beißen endet mit sorge, dass gleich Blut fließt. Ab und zu wird aber auch schon gegenseitig geputzt und geschnuppert.

Soweit so gut, jede Nacht und jeder Tag wird besser, wenn auch nur langsam, aber erkennbar.

Weißt du was ich bezüglich des Futters machen kann?
Momentan haben sie einen Essplatz, jedoch jeweils ihre eigenen 2 Näpfe für Futter und Wasser. Die Kleine versucht nun bei der großen mitzuessen, wodurch sich die Große zurück zieht und gar nicht mehr hin geht um zu essen.

Kommentar von Katzenkumpel ,

Das klingt doch alles schon ganz vielversprechend. Freut mich sehr für Euch und Eure Fellnasen!

Das Spielverhalten scheint mir, so wie Du es schilderst, absolut im normalen Rahmen zu liegen. Wenn Du weiterhin so gut aufpasst, dass die Fetzen nicht zu sehr fliegen, dann sieht das schon ganz prima aus.

Klasse, dass Du den beiden eigene Zimmer als Rückzugsmöglichkeit eingerichtet hast. Yuni scheint dies ja schon richtig gut zu tun. Sicherlich werden sich auch dort gegenseitige Besuche nie ganz verhindern lassen, aber mit der Zeit lernen beide bestimmt auch, ihre jeweiligen Rückzugsgebiete zu respektieren.

Was den Futterplatz anbelangt, sind getrennte Futter- und Wasser-Sets ja schon optimal. Es liegt vermutlich in der Natur der "kleinen Leute", dass sie sich mehr für das interessieren, was die "Großen" auf dem Teller haben. ;-)
Wenn Yuni sich mit ihrer Rolle als "Ersatzmama" identifiziert, dann wird sie der kleinen Lilly ja vielleicht auch hier bald die richtigen Verhaltensregeln beibringen.

Ich nehme an, dass die beiden im Moment altersgerecht unterschiedliches Futter bekommen? Dann dürfte sich das Problem ja eventuell schon lösen, sobald beide gleiches Futter im Napf haben.
Vielleicht schmeckt Lilly ihr Futter aber auch einfach nicht, und sie möchte mal eine andere Sorte probieren?
Ansonsten würde ich mal testen, wie beide sich verhalten, wenn sie ihr Futter (vorübergehend) an unterschiedlichen Orten serviert bekommen.

Falls mein Katerchen mal freß- oder trinkfaul ist, hilft es zumeist, wenn ich ihm den Napf einfach mal hinterher trage und ggf. auch direkt vor die Nase stelle (Du weißt ja, Hunde haben Herrchen und Frauchen, Katzen haben Personal... <g>). Gelegentlich ist es auch hilfreich, ihm zunächst ein paar Leckerchen zu geben und dann ganz nebenbei den Napf "unterzujubeln". Der Übergang klappt meistens nahtlos. Eventuell kann das auch helfen, wenn Yuni sich vom Fressen zurückzieht?

Alles Gute und viel Vergnügen mit euren Fellnasen!

LG

Kommentar von Katzenkumpel ,

Herzlichen Dank für das Sternchen! <freu>

Alles Gute und LG (natürlich auch an Lilly und Yuni)!

Antwort
von sukueh, 15

Die beiden sind doch gerade mal einen Tag zusammen. Natürlich ist deine bisherige Katze erstmal irritiert. So wie sich die beiden Katzen untereinander verhalten und die alte Katze euch gegenüber ist das alles noch im normalen Bereich. Gib beiden noch mehr Zeit und alles wird gut.

Was ihr nicht tun solltet: Euch anders verhalten wie normal. Beschäftigt euch mit beiden Katzen gleich viel, auch gleich viel wie vorher.

Je ruhiger man selber bleibt und sich verhält, desto ruhiger und "normaler" werden sich auch die Tiere verhalten, weil ihr ihnen nicht durch übermäßig vorsichtiges, tüdeliges oder sonst von dem normalen Verhalten abweichendes Verhalten "sagt", dass die Situation jetzt was "besonderes" ist. Je unaufgeregter ihr seit, des ruhiger auch die Tiere.

Weiterhin alles Gute bei der Zusammenführung ! Das wird schon !

Antwort
von jww28, 10

Hi das legt sich noch :) deine Yuni ist aktuell sicher nur sehr verwirrt :D bevor du sie nun anfasst besser vorher einmal anreden damit sie merkt das du das bist und nicht das nervige Kitten ;) Und drauf achten das sie zwischendurch auch Erholung findet, das ist für sie ja auch erstmal alles anstrengend, weil das Kitten ja noch gar nix weiss und sie auch nervt. Das wird jetzt erstmal ein paar Wochen dauern bis es ruhig wird, weil das Kitten ja im Grunde die Sozialisierungsphase bei euch erleben muss. Das Kitten weiss noch nicht was andere nervt, kennt da noch keine Grenzen und kein Anstand. 

Und wichtig beobachte die beiden,geht das Kitten an den Zitzen bitte eingreifen, das kann in den Alter auch vorkommen und je nach Gemüt deiner Katze kann das dann knallen.

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