Zusammenfassung der Französischen Revolution?

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2 Antworten

Du müsstest uns mal sagen was du nicht verstehst. Schau dir meine Antwort an, schau dir nochmal dein Buch an, und dann kannst du uns ja nochmal schreiben wenn Fragen offen bleiben.

Vor 1789: Ancien régime

Du musst dir Frankreich vor 1789 als eine mittelalterliche (man sagt dazu auch "feudale") Gesellschaft vorstellen. Es gab drei Stände: Adel, Klerus, Dritter Stand. Der Dritte Stand waren alle, die nicht adlig und auch keine Priester waren, also Bürger (Anwälte, Ärzte, Unternehmer), Handwerker, Arbeiter und vor allem Bauern.

Die Bauern mussten auf dem Land der Adligen arbeiten, den Adligen einen Teil der Ernte abgeben und kostenlos für sie arbeiten (das waren die Frondienste). Die Bürger verlangten, im Staat etwas zu sagen zu haben, aber der Adel war dagegen, dass Bürger z. B. Richter oder Minister werden dürfen.

Der König war der absolute Herrscher des Landes. Es gab kein Parlament und auch keine freie Presse. Weder der Adel noch die Bürger hatten Anteil an der Politik, alle wichtigen Entscheidungen wurden vom König getroffen - der König häufte aber Schulden an, und Adel und Klerus mussten keine Steuern zahlen.

1789 - 1791: Konstitutionelle Monarchie

Weil Frankreich aufgrund verschiedener Kriege (z. B. die Hilfe für die Amerikaner gegen die Briten) praktisch Bankrott war, berief der König Ludwig XVI. die Generalstände ein. In den Generalstände saßen Vertreter von Adel, Klerus und dem Dritten Stand, sie sollten dem König erlauben, neue Steuern einzuführen. Zuerst aber stritten sich Dritter Stand und die beiden Stände, wieviele Rechte die Bürger in der Versammlung haben sollten.

Die Ereignisse überschlugen sich, und die Vertreter der Dritten Standes vereinbarten im Ballhausschwur, sich Nationalversammlung zu nennen und Frankreich eine Verfassung zu geben, um die Macht des Königs zu begrenzen. Der König ließ Truppen versammeln, das Volk bekam Angst und stürmte die Bastille - der König war gezwungen, die Nationalversammlung anzuerkennen. Die Feudalrechte wurden abgeschafft (Befreiung der Bauern), und Menschenrechte versammelt.

Langsam entstand eine neue Verfassung, die 1791 in Kraft trat - sie sah eine Konstitutionelle Monarchie vor, in der die Macht zwischen dem König und dem von den Reichen gewählten Parlament aufgeteilt ist. Außerdem beschloss die Nationalversammlung, das Land der Kirche zu verkaufen, um die Schulden Frankreichs zu bezahlen.

Dagegen lehnte sich Ludwig, ein sehr gläubiger Mensch, auf. Er schützte die Kirche, womit er sich viele Feinde machte. Viele forderten nun, den König abzusetzen. Ludwig XVI. erklärte nun 1792 Preußen und Österreich den Krieg - wenn er verliert, wird er wieder absoluter König, wenn er gewinnt, kann er seine Beliebheit zurückgewinnen.

1792 - 1795: Nationalkonvent

Das Manöver schlug fehl, es flog auf, dass Ludwig den Feind unterstüzte, und er wurde gestüzt und 1793 hingerichtet. Ein neues Parlament war gewählt worden, diesmal durften alle Männer mitwählen: Der Nationalkonvent. Im Nationalkonvent gab es zwei große Gruppen: Die Girondisten und die Jakobiner.

Zuerst hatten die Girondisten die Mehrheit, aber sie waren vielen zu gemäßigt (viele meinten, sie seien zu "lasch" gegenüber den Adligen). Die Jakobiner unter Robespierre kamen an die Macht, ließen die Girondisten hinrichten - sie errichten eine Terrorherrschaft (eine Herrschaft der Angst), ca. 30.000 Menschen wurden damals getötet. Sie hatten aber Erfolg: Im Krieg gewannen die Franzosen fast alle Schlachten, die Revolution war nicht mehr in Gefahr.

Um nicht als nächstes hingerichtet zu werden, stürzte 1794 die Mitte des Nationalkonvents die Jakobiner und tötete ihrer Anführer, z. B. Robespierre und Saint-Just. Eine neue Verfassung wurde ausgearbeitet.

1795 - 1799: Direktorium

In der neuen Verfassung, dem sogenannten Direktorium, hatten fünf Direktoren die Macht. Daneben gab es noch ein ziemlich mächtiges Parlament - das Wahlrecht hatten nur die Reichen. Das größte Problem des Direktoriums waren die Wahlen, bei denen manchmal die Jakobiner, manchmal die Anhänger der Monarchie die Mehrheit gewannen. Jedes Mal musste das Parlament aufgelöst werden, man sah das Direktorium als unfähiges System an.

Der Krieg gegen Österreich, Grobritannien und Russland ging währenddessen weiter. Der neue Held des Krieges war damals Napoleon Bonaparte, der zuerst die Österreicher aus Italien vertrieb, bevor er Ägypten eroberte. Doch 1799 kehrte Napoleon nach Frankreich zurück: Er sollte das Direktorium stürzen, denn der Krieg hatte wieder begonnen und die Direktoren schafften es nicht, ihn zu gewinnen.

1799 - 1804: Konsulat

Napoleon stürzte am 18. Brumaire mit seinen Soldaten das Direktorium und wurde Erster Konsul. Er war der wahre Herrscher Frankreichs, das Parlament wurde schrittweise abgeschafft, bevor sich Napoleon schließlich zum Kaiser krönte. Das Volk durfte darüber abstimmen, aber das Ergebnis stand von Anfang an fest, richtige "Wahlen" gab es nicht mehr.

Unter dem Konsulat beendete Napoleon nicht nur den Krieg, sondern auch die Revolution. Er vollendete sie, indem er die neue Gleichheit aller Bürger in einem großen Gesetzbuch festschrieb, dem Code civil (Zivilkodex). Nun konnte z.B. jeder Erwachsene gleichberechtigt Verträge mit anderen abschließen, was früher vom Stand abhing.

1804 - 1815: Kaiserreich

Napoleon war nun Kaiser, doch die Kriege hörten nicht auf. Napoleon begann Länder (Westphalen, Holland, Spanien) an seine Verwandten zu verteilen. Diese wurden Könige und führten eine Verfassung, den Code civil und alle anderen Errungenschaften der französischen Revolution ein.

Aber Napoleon übernahm sich, griff Russland an, verlor. Nun erhoben sich alle Staaten, wie Österreich und Preußen gegen ihn, und stürzten Napolen zweimal (1814 und 1815). Er starb 1821 auf Sankt-Helena, wo ihn die Engländer hingebracht hatten.

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Kommentar von fayolete
08.06.2016, 18:48

Super tolle Antwort! Hat auch mir sehr geholfen. Ein großes Danke. :)

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Das ist reichlich unverschämt. Arbeite gefälligst selbst. Außerdem, was gibt es bei dem Thema nicht zu verstehen?

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