Frage von julialjfi, 66

Zurück in die Essstörung.. hilfe!?

Hallo erstmal. Ich bin weiblich und 18 Jahre, leicht untergewichtig aber mit ner ganz normalen Figur. Mit 14/15 steckte ich in einer Bulimie, aus der ich allerdings recht schnell wieder rauskam. Seitdem geht es mir "gut". Aber jeder, der einmal Erfahrungen mit einer Essstörung gemacht hat, weiß, dass diese Gedanken ums Essen niemals komplett verschwinden. Seit ein paar Wochen ist es nun aber wieder extremer geworden.. sodass ich permanent dran denken muss. Vor kurzem nahm ich 3 Kg ab, die nun allerdings wieder drauf sind.. Innerhalb von 1-2 Wochen. Ich wünschte, dass es mir nichts ausmachen würde, aber ich fühle mich so beschissen. Nicht mal wegen den 3Kg an sich, sondern weil ich weiß, wie ich unnötig meine Zeit damit verschwende, über sowas nachzudenken. Mich selbst fertig zu machen. Ich fühle mich dick, obwohl ich weiß, dass ichs nicht bin und hab jetzt wieder den Druck, unbedingt abzunehmen. Na ja, wenigstens die 3Kg wieder loszuwerden. Ich würde niemals wieder erbrechen, aber zwinge mich dann krankhaft, wenig zu essen, was ich nicht immer schaffe, woraufhin dann Frustration folgt. Meine Selbstzweifel werden immer schlimmer, ich kann mich langsam wirklich absolut nicht mehr selbst ertragen.. Außerdem hab ich sehr viel Stress und Probleme momentan, mit denen ich nicht umzugehen weiß und wenn ich nicht bald was ändere, rutsche ich möglicherweise wieder tief in die Scheiße rein. Ich weiß, dass ich ein Problem habe, aber ich kann mit niemandem darüber reden. Meine Essstörung und mein Körper sind ein Thema, über dass ich weder sprechen will noch kann. Mit niemandem. Deshalb versuche ich, selber irgendwie damit umzugehen. Aber was kann ich tun? Wie kann ich mir selbst helfen? Mich selbst ablenken? Ich weiß, dass ich mich dumm verhalte, aber ändern kann ichs nicht. Das Thema verfolgt mich. Ich würde mich freuen, wenn der ein oder andere weiß, wie es mir geht... Mir vielleicht Tipps geben kann, wie ich damit aufhöre, immer dran zu denken.. Es macht mich irre und ich will das einfach nicht mehr :( Ich will nur diese schlimmen Gedanken loswerden...

Antwort
von putzfee1, 18

Du solltest über eine Therapie nachdenken. Anlaufstellen stehen in dem Linke, den lavre1 gepostet hat.

Antwort
von Glueckskeks01, 30

Dein Text hat mich irgendwie fasziniert. Du weißt genau, dass du leicht untergewichtig bist und nicht abnehmen musst und auch alles andere schätzt du sowas von richtig ein. Du erkennst das Problem voll und ganz und weißt Bescheid. Trotzdem bekommst du es nicht in den Griff. Das ist doch total krass und es tut mir so leid für dich. Deine Gedanken sind sowas von klar und richtig. Warum kann man es denn nicht umsetzen? Leider, leider weiß ich dir so gar nicht zu helfen. Sehr schade.

Einziger Tipp, den ich dir sehr ans Herz legen wollen würde, ist, mal mit einem Fachmann darüber zu sprechen. Der hätte doch sicher eine Lösung für dein Problem. Und hoffentlich bald, bevor es zu spät ist. Ich wünsche dir von Herzen alles Gute!!!!!

Kommentar von julialjfi ,

Ich spreche halt sehr sehr ungern drüber und frage mich, ob ich zu irgendjemandem überhaupt so ein Vertrauen aufbauen könnte, um wirklich komplett offen zu sein... Aber ich werde darüber auf jeden Fall nachdenken.. Vielen Dank für deine Antwort :) 

Antwort
von lavre1, 22

du verhältst dich recht klug!

Du weisst das Bullemie gefährlich ist, das das abnehmen im Übermass nicht gut ist, und hast von selbst erkannt, dass du wieder dort reingerätst.


Am besten wäre es, wenn du dir von jemandem übers schreiben helfen könntest, aber ich denke da brauchst du andere seiten als GF (oder vielleicht meldet sich jemand der dir helfen kann)

hier auch einen Link zu einer Hilfeseite:

http://www.bzga-essstoerungen.de/index.php?id=12

Ich wünsche dir viel erfolg dabei :)


Übrigens mache ich mir auch ständig gedanken um Essen, aber eher das ich essen will und nicht das ich nicht will :D

Antwort
von adianthum, 13

Das Problem der meisten Essgestörten ist wohl genau der Punkt, den du angesprochen hast:

ich kann mit niemandem darüber reden.

Außerdem hab ich sehr viel Stress und Probleme momentan, mit denen ich nicht umzugehen weiß

Dieser Kreislauf aus nicht darüber reden zu können/wollen und Stress und Überforderung, treibt dich immer tiefer in diese Spirale hinein.

Ich würde dir vorschlagen dich an einen Therapeuten zu wenden, der mit der Problematik vertraut ist. Das Vertrauen wirst du nicht beim ersten Gespräch entwickeln können, aber du kannst immerhin die "Chemie" ausloten. Ohne Sympathie wird in den seltensten Fällen Vertrauen entstehen. (Aber auch das ist möglich.)

Der erste Eindruck prägt zwar, aber er ist in vielen Fällen falsch!

Die Essstörung gaukelt dir in deiner Stresssituation vor, wenigstens "etwas" kontrollieren zu können- nämlich dein Gewicht- wenn sonst schon alles ausser Kontrolle ist. Aber letztlich kontrolliert dieses Suchtverhalten dich, und nicht umgekehrt.

Ein guter Therapeut kann dich da rauslotsen, gehen musst du allerdings selber. Dein Wille rauskommen zu wollen, ist letztlich entscheidend für den Therapieerfolg, der Therapeut ist nur das "Werkzeug", mit dem du es schaffen kannst. Du musst "nur" erstmal das richtige Werkzeug finden!

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