Lasher am 28.10.2007 um 22:30 Uhr
In unserer Werbung hier in Deutschland tauchen immer mehr Englische Wörter auf. Sei es "sale" beim Sommerschlussverkauf, oder Sprüche wie "Come in and find out" (wörtlich:"komm rein und finde wieder raus") und andere "coole" Wörter. Wie denkt ihr darüber?

Sprache ist ein Prozess und der Stillstand der Entwicklung macht sie zu einer toten Sprache. Denglisch in der Werbung finde ich nicht so nervig wie der voll krasse alda-rap den sich voll die kiddies um die ohren haun tun - aber voll ey! Zugegeben wäre ich leicht genervt, wenn ich in den Büchern, die ich privat lese, damit konfrontiert werden würde, aber solange es nur die wirklich absolut voll krass derbe unwichtige checkawerbung ist, stört das meinen Style überhaupt nicht und ich kann imma noch smoothig in meiner Chillzone abhängen.
Sprache ist im stetig Wandel. Jede Sprache benoetigt sorgfaeltig Pflege, ohne sich neuen Einfluessen zu entziehen. Weltsprache ist Englisch. Das gilt aber nicht fuer den deutschsprachigen Alltag. Geschaeftspartner unterhalten sich in der Sprache, die beide beherrschen. Werbung Englisch. Unnoetig, der Ansprechparter, Kunde, spricht deutsch. Sich bei den Unternehmen, die das vergessen, beschweren.

Wenn Werbepausen kommen lese ich immer in Zeitschriften.

Die Diskussion gab es in letzter Zeit hier in ähnlicher Form häufiger. Ich empfinde gerade die englische und die französische Sprache als Bereicherung; auch wenn sie natürlich in der Werbung genauso nerven wie die deutschen Slogans.

"Come in and find out" heißt meines Wissens allerdings "Komm herein und finde etwas heraus". Das macht dann auch mehr Sinn.
Lasher am 28. Oktober 2007 22:57 http://www.spiegel.de/unispiegel/wunderbar/0,1518,310548,00.html da hab ich es her =)lg
schnubbel am 28. Oktober 2007 23:04 Ich glaub das kam schonmal im TV. Kommt mir irgendwie bekannt vor. Weiter unten steht dann folgendes: "Verheerend fiel der Test bei anderen Sprüchen aus. So übersetzten viele Teilnehmer den Slogan "Come in and find out" mit "Komm rein und finde wieder heraus" und ... - das hatten die Unternehmen nun wirklich nicht gemeint".
Lasher am 28. Oktober 2007 23:14 Beweis dafür wie verwirrend diese Sprüche sind und wie sie interprätiert werden.
schnubbel am 28. Oktober 2007 23:20 Oder wie schwierig die Deutsche Sprache ist. Für das Verb "to find" gibt es 15 Übersetzungen. Typisch für uns Deutsche auch "find" gleich mit "finden" zu Übersetzen, da dies ja zunächst das Naheliegendeste ist.
soust am 29. Oktober 2007 07:38 @schnubbel: wenn es wirklich typisch für uns Deutsche ist, zunächst das Naheliegende zu denken oder zu tun, würde ich dies positiv sehen. Schlimm, wenn's umgekehrt wäre!
Lasher am 29. Oktober 2007 19:22 @ soust: und deine Stellungnahme? =) lg
schnubbel am 29. Oktober 2007 20:39 Manchmal kann es aber auch nicht schaden zunächst ein Weilchen nach zu denken :-)

Produkte minderbemittelter Marketingstrategen, die coole Trendwörter, die in den USA schon niemand mehr verwendet, stolz wie Neanderthaler eine Fackel, zu ihren Stamm tragen und sich lächerlich machen. Werden aber de Tiefencode der deutschen Sprache kaum schädigen, also: Keine Panik.

finde ich grausam

Kommen in den englisch-sprachigen Ländern deutsche Wörter in der Werbung vor? Bestimmt nicht, außer vielleicht der Markenname! Denkt das Marketing an ältere Mitbürger? Gewiss nicht.. meine Eltern (83/80) z.B. können damit überhaupt nichts anfangen! Mein Mann ist Franzose und versteht von Englisch nichts, was ist mit den nicht-englisch-verstehenden Leuten hier in Deutschland! Die werden garnicht berücksichtigt..
Es stoert mich nicht, solange es ein Slogan/Wiedererkennungsmarke eines Herstellers ist. Wenn es aber nur in Fetzen verwendet wird, wo deutsch genauso gut passen wuerde, finde ich es einfach nur albern. Aber ob man nun alles versteht oder nicht finde ich in der Werbung ziemlich nebensaechlich. Ist doch des Werbenden Problem wenn er die Zielgruppe nicht erreicht...

... es fördert den Schwachsinn ganz ungemein.
Ich hab inzwischen keinen Fernsehr mehr, weil mich das ganze Zeug - bis auf wirklich ganz wenige Sendungen - so angewidert hat, dass ich weder gedenglisht werden wollte, geschweige denn weiterhin verdummt werden wollte.
Lasher am 29. Oktober 2007 21:29 na ob das gut ist...

Mangelnder Nationalstolz der Deutschen. In anderen Ländern ist die "Anglisierung" nicht so weit fortgeschritten.

Ich finde, Englisch ist zwar eine Weltsprache, aber zu viele Anglizismen sind einfach nicht gut, weder für unsere Sprache noch für die Gesellschaft. Ok, manche Sachen kann man nicht gut übersetzen, aber man kanns ja wohl mal versuchen. Gerade ältere Leute, die kein Englisch gelernt haben, tun sich da schon schwer.
Die Werbung trägt leider auch dazu bei, die Ausdrucksweise zu verschlechtern. Einzelne Sprüche und Werbeausdrücke können auch einmal treffend und geistreich sein. Sehr oft sind sie aber wenig einfallsreich. Ein zu großes Ausmaß kann dem Stellenwert der eigenen Sprache schaden. Viele Menschen verlieren dann schleichend die Fähigkeit, gut passende deutsche Wörter zu verwenden und einfallsreich mit ihnen umzugehen. Der Wortschatz ist ein kulturelles Gut, von dem viel lebendig erhalten zu werden verdient. Daneben sollte die deutsche Sprache auch in einer geschmackvollen Weise für die Bezeichnung neuer Sachen weiterentwickelt werden.
Deutsch sollte beschutzt werden. Wieso nutzen wir die englischen Woerter? Gibt es im Deutschen nicht?!

Ich finde es schrecklich - bin zwar Übersetzer und ICH habe dadurch keine Probleme beim Verstehen. Aber ich glaube, so manche Omi (ich will hier niemanden diskriminieren, bin selbst eine Omi) kommt bei Aussagen wie "Let things make better" oder "It's not a trick, it's a Sony" udgl. nicht mehr hinterher. Ich fühle mich dadurch oft genervt. Ich spreche gern englisch, liebe aber trotzdem meine Muttersprache.

Bei den von Dir erwähnten Beispielen hätte man das ebenso gut oder sogar besser auf Deutsch formulieren können.
Es gibt aber inzwischen einige Begriffe, für die es gar keinen passenden Ausdruck im Deutschen gibt (Notebook, Compact Disk,...) oder wo wir in Deutschland einen pseudoenglischen Ausdruck erfunden haben (Handy), den in England kein Mensch versteht.
teardrop1109 am 29. Oktober 2007 19:46 Yep, Handy ist ein gutes Beispiel wie man ein Mobile phone handlich machen kann lol

Im allgemeinen habe ich damit überhaupt kein probelm, hin und wieder nimmt das ganze aber abstruse formen an. Wie z.B. in der autoindustrie und werbung... allein die ganzen Begriffe die da verwendet werden... Esp und Abs sagen den meisten ja schon etwas aber wie isses mit dem ganzen rest?
lustige auswüchse nimmt das ganze an, wenn läden sachen falsch einenglischen um somit diese artikel interessanter für jugendliche zu machen.. Body bag für rucksack z.B. (ist im englschen ein Leichensack)....
Mir tut unsere deutsche Sprache leid! Sprachverfall ist und bleibt Kulturverfall! Ich freue mich über die Abstimmung!

Denglisch ist ein - meiner Meinung nach mit Recht - viel diskutiertes Thema. Siehe auch hier: http://www.vds-ev.de/denglisch/

Ich kann alles auch wunderbar in unserer Muttersprache ausdrücken. Mir geht dieses Denglisch ziemlich auf die Nerven.
...aber leider kann man sachen auch nicht gut in Deutsch formulieren. Aber es ist ja bewiesen, dass davon mehr Abstand genommen wird, weil, wie du schon richtig gesagt hast, viele das gar nicht verstehen!
Was kann man in Deutsch nicht formulieren ?

Denglisch in der Werbung ist so eine Sache. Auf der einen Seite kann man mit englischen Wörtern natürlich viele Dinge vereinfachen. Man sollte es aber nicht übertreiben wie man es sehr oft auch im Fernsehen sieht.(Bsp:Werbung auf RTL,Pro Sieben usw.) Meiener Meinung nach sollte man mit englischen Wörtern in der deutschen Werbung nicht übertreiben.