Frage von Frageboenchen, 84

Zum Sterben geboren?

Hey, um erstmal alle zu beruhigen... Ich bin weder depressiv, noch irgendwie psychisch beschädigt. Ich hatte allerdings noch nie wirklich Lust am Leben. Das heißt jetzt nicht, dass ich jeden Tag Trübsal blase, im Gegenteil. Ich lache sogar manchmal sehr gerne. Ich hatte auch eigentlich nie große Verluste und meine Eltern mochten mich auch immer. Geldsorgen etc. hatte ich auch nie. Nur liegt mir echt wenig am Leben. Ich würde echt gerne tot sein und halte es auch für nichts schlimmes, nur schieben alle so ein Drama, wobei ich es vestehn kann, wenn man so nachdenkt, dass einige tote ein paar schöne Momente nicht erleben werden. Naja wie auch immer... Ich hätte mich auch gerne schon vor Jahren umgebracht wenn da nicht meine Eltern, Freunde und restliche Familie wäre. Ich weiß genau sie würden leiden und Schuldzuweisungen machen. So etwas möchte ich nicht verursachen, weswegen ich höchst wahrscheinlich auch kein Selbstmord machen werde, also erstmal keine Alarmstufe... Was ich hier fragen wollte ist eher eine philosophische Frage und nun bin ich mir auch nicht wirklich sicher, ob es Gutefrage.net erlaubt (Peace :D) Glaubt ihr es gibt Leute, die das Leben einfach nicht mögen und lieber tot wären ohne dass diese irgendein großes Leiden hatten? Ich hab diese Frage schon einmal unserem Vertrauenslehrer gefragt und er fand das ganze sehr blöd und sagte mir, dass sehr viele froh sein würden so ein Leben wie ich haben zu können, da ich immerhin auch nicht blöd oder arm bin. Mir würde also eigentlich einer erfolgreichen Zukunft nichts im Wege stellen. Dennoch denke ich, dass ich nicht wirklich auf Geld oder Familie aus bin.

Antwort
von Tasha, 22

Ich glaube, dass Leute, die so denken, evtl. eine Depression haben oder wenigstens nach etwas suchen sollten, das ihrem Leben mehr Sinn verleiht. Das kann etwas Ganz Kleines sein: Ein Hobby, ein Ehrgeiz, ein Projekt, Freunde, Haustiere, ein Ehrenamt etc. Etwas, für das man wenigstens ein paar Tage die Woche gern aufsteht, weil man sich darüber freut. Selbst wenn man ein stinklangweiliges Leben hat - anspruchslosen Job etc. - kann man etwas finden, das dem Leben Sinn verleiht und für das man sich begeistern kann.

Wenn das Grundgefühl bleibt, würde ich mal beim Arzt eine Blutuntersuchung machen lassen, evtl. ist da ein Hormon oder so aus dem Gleichgewicht geraten oder es liegt ein Nährstoffmangel vor. Vielleicht siehst du die Welt ganz anderes, wenn da etwas behoben wird.

Denke mal über eine Therapie nach. 

Schau dir evtl. - das ist ernst gemeint!  - den Film "Die Eleganz der Madame Michel"  an (Buch  "Die Eleganz des Igels"; auf Deutsch ist das Buch aber sagen wir mal sehr anspruchsvoll geschrieben). Da geht es um ein Mädchen, das sich umbringen will, weil das Leben nichts für sie oder andere bereit hält. Das Datum steht schon fest: Ihr 12. Geburtstag. Sie lernt dann 2 Menschen kennen, die ihr etwas bedeuten - keine Gleichaltrigen - und am Ende verändert sie ihre Sichtweise durch ein dramatisches Erlebnis.

Ich kann dir sagen, dass man den Tod NIE wirklich nachvollziehen kann - und die Trauer der anderen - wenn man nicht selbst eine sehr nahestehende Person, die man länger kannte, verloren hat. Und wenn das passiert, und die Person ist noch relativ jung - zu jung zum Sterben - dann hat man eine ganz andere Sichtweise auf den Satz "er/sie hatte das Leben noch vor sich", wenn man älter wird als die Person bei ihrem Tod war und überlegt, was sie evtl. alles verpasst hätte. Wenn man überlegt, welche Möglichkeiten ihr genommen wurden. 

Man stellt sich den Tod immer so einfach vor - Licht aus und ich bin weg - aber wenn man dann mal darüber nachdenkt, was man noch machen und erleben und hinterlassen möchte (alles, was einem wichtig ist), dann wäre man z.B. nicht bereit, morgen zu sterben, weil man noch so viel vorher erledigen/ erleben wollen würde. Oder anderen Menschen sagen oder zeigen. 

Man kann auch bis zum Ernstfall nie nachvollziehen, wie es ist, wenn ein Mensch stirbt. Ich dachte immer, das mir das relativ egal wäre, bis meine Mutter mal ernsthaft mit Selbstmord drohte. Und obwohl ich kein gutes Verhältnis zu ihr habe, habe ich eine Nacht durchgeheult, was ich mir vorher gar nicht vorstellen konnte.

Antwort
von Fadox45, 10

Hallo,

Deine Frage bezieht sich auf den Sinn des Lebens. Dieser ist schwer zu definieren, da jeder was anderes als Sinnvoll oder wichtig sieht. Du anscheinend nichts. Dennoch gibts Momente die dem Leben als Leben zumindest gewissermaßen einen Sinn zuschreiben. Religiöse Menschen glauben dass, das Leben im Auftrag Gottes einen Sinn hat. Andere glauben, dass Nachkommen der Sinn des Lebens ist. Und Ich glaube eine Theorie stimmt allen anderen überein.

Freude. Freude ist was was durch Gotteserfahrungen oder auch beim bekommen von Nachkommen(nicht nur gemeint ist der Akt dabei), also Menschen das Leben geschenkt zu haben.

Man kann auch Freude empfinden indem man Menschen hilft, also ihnen bei unerklärbaren Fragen eine plausible Antwort zu geben. Die Liebe bringt auch Menschen Freude. Nicht nur die Liebe zu einem Partner sondern auch zur Familie, Freunde, magische Orte (jeder hat solche wo er am liebsten Stundenlang sein möchte). Ich Liste noch weiter Sachen auf die Freude hervorrufen können:

Filme, erreichte Ziele, Sport, Entspannung, Geld, Sonne, Bildung, Internet, Schlafen/Ruhen, Sprechen, Lesen, Pc Spielen...

Und wenn man das Anschaut dann erkennt man, dass das den Inhalt des eigenen Lebens widerspiegelt.

Natürlich gibt es Menschen die Ihr leben ohne Leiden auch hassen und am liebsten tot wären, dennoch müssen diese zum Psychologen, damit sie Freude an den oben genannten Punkten empfinden...Eben Freude am Leben.

Auch wenn es nur die Freude ist Leiden besiegt zu haben z.B. Krankheiten.

Und das ist meine Auffassung von Sinn des Lebens. Freude zu empfinden, was wiederum bedeutet sein Leben zu leben

Ich hoffe du hast bemerkt wo, wann, wie oft das Lebe doch so schön ist...irgendwie doch fast immer. Und wenn nicht dann musst du dir deine Freude suchen. Das klingt leichter als es ist aber geh einfach auf eine unbekannte Sache zu, wie verrückt sie auch sein mag und du wirst es lieben lernen.

Liebe Grüße

Antwort
von Paladinbohne, 29

Also so gesehen, wie du das beschreibst, bist du schon psychisch beschädigt, wenn du Selbstmordgedanken und keine wirkliche Lebenslust hast.

Ich kann mir zumindest nicht vorstellen, dass so etwas "normal" ist und halt mal passiert.

Vllt. bist du im Unterbewusstsein einfach nicht mit diesem Leben zufrieden. Versuche es umzugestalten, mach irgendwas anders, als du es sonst machst. Studiere ein wenig die Welt und vllt. wirst du dann Neugierig und willst nicht mehr sterben.

Antwort
von akiselebt, 13

Ich bin mir ziemlich sicher, dass es solche Leute gibt. Nur weil es Menschen gibt die gerne so leben würden wie du heißt das ja noch lange nicht, dass du dein Leben komplett ausnutzen musst. Was bringt es den Armen wenn die Menschen mit Geld ihren Reichtum ausnutzen? Nichts, eigentlich ist eher das Gegenteil der Fall. Also ich persönlich finde die Antwort des Lehrers deshalb etwas unpassend. Aber ist nur meine Meinung. 

Antwort
von Doevi, 15

Frag dich doch mal selbst, was du im Leben erreichen willst bzw welche Ziele du hast. Ich persönlich stell mir den Tod ziemlich langweilig vor weswegen ich auf die Idee nicht kommen würde mir was an zutun. Das es durchaus Leute gibt die einfach keine Lust am Leben haben oder das Leben einfach nicht mögen ohne gleich depressiv zu sein. Ist aber bestimmt auch eine psychiatrische Erkrankung

Antwort
von elisabetha0000, 6

Wir sind geboren um (erfüllt) zu leben. Um das zu erreichen mus man sich damit befassen. Natürlich gehört der Tod zum Leben dazu. Ohne Tod gebe es auch kein Leben, wir hätten nicht einmal einen Namen dafür. Das Leben ist nur ein Urlaub vom Tod. Wir leben vorher nicht und auch nachher nicht. Aber in dieser Zeit sollten wir uns das Leben so schön als möglich machen. Das heißt noch lange nicht, das man auf Geld oder Familie aus sein muß. Auch mit weiniger Geld oder ohne Familie kann man ein schönes glückliches Leben haben. Menschen lassen sich immer wieder vorschreiben wie man zu leben hat. Geld oder Familie macht auch nicht immer glücklich, wenn du in deinen inneren leer bist. Es gibt so schöne Dinge im Leben die deine innere Leere auffüllen könnten, aber die mußt du erst für dich finden.Ich glaube auch, das du das nicht zu schätzen vermagst was du hast! Du hast noch nichts schlimmes erlebt, darum kannst du das Leben nicht wirklich schätzen. Dein Leben ist sozusagen langweilig, nicht erfüllt. Und das führt wiederum zur Depression. Eine Depression ist nichts anderes, als ein falsch gelebtes (leeres) Leben.

Antwort
von DerSchopenhauer, 5

Wenn, was uns den Tod so schrecklich erscheinen läßt, der Gedanke des Nichtseins wäre, so müßten wir mit dem gleichen Schauder der Zeit gedenken, da wir noch nicht waren. Denn es ist unumstößlich gewiß, daß das Nichtsein nach dem Tode nicht verschieden sein kann von dem vor der Geburt, folglich auch nicht beklagenswerter.

Antwort
von Napolipersempre, 15

Ich verstehe es nicht so ganz. Du bist nicht depressiv, aber möchtest sterben, bzw. du hast keine Lust mehr zu leben und bist müde wie eine 80-jährige, die sich das wirklich wünscht (zumindest kann das vorkommen - meistens wollen nicht mal die alten Leute sterben) .... Was bringt denn in deinen Augen der Tod für Vorteile mit sich? Profitierst du dadurch, wenn du nicht mehr da bist? 

Antwort
von gromio, 2

Hallo, Frageboenchen.....

ich selbst kenne auch Personen, die für sich den Tod für die beste Lösung halten. Die Gründe dafür sind schwer zu ermitteln und soweit mir bekannt sehr unterschiedlich.

Aber ich antworte Dir wegen Deiner Fragestellung, die man allgemein verstehen kann. Also so: Menschen werden geboren, um zu sterben. Dann spielt es keine Rolle, ob man früh oder spät stirbt.....vielleicht siehst du das so.

Nun stellt sich aber die Frage, welche Argumente es gäbe, den eigenen Tod hinaus zu schieben.

Nun, da fallen MIR eine Menge Gründe ein. Ich werde mich auf die ichbezogenen Gründe beschränken, es gibt ja auch "altruistische".

- eigene Leistungen
- Reisen
- Spaß haben
- Glück verspüren
- Essen und Trinken
- Familie (eigene)
- Gesundheit

Das sind für MICH positive Aspekte des Lebens, und ich denke, die liefern genug Gründe, nicht verfrüht das Leben zu beenden.

Allerdings gibt es Erfahrungen im Leben, auch wenn man jung ist, die so schlimm sind, dass man keinen Sinn mehr im Leben sieht. 

Vielleicht ist es bei Dir so? Sprich mit jemandem, dem Du wirklich alles anvertrauen kannst, das könnte helfen.

cheerio

Antwort
von LordSimcoe, 14

Jedes Leben endet mit dem Tod, von daher hast du Recht. Aber dazwischen ist in der Regel etwas Zeit, um dem Tod weniger in den Vordergrund des Lebens zu stellen.

Antwort
von pritsche05, 5

Das ist das schiksal aller Lebewesen !

Antwort
von WeissNichts34, 8

Wenn deine Frage jetzt war ob es solche Menschen gibt die nicht leben wollen ,... Dann:

Ja ich denke schon das es solche Leute gibt. Ehrlich gesagt bin ich glaube einer der Leute. Also ich bin nicht depressiv oder ähnliches mir geht es genauso wie dir :) scheint bei manchen Menschen halt so zu sein. 

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