Frage von EikeKruse, 17

Zukunftsprognose für den Handel zwischen den USA und Europa?

Wir haben diese Woche unsere Projektwoche und müssen für VWL eine Zukunftsprognose für das oben genannte Thema aufstellen. Das ganze stellt sich aber als schwierig heraus. Wir haben überlegt zu beleuchten, was TTIP im Besten und im Schlechtesten Fall mit sich bringt und wie es sich auf den Handel auswirkt. Allerdings gibt es ja nicht allzu viele "vertrauenswürdige" Infos zu TTIP. Meine Frage wäre nun ob hier jemand mehr weiß als ich oder ggf. schon Befürchtungen oder ähnliches hat bzw. eine Idee hat wie ich an soetwas komme.

Mit freundlichen Grüßen Eike Kruse

Antwort
von MehrWissen, 17

Liebe(r) Eike,

Sie haben sich ein wirklich forderndes Thema ausgesucht. Siewerden aber sehr, sehr viel dabei lernen!

Insbesondere die hochgepuschte überwiegend emotional eideologische TTIP-Diskussion macht Ihre Arbeit nicht leichter.

Insofern wäre ein Ansatz für Ihre Ausarbeitung(en) im Rahmen der Projektwoche zuerst eine Bestandsaufnahme über die derzeitigen Wirtschaftsbeziehungen zwischen Europa (vielleicht gemeint EU Europäische Union?)und den USA vorzunehmen. Dazu gibt es sehr aussagefähige Schaubilder mit diesem Internetlink zu Daten  der Bundeszentralefür Politische Bildung:

http://www.bpb.de/nachschlagen/zahlen-und-fakten/europa/70585/themengrafik-hande...

Ich selbst habe im Jahr 2014 an dem gleichen Thema wie Sie gearbeitet. Hier ein paar meiner damaligen Ergebnisse (allerdings nur im Hinblickauf Einfluss eines Freihandelsabkommens EU – USA):

Im März 2013 veröffentlichte das Centre for Economic Policy Research (CEPR) in London »eine Untersuchung im Auftrag der Europäischen Kommission«. Das CEPR prognostiziert einen Zuwachs des Bruttoinlandsproduktes der EU zwischen jährlich rund 68 bis 119 Milliarden Euro, das der USA würde zwischen 49 und 95 Milliarden Euro steigen, sollte das Freihandelsabkommen vollumfänglich umgesetzt werden. Vollumfänglich bedeutet in diesem Zusammenhangvor allem den Abbau von nicht-tariflichen Handelsbeschränkungen; eine bloße Absenkung der Zölle hätte den Autoren zufolge weitaus geringere Effekte.

Zu ähnlichen Ergebnissen kommen zwei Studien des deutschen ifo-Instituts im Auftrag des »Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie« und der »Bertelsmann-Stiftung«, die ebenfalls 2013 veröffentlicht wurden. Laut ifo-Institut würde beispielsweise das reale Pro-Kopfeinkommen in Deutschland durch TTIP langfristig um bis zu 4,7 Prozent steigen (EU-Durchschnitt: 5 Prozent, USA: mehr als 13 Prozent). Die Autoren rechnen zudem mit weniger Arbeitslosigkeit und steigenden Löhnen sowohl in den USA als auch in der EU.

Einevon der Fraktion der Vereinten Europäischen Linken/Nordischen Grünen Linken(GUE/NGL) im Europäischen Parlament »in Auftrag gegebenen Untersuchung« kritisiert die Ergebnisse der Studien. Die beauftragte Österreichische Forschungsstiftung für Internationale Entwicklung (ÖFSE) schätzt dievolkswirtschaftlichen Effekte im Zeitverlauf als relativ gering ein. Sowohl das CEPR als auch das ifo-Institut gehen von einer Übergangsphase zwischen 10 und20 Jahren aus, bis TTIP vollumfänglich umgesetzt sein wird. Die ÖFSE wirft den anderen Studien vor, kurz- und mittelfristige soziale Kosten wie Arbeitslosigkeit und Steuerverluste während dieser Übergangsphase zu vernachlässigen. Langfristige soziale Kosten seien vor allem bei der Senkungvon Verbraucherschutz- und Umweltstandards, also beim Abbau von nichttarifären Handelsbeschränkungen zu erwarten.

Antwort
von reinerpoli, 11

Kannst du mir deine Ausarbeitung evtl schicken?

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