Frage von sweetmelonxx3, 30

Zukunftsängste und Unsicherheit bei der Studienwahl?

Hey, vorneweg, ich bin Erstsemester in BWL (ja ich weiß, bitte kein bashing "^^). Zu mir, damit ihr meine Situation versteht. Ich habe mich praktisch von jetzt auf gleich fürs Studieren entschieden. Ich komme aus einer Arbeiterfamilie und das Studieren war für mich bis vor kurzem gar kein Thema, weil ich mich nie so "elitär" gesehen habe. Mein Abi war ebenfalls reiner Zufall. Jedoch hat mich das Abi zum Schluss sehr verändert und bereichert. Ich habe mich für ein Studium angemeldet um zu sehen ob ich eine Chance hätte. Siehe da ich bekam sie. Und das fühlte sich so gut an, dass ich meine Pläne fürs allgemeine Abi hinten anstellte. Ich bekam von jetzt auf gleich eine riesen Motivation und Wissendrang und wollte unbedingt studieren. Nun war ich aber nicht informiert, weil ich ja nie das ganze geplant habe. Ich nahm BWL, weil ich ausm Wirtschaftszweig komme und einfach dachte damit kann ich später auch noch wo anders arbeiten. Zum Punkt. Ich bin mir nicht mehr sicher, ob ich es wirklich will. Ich bin eigentlich vom Typ her kreativ und diskutiere gern, hinterfrage vieles. Mich interessieren am meisten die Gesellschaft, Kultur, menschliches Verhalten und Sprachen. Alles Dinge die man eigentlich nicht mit BWL verbindet. Ich habe auch Angst, später in der Wirtschaft nur für den Profit zu arbeiten. Ich habe starke moralische Eigenschaften und würde mich sehr schlecht fühlen die Menschen zu verarschen und reinzulegen. Ich habe mir zuvor eingebildet, ich könnte mit einem Master eine andere Richtung einschlagen danach , aber ich bin nicht mehr sicher ob das geht. Bei der Suche habe ich bemerkt, dass mir Wirtschaftspsychologie, wegen dem Sozialen besser gefällt. Aber im Bachelor komme ich nie rein und ob es im Master ginge ohne Psycho Vorkenntnisse weiß ich nicht. Naja, was ich euch jetzt frage. Kann ich mit BWL irgendwas machen, wo ich mich nicht Profitgierig fühle oder wo man die Menschen nicht ausbeutet? Welche Master könnte ich danach machen, die vielleicht auch das soziale verbinden? Kann ich als Wiwi Bachelor alle WIWI Master machen? Soll ich doch in was soziales wechseln, auch wenn ich dort wenig verdiene? (Dazu noch, ich bin 22 und keine Ausbildung. Jedes Jahr extra, wirkt sich negativ aus). Wäre so froh über Antwort. Danke. LG.

Expertenantwort
von Joshua18, Community-Experte für Schule, 9

Also das wissenschaftliche BWL Studium an der Uni ist grundsätzlich wertfrei. Wenn das nun aber ausseruniversitär weitgehend zur Gewinnmaximierung verwendet wird, so ist das nicht die Schuld dieser Wissenschaft.

Genausowenig ist das Gebiet der Physik schuld, wenn mit deren Wissen Kernwaffen (in letzter Zeit leider ziemlich unbeachtet wieder vermehrt !!) hergestellt werden.

Allerdings wird dieser allumfassend ausgebildete Betriebswirt im Sinne von "dispositiver Produktionsfaktor nach Gutenberg" so gut wie gar nicht mehr gebraucht. Das Studienmodell entstammt noch den Denkweisen der Gründerzeit. Heute ist jedoch nach dem Studium so gut wie jeder BWLer irgend ein Spezialist.

Ob man das ganze überfrachtete Wissen der Uni in Mathe, Statistik, Jura, VWL etc. nun unbedingt braucht, um z.B. ein guter Controller zu werden, könnte man diskutieren. Immerhin kann man sich ja, ohne das ganze Uni-Wissen, auch nur zum Controller (staatl. geprüft) ausbilden lassen.

Welcher Uni-Absolvent kann nach 10 Jahren Praxis noch die Aufgaben der induktiven Statistik von der Uni lösen und wer braucht das überhaupt noch ?

Antwort
von NewKemroy, 9

Na, Du kannst doch dann Dein gewonnenes Wissen umgekehrt anwenden, indem Du die Tricks und Fehlverhalten der Wirtschaft aufdeckst. Wenn Du eine soziale Ader hast, dann finde heraus wo die Ursache der vielen Missstände liegt. VWL wäre da vielleicht noch besser.


Kommentar von sweetmelonxx3 ,

Mich interessiert VWL auch mehr, aber ich nahm es nicht, weil ich überall gelesen hatte, man braucht viel viel Mathe. Und das ist auch nicht meine starke Ader.

Antwort
von BTyker99, 3

Ich kenne mich mit Bachelor und Master nicht aus, da ich noch aus der Diplom-Zeit komme. Grundsätzlich denke ich aber, dass es sehr wichtig ist, dass man den Weg einschlägt, der einem auch langfristig Freude bereitet. Ich habe ein Studium abgeschlossen, dass ich ähnlich wie du nur zufällig ausgewählt habe. Es war zwar kein großes Problem, das durchzuziehen, aber anschließend habe ich den Beruf an den Nagel gehangen, weil mir das eigentlich nicht zusagt.

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