Zuhören können
Im positiven Bestreben meinen Freunden immer mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, merke ich oft wie ich ganz einfach vergesse das mein Rat nicht immer so auch gefragt ist. Manchmal hat mein Gegenüber ganz einfach nur den schlichten Wunsch, einen Zuhörer zu finden dem er vertraut und keinen Ratgeber. Durch diese ungestüme Art von mir, lief ich in letzter Zeit oft Gefahr eine wertvolle Freundschaft zumindest zu beschädigen und das hat mich dann doch stark mitgenommen. In letzter Zeit hat sich das schon wesentlich gebessert aber vielleicht gibt es hier User mit ähnlichen Erfahrungen. Für nützliche Vorschläge wie dieses Problem effektiv und auf Dauer zu lösen sei, wäre ich dankbar.
-
6 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich
Lieber JZG,
wer Deine GF-Beiträge regelmäßig liest, wird kaum auf die Idee kommen, dass Du irgendetwas falsch machen könntest, was Ratschläge und Freundschaften anbetrifft. Du sprichst in Deinem Kommentar hier von einer empfindlichen Person, die Du vielleicht "falsch" angegangen bist. Du kannst es nicht allen recht machen; mit manchen wirst Du mehr Ärger haben als mit anderen (ich spiele jetzt auch mal auf das Thema Mann-Frau an, denn Frauen wollen eher einen Zuhörer, Männer einen konkreten Rat, nur so am Rande...)
Nun bin ich der Meinung, dass vor allem Authentizität zählt. Sei einfach wie Du bist. Wenn Du das Gefühl hast, eine Person möchte gerade keinen Rat, dann geh einfach einen Schritt zurück. Freunde können doch auch signalisieren, wenn ihnen ein Thema nicht behagt. Oft wird der Rat ja doch beherzigt, was in der bestimmten Situation nicht gerne zugegeben wird.
LG, aniela
-
13 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich
Tolle Frage ! Ich würde sagen 60:40 für's Zuhören. Problem dabei: Jeder ist täglich anders drauf. Mal mehr intro- und mal mehr extrovertiert. "Schön" ist es zum Beispiel mit meinem Nachbarn "Andreas" sollten wir beide gleichzeitig an dem Tag extrovertiert drauf sein... lach
Das Problem bei ihm - er redet ohne Ende und wenn man selber was sagen will wird seine Stimme sogar noch lauter.In jedem Fall halte ich das Zuhören für wichtiger. Wenn das der Gesprächspartner ebenso sieht - Optimal !! Ansonsten bleibt man mit seinen eigenen Kommentarwünschen etwas zurück. Läßt sich eben leider nicht vermeiden.
Aber: Wenn es mir wichtig ist und ich möchte dem Anderen zwischendurch was entgegnen hebe ich meine Hand. Dann wird der Andere nicht unterbrochen und kann sich danach auch meiner Gedankenwelt zuwenden...
LG
-
-
4 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich
Ja, es ist nicht einfach zu trennen, Zuhörer oder Ratgeber. Weitermachen!
Auch ich habe früher einfach unbekümmert meinen Senf dazugegeben. War voller Tatendrang und die Worte dazu kamen leicht. Habe auch viel erreicht und durchgestanden, ...
Heute bin ich da zurückhaltender geworden. Zum einen aus dem Grund, weil ich von den Idealen, die ich habe selber nicht alles erfüllen kann. Diese Idelae gebe ich aber deswegen nicht auf. Ich arbeite daran und habe damit genügend oder mehr mit mir selbst zu tun. So bin ich etwas schweigsamer geworden. Nach dem Motto "Kehre erst mal vor Deiner eigenen Türe".
Zum anderen ist mir einfach auch mehr und mehr bewusst geworden, dass andere auch nicht dumm sind. Dass andere auch nachdenken und etwas gelernt haben. Auch ich höre mehr zu als früher. So mache "grossen Worte" und auch Probleme überlasse ich inzwischen gerne anderen. Ich denke auch, dass ich mich erst mal tief in eine Situation hineindenken sollte, bevor ich die "offensichtliche" Lösung glcih so daherrede. Das Gegenüber steckt viel tiefer in der Sache, und ist nicht umsonst ratlos. Da kann es nicht sein, dass ich die Lösung schon weiss, bevor ich mir lange Zeit genommen habe.
Ich glaube und hoffe auch, dieser Rücktzug findet statt, weil wir reifer geworden sind. Wenn ich an ausgeglichene alte Menschen denke, so achte ich vor allem ihre Ruhe, ihr Bedachtsein. Und sehe mich selbst hoffentlich auf dem Weg dorthin.
Vieleicht wirst ja auch Du einmal ein weiser alter Mann, wenn Du so weitermachst.
Kommentar von JZG22061954JZG22061954 11.06.2011Vielen Dank für deine Antwort, da steckt sehr viel Wahrheit in deinen Worten. Dein letzter Satz regt mich aber zum Kommentar an, könnte ich doch ein relativ junger weiser Mann bleiben, wäre schön. Im Ernst ich habe schon im Bezug auf die bewusste Person meine Art umgestellt respektive angepasst und nun kommen wir wieder ganz prima miteinander aus. Ohne mich selbst loben zu wollen, das zeichnet mich aus das ich nach Misserfolgen wenn ich das mal so nennen darf dann in mich gehe und auch in mir zu erst nach dem Fehler suche und überlege wie kann ich es besser machen.
Kommentar von VielesNeu1968VielesNeu1968 11.06.2011Ist es wirklich soooo wichtig, jung zu bleiben? Ich meine, wir sind es doch längst nicht mehr.
Und ehrlich gesagt, ich bin froh, so manche Probleme der Jugend und der Familienanfangsphase hinter mir zu haben. Ich stelle bei mir selbst aber auch bei Freunden einen Wertewandel fest.
Oder meinst Du, dass Du jetzt schon weise bist, aber noch gar nicht richtig alt? Könnte sein. Dann kann Dir ja nur das passieren, dass Du eben noch weiser wirst. Und das ist doch gut, oder?
-
-
3 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich
Hi,
Ich hab hier mal so eine ähnliche Frage gestellt, weil genau das Problem hatte ich auch, nur nicht mir der Freundin (bezogen auf meine Frage von damals), sondern mit den Eltern und vielen Bekannten und Freunden...
Ich weiß jetzt zumindest, dass es Leute gibt, die einem vorwerfen, nicht zuhören zu können, aber selber nicht zuhören!
Die Kommunikation untereinander verläuft nie ganz Reibungslos, vielleicht erst dann, wenn man sich "ganz ohne Worte versteht" und alles gequatsche und gerede einfach bloß da ist, weils Spaß macht und gut tut.
Viele Unklarheiten sowohl bei sich selbst, als auch mit dem Anderen, kann man eben sehr gut durch reden lösen.
Mein Fazit: Wer nicht zuhört, dem nichts sagen. Wer zu viel plappert, dem nicht zuhören oder mal STOPP sagen, klappt aber nicht bei jedem gleich gut. Manche Leute sind scheinbar prädistiniert dafür, Missverständnisse hervorzurufen. Solange das aber auf Gegenseitigkeit beruht, ist das ok und man wird schon irgendwie einen Konsens finden. Alles andere ist eher so ne Art Lehrer- und Schüler oder Chef -und Mitarbeiter - Rollenverteilung.
Missverständnisse zwischen Partnern sind und waren von vornherein vorprogrammiert^^
Gruß, August
-
3 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich
Es verwirrt mich, dass du das so klar trennen willst.
Sollte man Freunden in der Not nicht eher beides, nämlich Zuhörer UND Ratgeber sein?
Eigentlich ist doch lediglich ein schlechter und wenig durchdachter Rat schlechter als gar keiner. Ein guter Rat hingegen sollte eigentlich immer erwünscht sein, weil er demjenigen mit dem Problem helfen kann selbiges zu bewältigen.
Ich glaube es wird schwierig dir zu helfen, wenn du so allgemein bleibst. Ein Fallbeispiel könnte vieleicht helfen dir besseren Rat zu geben.
Kommentar von JZG22061954JZG22061954 15.05.2011Trennen möchte ich es deshalb, weil ich merkte mit meinem nicht gefragten Rat der auch noch recht radikal daher kam doch mehr Schaden als Nutzen erreicht zu haben zumal ich auch noch die Sensibilität der betroffenen Person und das besondere an der Lage nicht vollständig berücksichtigt habe.
Kommentar von pillipowerpillipower 15.05.2011Das hört sich für mich an, als hättest du über deinen Rat zu der Situation nicht sehr intensiv nachgedacht, bevor du ihn ausgesprochen hast.
Also ich würde vermuten, dass es dann wirklich schlicht an deiner Impulsivität liegt. Es ist richtig, dass es manchmal einfach nichts zu sagen gibt, da will ich dir nicht widersprechen, aber meiner bisherigen Erfahrung nach war ein Dialog mit Freunden in Not meist besser als ein reines Zuhören und Schweigen.
Impulsivität kommt ja meist aus Kreativität und Begeisterung heraus, eine Idee schießt einen durch den Kopf, man findet sie toll und schwupp ist sie ausgesprochen (oder durchgeführt)
Du könntest versuchen dir anzugewöhnen, dass du vor dem Aussprechen einer Idee kurz überlegst, was schlecht an der Idee ist. Das hilft vieleicht ein bisschen gegen die Begeisterung über die Idee und du kannst deinen Rat objektiver beurteilen, bevor du ihn aussprichst.
Leider fällt mir im Moment nichts hilfreicheres ein.
Kommentar von moebi64moebi64 23.11.2011Also ich halte das schon für sehr hilfreich, nur leider ist es manchmal sehr schwer umzusetzen, kreative Ideen brennen immer so fürchterlich auf der Zunge. ;-)
-
2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich
so wie sich das anhört bist du auf dem richtigen weg, sei nicht zu streng mit dir selbst, dann bist du irgendwann nicht mehr spontan und authentisch genug.
Ich denke das trifft so ziemlich genau des Pudels Kern. Ich sollte und muss halt künftig besser auf die ausgestrahlten Signale achten um rechtzeitig so zu sagen einen Gang herunterzuschalten. OK inzwischen habe ich ja auch begriffen das nach einem stressigen Tag der Wunsch so zu sagen ausgerechnet von mir in die Mangel genommen zu werden sich in doch sehr verständlichen Grenzen hällt, da ist eher einfühlsames zuhören und Trost gefragt, vielleicht auch dann und wann mal eine Frage sofern diese in der gegebenen Situation angebracht ist und auch zugelassen wird. Werde ich künftig beherzigen.
danke für den "Stern"!
WOW - jetzt wieder ohne Anführungsstriche - der Stern ist wieder da. hurra!