Zugewinn 2016?

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3 Antworten

Es wird am Ende der Ehe eine Gegenüberstellung der "Geldwerte" vorgenommen:

  • Was ist insgesamt vorhanden (Vermögen, Schulden)
  • Was hat jeder der Beiden bereits vor der Ehe besessen (Vermögen, Schulden)
  • Die Differenz daraus ergibt den "Zugewinn", von dem jedem Ehepartner die Hälfte zusteht. 
  • Das eigene voreheliche Vermögen/ Schulden gehört auch nach der Ehe wieder jedem allein...


Bezüglich des Hauses bedeutet das:

  • Wer laut Grundbuch der Eigentümer des Hauses ist..., hat auf den eigentlichen Zugewinn keinen Einfluss. 
  • Der- bzw. Diejenigen können lediglich über das Haus an sich (als "Gegenstand") verfügen. 


"  Was wäre denn,wenn sie das Haus einfach ihren Eltern schenkt....wäre doch sehr clever...und der Mann ginge leer aus..."

  • Wenn es verschenkt würde, hätte das also auch keinen Einfluss auf dessen Geldwert...(soviel also zur "Cleverness")


Das Haus als Geldwert erfuhr während der Ehe eine "Wertsteigerung" von ursprünglich 50.000 auf 180.000 Euro, es wurde also ein "Zugewinn" von 130.000 Euro erwirtschaftet, von dem jedem Ehepartner  je die Hälfte zusteht.

Das, was jeder vor der Ehe an Vermögen oder Schulden besessen hat, bleibt auch nach der Ehe weiterhin allein sein Vermögen oder seine Schulden - und fließt nicht in den Zugewinn ein, sondern muss bei der Aufteilung von "Hab und Gut" ggf. verrechnet werden.

  • Der Mann war nicht verpflichtet, die vorehelichen Schulden der Frau mit abzutragen. Hätte er dies allerdings aus seinem eigenen vorehelichen Vermögen getan, wäre es entsprechend anzurechen (aus dem Zugewinn "herauszurechnen"..)....

Ein von beiden gemeinsam in der Ehe aufgenommener Kredit wäre hingegen von beiden gemeinsam zu bedienen - aus dem während der Ehe gemeinsam Erwirtschafteten... 

  • Die vorehelichen Schulden der Frau und/ oder mögliches voreheliches Vermögen/ Schulden des Mannes wären aus der gemeinsam getilgten Schuld "herauszurechnen". 

Wäre aus dem gemeinsamen Kredit noch eine "Restschuld" offen, würde diese am Ende der Ehe in den Zugewinn einfließen - also auch je hälftig auf beide Ehepartner verteilt.

Die Arbeitsleistungen des Mannes am Haus hätten keinen Einfluss auf den Zugewinn, ebenso wenig der Umstand, welchen Anteil jeder Ehepartner am gemeinschaftlich Erwirtschafteten tatsächlich erbracht hat....

  • Die Aufrechnung der Arbeitsstunden könnte lediglich dem damaligen Verkäufer des Hauses angerechnet werden
  • Wenn er deswegen der Frau etwas zurückzahlen muss, beeinträchtigt das dann ggf. ihre vorehelichen Schulden.....

Nun reicht die Frau die Scheidung ein...denn das Haus ist ja fertig. Und will alles behalten und keinen Cent bezahlen.

Den Zahn muss ihr ggf. der Anwalt des Mannes ziehen.

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Das Vermögen der Ehefrau betrug bei der Heirat minus 120.000,- Euro (Hauswert 50.000,- abzüglich Schulden 170.000,- ). Wert aktuell: 180.000,- Euro abzüglich 100.000,- Euro Restschulden = 80.000,- Euro. Zugewinn der Ehefrau also (soweit kein anderes Vermögen oder keine anderen Schulden bei ihr vorhanden sind): 200.000,- Euro. Dieser Zugewinn ist sodann mit dem Zugewinn des Ehemanns zu vergleichen, die Hälfte der Differenz ist auszugleichen. Allerdings schreibst Du etwas von einer Grundschuld. Wenn diese Grundschuld auf dem Haus der Frau liegt, muss die aktuelle Höhe der Grundschuld noch vom Zugewinn abgezogen werden.

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Was wäre denn,wenn sie das Haus einfach ihren Eltern schenkt....wäre doch sehr clever...und der Mann ginge leer aus

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