Frage von banjo35, 99

Zugeben auch wenn ich es nicht gemacht habe?

Die Polizei hat mir vorgeworfen dass ich an der Ampel mit rot vobei gefahren bin.ich habe nicht zugegeben weil ich das nicht gemacht habe.Aber ich bin mir nicht 100% sicher. Frage: falls ich schriftlich offiziel nicht zugebe,was passiert? ich habe eine Rechtschutz aber vor Gericht wenn ich verliere soll ich die kosten der Gegnerische Seite bezahlen? wenn ja,wieviel? Wenn ich zugebe wie hoch ist die Strafe? was soll ich machen? besser zugeben?

Antwort
von TheGrow, 16

Hallo banjo35,

zunächst hat die Polizei erst einmal nur ein Ordnungswidrigkeitenverfahren gegen Dich eingeleitet. Die Polizei ist aber nicht für die Ahndung von Bußgeldern zuständig, sondern die Bußgeldstelle des Landkreises in dem der Verstoß begangen wurde.

Die Bußgeldstelle erlässt auch nicht sofort den Bußgeldbescheid, sondern sendet Dir erst einmal einen Anhörungsbogen zu.

In dem Anhörungsbogen musst Du Angaben zur Deiner Person machen und kannst Dich zur Sache äußern und ankreuzen:

  • ob Du den Verstoß zugibst oder
  • ob Du den Verstoß bestreitest oder
  • ob ein Anderer zum Tatzeitpunkt Dein Auto gefahren hast.

Da Du die Tat nicht begangen hast, kreuzt Du logischerweise auch an, dass Du den Verstoß bestreitest / nicht zugibst.

Im Feld Sachverhalt führst Du dann an, wie sich die Angelegenheit aus Deiner Sicht abgespielt hat. Zudem gibst Du Deine Frau als Zeugin an. Gleichzeitig würde ich ein Schriftstück Deiner Frau beilegen, in dem sie Deine Angaben bestätigt.

Die Bußgeldstelle entscheidet dann:

  • ob sie das Ordnungswidrigkeitenverfahren gegen Dich einstellt oder
  • ob sie einen der beiden folgenden Bußgeldbescheide erlässt:

***************************************************************************************

Tatbestandsnummer: 137600

Tatvorwurf: Sie missachteten das Rotlicht der Lichtzeichenanlage.

Ordnungswidrigkeit gem.: § 37 Abs. 2, § 49 StVO; § 24 StVG; 132 BKat

Bußgeld: 90,00 Euro plus 28,50 Euro an Verwaltungsgebühren

Punkte: 1

Fahrverbot: Nein

Eintrag als A - Verstoß

***************************************************************************************

Tatbestandsnummer: 137618

Tatvorwurf: Sie missachteten das Rotlicht der Lichtzeichenanlage. Die Rotphase dauerte bereits länger als 1 Sekunde an.

Ordnungswidrigkeit gem.: § 37 Abs. 2, § 49 StVO; § 24, § 25 StVG; 132.3 BKat; § 4 Abs. 1 BKatV

Bußgeld: 200,00 Euro plus 28,50 Euro an Verwaltungsgebühren

Punkte: 2

Fahrverbot: 1 Monat

Eintrag als A - Verstoß

***************************************************************************************

Sollte einer der beiden Bußgeldbescheide erlassen werden, würde ich gegen den Bußgeldbescheid fristgerecht Einspruch einlegen.

Da Du wie Du schreibst eine Rechtschutzversicherung hast, kommt diese für alle Kosten des Einspruchverfahrens auf.

aber vor Gericht wenn ich verliere soll ich die kosten der Gegnerische Seite bezahlen?

Die Rechtschutzversicherung trägt auch die Kosten einer Gerichtsverhandlung wenn Du verlierst. Um genau zu sein, dafür ist sie ja da. Wird Deinem Einspruch stattgegeben, trägt die Staatskasse die Kosten des Verfahrens.

Und eine gegnerische Seite gibt es in diesem Ordnungswidrigkeitenverfahren nicht.

Es gibt nur:

  • Dich als Betroffener im Ordnungswidrigkeitenverfahren und die
  • Polizisten als Zeugin, sowie
  • Deine Frau als Zeugin

Auch evtl. anfallende Kosten für die Zeugen, werden im Falle des Unterliegens von der Rechtschutzversicherung getragen.

In Kurzform alles zusammengefast:

Ich würde den Verstoß auf gar keinen Fall zugeben, sondern diesen bestreiten und im Falle das ein Bußgeldbescheid erlassen wird, gegen diesen Einspruch einlegen. Der Einspruch hat ja keine negativen Folgen für Dich. Selbst wenn Du vor Gericht unterliegst, erhöht sich ja die Strafe nicht und alle anfallenden  Kosten des Verfahrens sind durch die Rechtschutzversicherung abgedeckt.  

Gleichwohl, muss man natürlich mit großer Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass die Richter keine Zweifel an den Zeugenaussagen der Polizisten haben werden. Trotzdem würde ich es zumindest versuchen die Ahndung einer Tat die Du nicht begangen hat zu verhindern.  

Schöne Grüße
TheGrow

Antwort
von Sunamieh, 34

ich würde es auch lieber zu geben falls die beweise haben. Zu den anderen punkten also sprich kosten etc. kann ich dir leider nichts sagen. Drücke dir die däumchen!

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