Frage von Mondraute, 30

Zucker im Tee & Charakter?

Hallo,

ich habe vor Kurzem mitbekommen, dass unter den Araber (und Indern) die Anzahl der Löffel Zucker im Tee (Schwarztee) etwas über den Charakter der jeweiligen Person aussagt. Kann mir jemand mehr dazu sagen, denn ich finde das wirklich interessant?

Antwort
von gschyd, 30

Eine wirklich interessante Frage - zu Arabern / Indern fand ich (auch noch) nichts - dafür zur teetrinkenden Nation in (noch) EU :)

Die britische Sozialanthropologin Kate Fox hat im Buch «Watching the English. The Hidden Rules of English Behaviour» (2004) festgestellt: «Zucker in den Tee zu tun, wird als Indiz für die Zugehörigkeit zu einer niedrigeren Klasse betrachtet. Schon nur ein Löffel ist verdächtig; mehr als einer, und man ist höchstens noch tiefere Mittelklasse. Zwei und mehr Löffel, und man gehört sicher zur Arbeiterklasse.».

http://www.nzz.ch/gesellschaft/lebensart/gesellschaft/kalorien-fuer-die-arbeit-1...

Dass es was mit Status (Luxusprodukt) zu tun hat ist nachvollziehbar - aber mit dem Charakter ...?

Kommentar von gschyd ,

Und eine Anekdote über Zucker & die Schotten

Über die angeblich so geizigen Schotten werden viele Witze
erzählt und niemand weiß mit Bestimmtheit zu sagen, ob sie diesen Volksstamm zutreffend kennzeichnen. Eines kann man aber mit Sicherheit sagen, dass Geizige nicht nur in Schottland leben.

Ein bekannter Schriftsteller, der alle Landschaften Großbritanniens kennen gelernt hatte, pflegte zur Charakterisierung der einzelnen Bewohner die folgende Geschichte dem Sinne nach so zu erzählen:

Das Teetrinken ist eine alte englische Sitte, und fast alle Engländer sind große Kenner des Tees. Beim Teetrinken zeigte sich am deutlichsten, welchen Charakter ein Mensch hat.

Wenn man in England, nachdem man schon ein Stück Zucker in die Teetasse getan hat, die Hausfrau um ein zweites bittet, so gibt sie nach langem Suchen dem Gast das kleinste Stück aus der Zuckerdose. In Nordirland dagegen reicht die Hausfrau mit der größten Selbstverständlichkeit dem Gast die Zuckerdose und bittet diesen, sich zu bedienen.

Und wie werden nun die Schotten beschrieben? Wenn in Schottland der Gast in aller Bescheidenheit äußert, dass ihm der Tee nicht süß genug sei, so erwidert die Hausfrau leise, aber so bestimmt, dass kein Widerspruch möglich ist: „Vielleicht haben Sie noch nicht richtig umgerührt!"

Kommentar von Mondraute ,

Im Internet war ich leider auch nicht fündig, aber danke dir für deine Antwort... war interessant zu lesen :)

Antwort
von Ethesok, 23

Hmm, also ich als Araber habe davon nie gehört und kann es mir schlecht vorstellen, denn sogar orientalische Süßigkeiten werden oft in flüssigem Zucker eingetaucht. Von der Geschmacksgrenze her ist es also entweder volle Kanne oder gar nicht.

In der Regel wird der Zucker bereits in der Teekanne reingetan, und sollte dies mal nicht der Fall sein und eine Zuckerdose daneben liegen, dann nimmt jeder 3 Löffel minimum, es sei denn man ist Diabetiker (was in jener Gegend gar nicht so selten vorkommt).

Kommentar von Mondraute ,

Danke dir für die Antwort... vielleicht ist das nur in bestimmten arabischen Ländern bekannt, aber ich habe bis jetzt noch nicht erlebt, dass der Tee vorher in der Kanne gesüßt wird :D

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