Frage von Svexx, 40

Zu welcher Zeit und in welchem Land färbten sich Frauen die Wangen rot und trugen die Haare wie geflochtene Zöpfe?

Hallo,

mich interessiert das ganze aufgrund der Bilder im Voynich-Manuskript:

http://www.bibliotecapleyades.net/ciencia/imagenes_manuscrito/manuscrito140.jpg

Sollte es mehrere Epochen oder Länder geben, die zutreffen könnten, ist natürlich eine Mehrfachnennung möglich.

Danke und Grüße,

Svexx

Antwort
von Jerne79, 14

1. Nur weil Wangen rot dargestellt werden, heißt das nicht, dass das Rot künstlich ist.

2. Die meisten der dargestellten Damen tragen  einen Kopfschmuck. Geflochtene Haare wirst du überall im europäischen Raum finden, da es für erwachsene Frauen generell nicht üblich war, die Haare offen zu tragen. Um zu entscheiden, ob es sich bei den Kopfbedeckungen um Kränze und/ oder Hauben handelt, müsste man sich intensiver mit den verwendeten Darstellungstraditionen auseinandersetzen. Auf den ersten Blick scheint es sich eher um Kränze zu handeln.

Kommentar von Svexx ,

Und wenn es Kränze wären... wo kamen die vor?

Mit den Wangen hast du recht, sie könnten auch einfach nur darstellen, das die Damen allesamt bester Gesundheit sind.

Kommentar von Svexx ,

Es könnten sogar so eine Art Badekappen sein, oder? Fällt mir gerade auf.

Kommentar von Jerne79 ,

So leid es mir tut: Wenn du dich an solche Interpretationen wagen willst, solltest du dich mit der mittelalterlichen Bildsprache bereits auseinandergesetzt haben. Sonst wird es zu der Art Raterei und Spekuliererei, die du gerade betreibst.

Badekappen gab es nicht, was beim Baden getragen wurde, waren verschiedene Kopfbedeckungen, die sich aber in den seltensten Fällen von jenen unterschieden, wie man sie auch auf der Straße trug. Und wenn sie sich unterschieden, dann waren das eben gewickelte Tücher, wie sie aber ebenfalls auch in einem anderen Kontext vorkommen können. Hier handelt es sich sehr deutlich NICHT um irgendwelche Tücher oder Kappen. Gewickelte Kränze werden häufig durch parallel verlaufende Querlinien angegeben, die Frage ist, ob es sich bei den eher unruhigen oberen Linien auf einigen Köpfen auch um Hauben handeln kann.

Beide Typen der Kopfbedeckungen findest du in unterschiedlicher Form im europäischen Mittelalter. Hier Unterscheidungen treffen zu wollen anhand der fahrigen Zeichnungen, wäre mir zu gewagt. Wenn du tatsächlich über die Kopfbedeckung eine Lokalisierung anstrebst, musst du dich da wohl oder übel selbst einarbeiten. Das kostet eine Menge Zeit, insofern werde ich dir diese Arbeit sicher nicht abnehmen.

Antwort
von altgenug60, 26

Wenn du dieses Manuskript entschlüsselst, ist dir vermutlich ein Nobelpreis sicher. Das Verwirrende ist ja da, das alles überhaupt keinen Sinn ergibt.

Kommentar von Digarl ,

Wenn etwas keinen Sinn ergibt, kann man es auch nicht entschlüsseln. Alles was verschlüsselt ist ergibt einen Sinn. Außerdem ist das Wort "Verschlüsslung" hier ja sowieso nicht so ganz passend (ja, ich habe das Wort eingeworfen). 

Kommentar von Svexx ,

Das es keinen Sinn ergibt würde ich nicht sagen - es ergibt nur keinen offensichtlichen Sinn.

Ich bin auf alle Fälle gespannt ob bzw. was es noch alles für Ansätze geben wird, das Manuskript zu ''entschlüsseln''. :)

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