Frage von mrradiohead1000, 198

Zu welchem Zeitpunkt oder Zeitraum haben die westlichen Länder den Orient bzw. die islamischen Länder in puncto Wissenschaften überflügelt?

Im Mittelalter (bzw. dem Goldenen Zeitalter des Islams) waren die Muslime dem Westen bekanntlich meilenweit voraus: egal ob nun Astronomie, Medizin oder Philosophie. Mich würde nun interessieren, warum dies im späteren Verlauf der Jahrhunderte nicht mehr der Fall gewesen ist.

Antwort
von Agentpony, 91

Um die Frage zu beantworten, musst Du die Hintergründe der ursprünglichen Rückständigkeit des "Westens" betrachten.

Traditionell waren die Hochkulturen des Okzidents um das Mittelmeer gelagert. Mit dem Zerfall des römischen Reiches ging hier die ordnende Hochkultur für den gesamten Zentral-  und Westeuropäischen Raum verloren, und es schlossen sich Jahrhunderte des zersplitterten Feudalismus an. Für eine geisteswissenschaftliche Elite war hier kein Platz und kein Support.

Das sogenannte "dunkle Mittelalter" hatte also keinen Zugriff mehr auf viele Errungenschaften einer Hochlkultur. Stattdessen hat sich aber die politische und gesellschaftliche Entwicklung stark beschleunigt und unsere Gesellschaft an den Punkt transformiert, daß "wir" einfach die besseren Voraussetzungen für die Herausfoderungen der Aufklärung hatten. Ein ganz wichtiges Element hier ist die Anerkennung und Etablierung des Bürgertums.

Das läßt sich vielleicht vergleichen mit einem Konzern, der sich im Zuge einer Umstrukturierung komplett umbaut und neu aufstellt. Wenn dies gelingt, hat der Konzern danach  eine ungleich bessere Basis, aufgrund derer zukünftige Erfolge erzielt werden können.

Die politische und gesellschaftliche Landschaft in der islamischen Welt jedoch stagnierte größtenteils, und die Übermacht des Klerus und des Primats des Islam führte unweigerlich zum Niedergang der geerbten Gelehrsamkeit.

Übrigens hat ja auch die islamische Welt große Entwicklungen zwischen 1850 und1960 beschritten, wurde dann aber durch das (letzte ?) Aufbäumen der Islamistischen Strömungen wieder in die Vernunftlosigkeit zurückgedrängt.

Antwort
von Hamburger02, 53

Es ist korrekt, dass die Araber uns lange Zeit wissenschaftlich gewaltig überlegen waren und ihnen das große Verdienst zukommt, sehr viel Wissen aus der Antike in die heutige Zeit hinübergerettet zu haben.

Im 10. -12 Jahrhundert war der Islam sehr tolerant und weltoffen. Da hatte er die große Blüte. Wissenschaft war frei und andere Religionen wurden toleriert. Christen und Juden konnten sogar bis in höchste Staatsämter gelangen. Dann gewannen aber die Fundamentalisten die Oberhand und kehrten zu einer strengen Auslegung des Islams zurück, wodurch auch der wissenschaftliche Fortschritt einschlief. Zu der Zeit gab es erste Mönche, die arabische Literatur in Latein übersetzten, was aber nicht viel nützte, weil die kath. Kirche damals auch fundamentalistisch war und jeden Fortschritt verhinderte. Beide, Araber und Christen veränderten sich nicht, der Vorsprung der Araber blieb daher lange auf demselben Niveau erhalten.

Im Rahmen der Reformation verlor die RKK ihre Macht und beginnend mit Rene Descartes konnte ab 1600 auch im Abendland Wissenschaft getrieben werden, ohne von der Kirche unterdrückt zu werden. Mit der Aufklärung verstärkte sich das ganze und von da ab holte das Abendland zum großen Überholmanöver an, während sich das Morgenland bis heute nicht mehr von dem fortschrittshemmenden Einfluss des fundamentalen Islams lösen konnte.

So meint Thomas Eich, Islamwissenschaftler an der Universität Bochum, dass es im Islam heute immer noch die Grundsätze gäbe: "Alles Wissen ist schon im Koran angelegt und Wissenschaft muss sich daran messen”, was man hier ja öfters auch zu lesen kriegt (Urknall steht schon im Koran und anderer Blödsinn), bzw. es gilt: "“Ist der Koran mit der Wissenschaft nicht vereinbar, liegt automatisch die Wissenschaft falsch.”

Genau das waren auch die Grundsätze, als die katholische Kirche bis zur Reformation die alleinige religiöse Macht hatte und damit jeglichen Fortschritt verhinderte.

Kommentar von helmutwk ,

Im 10. -12 Jahrhundert war der Islam sehr tolerant und weltoffen.

Das ist mir zu pauschal. Genau in der Zeit, die du nennst (1148/65), floh der Jude Maimonides (bzw. jüdisch: RamBaM) vom islamischen Spanien über Nordafrika in den Kreuzfahrerstaat, um den Verfolgungen durch islamische Extremisten zu entgehen. Zu seiner Zeit waren also die Kreuzfahrer offenbar toleranter als die in Spanien und Nordafrika herrschenden Almohaden.

Und bevor mir jemand unzulässige Pauschalisierung vorwirft: gegen Ende seines Lebens war Maimonodes Leibarzt des ägyptischen "Ministerpräsidenten" (al-Fadil, unter Sultan Saladin) ...

Auf der anderen Seite gab es in Europa auch Beispiele von Toleranz, am bekanntesten Sizilien unter Friedrich II. (13.Jh.).

Und der Aufstieg Europas begann schon vor 1600. Spätestens mit der Renaissance ...

Kommentar von Hamburger02 ,

"Das ist mir zu pauschal."

Ok, aber der Übergang von der Toleranz zur Intoleranz war ein längerer Prozess, den ich hier nicht in aller Ausführlichkeit aufschlüsseln wollte. Ein Schlüsseldatum ist auf jeden Fall die Gründung der Almohaden-Dynastie durch Ibn Tumart 1121.

"Auf der anderen Seite gab es in Europa auch Beispiele von Toleranz, am bekanntesten Sizilien unter Friedrich II. (13.Jh.)."

Friedrich II ist einer meiner Lieblingskaiser, der in der Tat zeituntypisch war und selber Forschungen anstellte, die heute noch Gültigkeit haben, insbesondere betreffs der Falknerei. Sein Buch dazu ist heute noch Standardwerk bei Falknern. Zu nennen für dies Zeit wäre auch Roger Bacon, der im 13. Jhdt. die Wissenschaftsfeindlichkeit der RKK schwer anklagte und die Ungebildeten  auf Kaiser-, Königs- und Papstthronen anprangerte. Dafür musste er dann allerdings auch büßen. Dennoch kann man nicht sagen, dass in dieser Zeit eine technologisch-wissenschaftliche Entwicklung stattfand, die die Araber überholte.

"Und der Aufstieg Europas begann schon vor 1600. Spätestens mit der Renaissance ."

Da begann es, indem man sich dem Wissen der Antike zuwandte. Aber erst mit dem mechanistischen Weltbild von Rene Descartes begann die moderne Naturwissenschaft und löste das mittelatliche mythologische Weltbild ab. Newton verhalf dann diesem neuen Weltbild zum Durchbruch und mit Newton würde ich mal sagen, wurde begonnen, die arabischen Wissenschaften zu übertrumpfen.

Kommentar von helmutwk ,

Aber erst mit dem mechanistischen Weltbild von Rene Descartes begann die moderne Naturwissenschaft

Nö, das fing schon vorher an. Roger Bacon war eine erste Vorstufe, Galileo und Co., die die induktive Methode einführten, waren auch ein wichtiger Schritt (und in meinen Augen wichtiger als Descartes). Newton kann als Abschluss dieser Entwicklung angesehen werden (in dem Sinn, dass es seit dem die moderne Wissenschaft gibt).

Antwort
von RobinsonCruesoe, 46

Die islamische geprägten Zivilisationen hatten zunächst das Glück, daß sie bei der Verteilung des Erbes des römischen Imperiums besser  zum Zuge kamen. Die Blüte von arabischer Kunst, Literatur, Architektur, Medizin, Recht usw. während des Mittelalters beruht also auf einem historischen Zufall: die arabischen "Stämme" waren eben am richtigen Ort zur richtigen Zeit.

Im Gegensatz dazu war der Westen des Imperium Romanum schon seit dem 4.Jh. sukzessive vernachlässigt worden. Die Einwohnerzahlen gingen zurück, Ressourcen wurden in den Osten des Reiches gebracht. Irgendwann war die Zahl der Bücher im Westen an einer Hand abzählbar.

Aus diesem Mangel etwas zu schaffen ist eine ganz andere Leistung wie auf die Arbeiten von anderen zurückgreifen  zu können. Die Menschen im damaligen Westeuropa hatten einfach die schlechtere Hälfte aus der Erbmasse des Imperium Romanum erhalten.

Vielleicht ist das mit ein Grund, warum "der christlich geprägte Westen" allmählich "den muslimisch geprägten Osten" überflügelt hat: weil er von Anfang an mehr kämpfen musste, weil ihm nichts in den Schoss gefallen ist. Wenn dem ein wenig so ist, dann beginnt diese Ablösung mit der karolingischen Revolution.

Antwort
von 1988Ritter, 78

Hierbei wird oftmals ein gravierender Fehler begangen.

Islamische Länder haben kein Land oder Kontinent in puncto Wissenschaft überflügelt. Islamische Länder haben aufgrund der aggressiven Expansion assimiliert. 

Schon weit vor dem Islam gab es Hochkulturen, von der Antike, bis Byzanz, den Babylonier, Perser oder gar Inder. Diese Länder (Epochen) hatten eine stetige Entwicklung, und bewahrten die Erkenntnisse. Mit dem Islam war damit Schluss. Um hier nicht in Details zu verfallen, empfehle ich einfach den Film der Medicus, oder halt das Buch der Medicus.

Die so bejubelte islamische Hochkultur war nüchtern betrachtet lediglich die Verwaltung des eroberten Wissens. Dabei soll aber nicht abgesprochen werden, dass es auch hier stellenweise Weiterentwicklungen gab. 

Bestes Beispiel für meine Behauptung ist hierbei die Architektur. Sprechen wir mit Erstaunen von der maurischen Baukunst, in Spanien noch zu besichtigen, so klärt sich das Wunderwerk bei der Besichtigung der byzantinischen Hagia Sophia.

Der "Westen" hingegen entwickelte sich ständig weiter. Die Entwicklung wurde aber im Mittelalter gehemmt, da insbesondere Mitteleuropa in Kriegen und Kulturstreitigkeiten zerfiel. Mit der zunehmenden Festigung gab es auch zunehmende wissenschaftliche Erkenntnisse, die schließlich im Industriezeitalter gipfelten.

Das Problem des Islam  findet sich im Wort "Sunnah". Damit wird die Lebensweise zu Zeiten von Mohammed beschrieben, und als besonders lobenswert betrachtet. Durch diese Einstellung haben die islamischen Länder eher einen Schwerpunkt bei Koranschulen, als bei Universitäten oder wissenschaftlichen Einrichtungen.

Belegt wird auch dies durch den Promilleanteil islamischer Länder an Patentanmeldungen oder Buchveröffentlichungen im Weltvergleich.

Kommentar von eleteroj ,

die islamischen Eroberer plünderten diese Länder nicht nur materiell, sondern beuteten sie auch ideell aus, indem sie die (christliche bzw jüdische) intellektuelle Elite gegen Schutzgeldzahlung am Leben liess, um sich ihrer Kenntnisse und Fähigkeiten zu bedienen, über die sie selbst nicht verfügten. (Hamed Abdel Samad "Der islamische Faschismus")

Antwort
von helmutwk, 27

Im Mittelalter (bzw. dem Goldenen Zeitalter des Islams) waren die Muslime dem Westen bekanntlich meilenweit voraus:

Nicht im gesamten Mittelalter. Aber der Zeitpunkt, an dem das christliche Abendland den Islam überholte, lässt sich nicht exakt angeben, weil das je nach Wissensgebiet leicht unterschiedlich war. Ich würde sagen, die Wende kam mit der ersten großen Pest im 14. Jh., von der sich Europa irgendwie besser erholte als der Orient. Ein Grund dafür war der stärker werdende Einfluss von Kräften, die wir heute "fundamentalistsch islamisch" nennen würde.

Überhaupt war das "goldene Zeitalter des Islams" weniger golden als oft dargestellt, meist werden relativ kurze goldene Abschnitte verallgemeinert. Aber das erste bekannte Judenpogrom auf europäischen Boden fand beispielsweise 1066 im damals islamischen Spanien statt ... OK, das war jetzt nicht dein Thema. ;)

Kommentar von furkansel ,

Europa hat sich von der Pest besser erholt als der Orient? War es nicht so, dass die Pest im Orient aufgrund der dortigen besseren hygienischen Situation nicht so stark grassierte wie in Europa?

Kommentar von helmutwk ,

War es nicht so, dass die Pest im Orient aufgrund der dortigen besseren hygienischen Situation nicht so stark grassierte wie in Europa?

Die Frage kann ich nicht beantworten, da ich mich zu wenig auskenne. Ich meinte aber weniger die rein materielle Erholung (Wirtschaftskraft, Bevölkerungszahl) als die geistig-kulturelle nach dem Zusammenbruch der Gesellschaft durch die Pest.

Ein weiterer Faktor: ab ca. 1250 hatte Europa indirekten Kontakt zu China über das mongolische Reich, also an den klassischen islamischen Ländern vorbei. So kamen Papier, Schwarzpulver und andere Errungenschaften nach Europa bzw. wurden dort nach"erfunden".

Im 15.Jh. begannen dann die Portugiesen, die Schiffahrtstechnik zu optimieren, um um Afrika herum nach Indien segeln zu können, was schließlich 1497-99 gelang. Zur gleichen Zeit entdeckten die Spanier, die mit Kolumbus daran glaubten, dass der Weg über das Weltmeer kürzer wär als der Weg um Afrika, wegen diesem Irrtum Amerika. Und da zeigte es ich, dass Portugiesische Schiffe und Waffen besser waren als die der Araber, Inder oder Chinesen.

Antwort
von flori85, 113

Wenn du Byzanz zum Westen zählst, waren die damals so mehr oder weniger auf der Höhe der muslimischen Wissenschaftler. 

Der Rest Europa hat dann sukzessive wieder aufgeholt und dann zur Renaissance gleichgezogen. Als sich dann die Industrialisierung angekündigt hat, kam in Europa vieles Schlag auf Schlag, während im Osmanischen Reich vieles den Bach runter ging, und es zumindest keine großen Neuerungen mehr gab. 

Ab dem 1. Weltkrieg, bzw der Revolution im Osmanischen Reich/der Türkei hat dieser Teil einen guten Teil wieder aufgeholt und übernommen. 

Kommentar von mrradiohead1000 ,

Hat die Aufklärung auch eine Rolle gespielt?

Antwort
von furkansel, 24

Ein sehr interessantes Video von Welt der Wunder zu dieser Thematik:

Ich schätze Europa hat den Orient mit der Industrialisierung überholt.

Antwort
von Accountowner08, 10

späte Neuzeit, denke ich

Antwort
von 3plus2, 5

Die Orientalen haben bis heute noch keinen einzigen Nobelpreis bekommen vllt bremst das Heiraten im engsten Familienkreis den IQ

Antwort
von gamine, 102

Ich denke der Grund dafür liegt in der Kolonisation. Europa hat sich vieler Länder und Schätze auf der ganzen Welt bemächtigt, nicht nur in materieller Hinsicht, sondern sich auch das Wissen dieser Länder angeeignet.

Des weiteren hat Europa allen seine Religion und Kultur, sprich Zivilisation aufgezwungen und sich selbst zum non plus ultra erklärt.

Aus Sicht der Europäer hat der Westen die anderen überflügelt, ob dem wirklich so ist, wage ich zu bezweifeln.

Technisierter heisst nicht unbedingt fortschrittlicher und es kann in letzter Zeit sehr stark beobachtet werden, wie die Technisierung tatsächlich zu Degeneration verschiedener Fähigkeiten führt.

Time will tell - mal sehen, wer zuletzt lacht ;-))

Kommentar von earnest ,

Nein, der "Aufstieg des Westens" begann früher, der "Niedergang des Ostens" auch.

Die Unterschiede bezüglich der Folgen des "Überflügelns" liegen NICHT im Auge des Betrachters; sie existieren real.

Im Moment gibt es leider nur wenig zu "lachen".

Kommentar von luggels ,

Also, das ist doch wirklich dummes Zeug.

1. Wissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten gehen doch einem Volk nicht verloren, auch wenn andere Leute sich das abgucken.

2. Die größte Kolonialmacht im arabischen Raum waren doch die Türken, nicht der Westen.

3. Und ich behaupte mal: Wenn die Engländer nicht in Pakistan und Ägypten die Eisenbahn gebaut hätten, dann hätten diese Länder heute noch keine.

Kommentar von gamine ,

zu 1. hab ich nirgendwo behauptet, dass die ihr Wissen verloren hätten! Aber die Europäer haben doch Wissen von überall gesammelt, oder nicht? Klar, zum Teil haben sie es auch ignoriert.

zu 2. Was plapperst du? Ich rede doch nicht von Kolonien im arabischen Raum, sondern von Kolonien weltweit.

zu3. Wenn... hätten - vielleicht würden sie dann in Frieden leben? Da kann jeder spekulieren wie er will.

Wenn du nicht verstehen kannst, was ich schreibe, musst du mich doch nicht beleidigen deswegen?

Kommentar von Dummie42 ,

Doch doch, wir verstehen das schon, was du da schreibst: Der Westen hat nur okkupiert, geklaut und abgekupfert, alle anderen unterdrückt und das Märchen von der westlichen Überlegenheit verbreitet. In Wirklichkeit sind die islamischen Länder noch immer die Speerspitze des wahren Fortschritts, das wird sich bald zeigen, meinst du.

Vermutlich sieht man das an den unzähligen Literaturveröffentlichungen und Patentanmeldungen, die es Jahr für Jahr in der islamischen Welt gibt und diese beeindruckende Anzahl von Nobelpreisträgern und Eliteuniversitäten... oh, ich glaube, ich habe da was verwechselt. Stattdessen Niedergang, Religionskriege und Rivalitäten wohin man schaut.

Die islamische Welt ist vor Jahrhunderten am religiösen Dogmatismus erstickt. Schon in der Blütezeit der islamischen Welt haben sich Männer wie Ibn Sina mit religiösen Fanatikern herumschlagen müssen, die ihnen das Leben schwer gemacht haben und das osmanische Reich ist im 19. Jh ganz ohne westliche Hilfe mangels rechtzeitiger Modernisierung an sich selbst zu Grunde gegangen. Die kolonialen Leichenfledderer kamen erst ganz zum Schluss. Da hatten die Europäer, die Renaissance und die Aufklärung schon durchlaufen.

Kommentar von gamine ,

Ja schön kannst du das, mir irgend etwas unterstellen.

Und nein, du verstehst mich nicht, aber das macht nichts.

Kommentar von furkansel ,

Das Osmanische Reich ist nicht an sich selbst zugrunde gegangen. Sie haben den Fehler gemacht, im ersten Weltkrieg an der Seite des deutschen Kaiserreichs gestanden zu haben.

Kommentar von DanielNord ,

Nein das sehe ich anders. Das osmanische Reich ist an Denkfaulheit gestorben und zuviel Religion.

Kommentar von Dummie42 ,

Zu der Zeit war der Mann am Bosporus schon lange krank.

Kommentar von helmutwk ,

Ich denke der Grund dafür liegt in der Kolonisation.

Die war allerdings auch eine Folge der Überlegenheit der Europäer. Als Europäer im 16.Jh. nach Indien, Malaya, Japan und Amerika fuhren, da heben sie si9ch zwar hier und da (z.B. Japan) eine Abfuhr geholt, aber insgesamt waren sie doch ziemlich erfolgreich. ich weiß aber von keinen vergleichbaren Leistungen islamischer Seefahrer in der Zeit. Die sind im Wesenrtlichen  in ihrem Gebiet geblieben und haben noch nicht mal Missionare nach Amerika entsandt, um da da'wa zu treiben ;)

Wenn der Westen damals nicht überlegen gewesen ist, warum hat kein Araber auf die Nachrichten der Entdeckungen reagiert?

Des weiteren hat Europa allen seine Religion und Kultur, sprich Zivilisation aufgezwungen und sich selbst zum non plus ultra erklärt.

Sich selbst zum "Nonplusutra" zu erklären kommt überall vor, das ist Ethnozentrismus, für den auch Beispiele außerhalb Europas gibt. Etwa wenn heute (im islamischen Raum behauptet wird, der Islam hätte die Lösung zu allen Problemen dieser Welt ...

Aber nehmen wir die Kolonisierung Algeriens (19.Jh.): die begann damit, dass Frankreich die Festungen zerstörte bzw. Städte eroberte, von denen bis dahin immer wieder Piratenrschiffe ausgefahren warten, um europäische Schiffe zu kapern und deren Besatzung und ggf. Passagiere zu versklaven (günstigensfalls gegen Lösegeld zu frteizulassen).

und es kann in letzter Zeit sehr stark beobachtet werden, wie die Technisierung tatsächlich zu Degeneration verschiedener Fähigkeiten führt.

Da du kein Beispiel nennst, kann nur spekuliert werden, was du meinst. Und wenn ich mir die viel besprochenen Ereignisse in Köln anschaue, sehe ich da die "Degeneration verschiedener Fähigkeiten" nicht bei Europäern, sondern bei gewissen Nordafrikanern ...

Kommentar von gamine ,

Die Überlegenheit der Europäer bestreite ich nirgends. Besonders in Sachen Bewaffnung oder in der Schifffahrt. Was die Kultur der Amerikaner an tollem zu bieten gehabt hätte - eventuell - das kann man leider nicht mehr erfahren.

Dass die Moslems nicht missioniert haben, ist doch durchaus positiv? Ich jedenfalls finde die Missionierung der Christen und insbesondere die Art und Weise absolut verabscheuungswürdig und heuchlerisch.

Beispiele für die Degeneration des hochtechnisierten Menschen möchtest du? Verminderung der Merkfähigkeit (ist ja nicht nötig, sich Telefonnummern oder irgendwas zu merken, der Compi oder das Handy wissen ja alles) - und ja, sogar blöde Telefonnummern trainieren das Gehirn.

Degeneration der Sinne - alle Sinne werden fast permanent überlastet und getäuscht, was sich natürlich negativ auswirkt.

Degeneration der motorischen Fähigkeiten - in Schulen erkennbar, aber auch sonst werden im Alltag viele Handgriffe nicht mehr ausgeführt.

Ansonsten schau dir mal ein paar Afrikaner an, wie die körperlich aussehen und wie sie sich bewegen und vergleiche damit ein paar Europäer. Den Unterschied müsstest sogar du sehen. 

Natürlich gibt es auch fite Europäer, aber mich erschreckt es, wie mikrig unsere Kinder (viele) heute sind und wie ungesund auch.

Ich lebe in einem Land mit grade mal 8 Millionen Einwohnern, in dem sich 5 - 6 Menschen täglich das Leben nehmen - Degeneration der Seele?

Kommentar von helmutwk ,

Die Überlegenheit der Europäer bestreite ich nirgends. Besonders in Sachen Bewaffnung oder in der Schifffahrt. Was die Kultur der Amerikaner an tollem zu bieten gehabt hätte - eventuell - das kann man leider nicht mehr erfahren.

Doch, da lässt sich was erfahren. Es gibt Berichte und archäologische Ausgrabungen. Die Inkas hatten z.B. eine hoch entwickelte Goldschmiedekunst zu bieten (an der Oberfläche der geschmiedeten Gegenstände war der Goldgehalt höher als im Innern), aber auch Menschenopfer.

Dass die Moslems nicht missioniert haben, ist doch durchaus positiv)

Sie haben doch missioniert ... zum Beispiel im heutigen Indonesien. Oder in Zentralasien, wo die Mongolen, Tataren und angeschlosene Turkvölker missioniert wurden. Dass sie nicht nach Amerika aufgebrochen sind, um dort zu missionieren (oder ggrf. auch: um Sklaven zu holen), liegt jedenfalls kam daran, dass sie so was nicht getan haben, sondern vermutlich, dass sie sich eine Fahrt nach Amerika (und eine Begegnung mit den europäischen Seefahrern) nicht zutrauten.

Beispiele für die Degeneration des hochtechnisierten Menschen möchtest du? Verminderung der Merkfähigkeit

Stimmt. Im Vergleich zu meiner Generation ist die verringert. Auch die weiteren Beispiele sind nicht von der Hand zu weisen.

Ich lebe in einem Land mit grade mal 8 Millionen Einwohnern, in dem sich 5 - 6 Menschen täglich das Leben nehmen - Degeneration der Seele?

Laut Wikipedia gibt es eine ganze Reihe von Ländern, die eine höhere Sebstmordrate haben,u.a. das islamische Kasachstan. Für viele islamische Länder (z.B. Türkei, Irak, Pakistan, Afghanistan, Lybien und alle islamischen  Länder westlich davon) gibt es keine Daten.

"Degeneration" der sehe sehe ich, wie gesagt, auch dann, wenn jemand sich nicht zurückhalten kann, wenn eine unverschleierte Frau vor ihm steht (siehe Köln), wenn auf oft geringfügige Provokationen (z.B. Karikaturen) auf eine Art reagiert wird, die letztlich kindisch ist und die ich nur deshalb nicht lächerlich nenne, weil es da regelmäßig zu Toten kommt, und was dergleichen mehr sind (es gibt ja ständig irgendwelche Beispiele aus der islamischen Welt für das, was ich meine).

Kommentar von gamine ,

Der Wikipedia - Artikel ist ja nun wirklich Unfug. Die Zahlen aus den Ländern kommen aus verschiedenen Jahren zwischen 1978 und 2012. So kann man nicht vergleichen!

Die angeblichen Menschenopfer in der Karibik zB - (Kannibalen, hergeleitet von Karibalen) das wäre auch noch ein Thema, aber es ist mir der Mühe nicht wert.

Glaub du, was du glauben willst.

Für mich sind Menschen, die auf den Fehlern der Moslems rum hacken und sich weigern, die eigenen zu sehen, einfach eine Katastrophe.

Die Welt, wie sie sich heute präsentiert, mit ihren Millionen verhungernden Menschen, mit Ausbeutung, Unterdrückung, Landdiebstahl, 62 Familien, die 75% des Weltvermögens besitzen, etc. geht mit Sicherheit nicht auf das Konto der Muslime!

Die Frage war, wann die westliche Welt den Orient überflügelt hat. Diese Frage habe ich beantwortet, auch wenn noch andere Aspekte ausser der Kolonisation dazu beigetragen haben.

Kommentar von helmutwk ,

Die angeblichen Menschenopfer in der Karibik

Von der Karibik habe ich gar nicht gesprochen.

Die Welt, wie sie sich heute präsentiert, mit ihren Millionen verhungernden Menschen, mit Ausbeutung, Unterdrückung, Landdiebstahl, 62 Familien, die 75% des Weltvermögens besitzen, etc. geht mit Sicherheit nicht auf das Konto der Muslime!

So wie du formulierst, geht die Welt auf das Konto aller Menschen. Du hast aber eine reihe von Faktoren aufgezählt, für die zu einem großen Teil Europa und/oder die USA schuld sind. Es gibt aber auch Aspekte, wo Muslime die Hauptschuld tragen.

Für mich sind Menschen, die auf den Fehlern der Moslems rum hacken und sich weigern, die eigenen zu sehen, einfach eine Katastrophe.

Menschen, die keine Fehler der Muslime sehen wollen, sondern nur auf anderen Gruppen rumhacken, sind auch nicht besser.

Und eigentlich hättest du schon im Kommentar, auf den du geantwortest hast, erkennen können, dass ich auch Fehler der eigenen Seite sehe.

Antwort
von captron15, 96

mit ende des 16 jahrhunderts...

Kommentar von mrradiohead1000 ,

kennst du die gründe?

Kommentar von captron15 ,

man hat das wissen des morgenlandes gezielt weiterentwickelt...

hinzu kommt dann noch das wissen aus anderen teilen der welt, welches in europa gesammelt und vermischt wurde...

Kommentar von mrradiohead1000 ,

ja, ok stimmt. mir fiele da zB Thomas von Aquin ein, der sich sehr stark mit dem Wissen aus al andalus / Andalusien beschäftigt hat.

Kommentar von 3plus2 ,

@Merradio Nuhr;  Mosleme würden idR  im engen Verwandtenkreis heiraten, darunter würde der IQ leiden

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