Frage von Jersey11, 43

Zu welchem Zeitpunkt ging die Geburtenrate der Deutschen in den Keller und welche Gründe sind/waren es?

Beispiele aus meiner Familie: Mein Vater hat 7 Geschwister. Meine Mutter hat 6 Geschwister. Ich habe 4 Geschwister und bin bisher nur zweimal Onkel geworden, dabei gehen meine Geschwister alle auf die dreißig zu. Weiterer Nachwuchs ist nicht in Sicht. Ich finde es schade, dass meine Familie von Generation zu Generation schrumpft.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von isebise50, 18

In "Westdeutschland" geht die Geburtenrate seit Ende der 60er Jahre zurück und wird oft die Einführung der Pille zurückgeführt (sogenannter Pillenknick).

Heute sieht man ehr einen Wandel der Moral (der die Anwendung der Anti-Baby-Pille erst denkbar gemacht hat) als ihre pure Existenz für das anschließende Absinken der Geburtenrate verantwortlich.

Auch fehlten bedingt durch die zwei Weltkriege einfach Jahrgänge in der Bevölkerung für die Elternschaft. Die geburtenstarken Jahrgänge zwischen 1955 und 1965 sind das Resultat der erhöhten Geburtenraten in den Jahren von 1930 bis 1940, da die in dieser Zeit Geborenen nun selbst Kinder bekamen.

Antwort
von DillyMean, 24

Es eigentlich mehr ein kontinuierlicher Prozess als ein sprunghaftes Schrumpfen. 

Gründe? Jeder will heute lieber Karriere machen als daheim dem Balg beim Wachsen zuzusehen, gilt für Männer und Frauen gleichermaßen. 

Aber auch die immer weiter schrumpfende Kaufkraft ist daran schuld bzw. der enorm große Niedriglohnsektor in D ist schuld daran. Mach heute mal eine normale Ausbildung, in vielen Jobs bekommst danach grade mal um die 1200€ netto, v. a. auf dem Land. Kannst davon wirklich eine Familie ernähren? Schwer. Ich glaub um die 50% in D verdienen 1200€ netto oder weniger, diejenigen können sich dann auch schon auf Altersarmut freuen. Willst du deinen Nachwuchs in diese Situation setzten, die vielleicht sogar noch schlimmer wird? 

Außerdem kenn ich keine Gesellschaft die Kinderunfreundlicher ist als die in D. Erkennt man ja auch schon an den Leuten, denen wir unsere Kinder anvertrauen. In anderen Ländern haben Lehrer und Erzieher den selben sozialen Status wie Ärzte und Professoren. 

Kommentar von Jersey11 ,

Das sind sicherlich plausible Gründe, aber warum besteht das Problem bei Migranten nicht? In unserer Kleinstadt (30.000 Einwohner) haben im letzten Jahr auch Migranten für Geburtenraten-Überschuss gesorgt, deswegen verstehe ich das nicht. Wir leben doch im selbem Land. 

Kommentar von DillyMean ,

Selbes Lands ja, aber nicht die gleiche Vorstellung/Lebenseinstellung. Ist ein kompliziertes Thema, das in Deutschland nur sehr ungerne angesprochen wird, weil man Angst hat, gleich in die rassistische Ecke gestellt zu werden, da viele es schon als rassistisch empfinden, wenn man behauptet, es gäbe einen Unterschied in den Lebensweisen zwischen Deutschen und Deutschen mit Migrationshintergrund.

Fakt ist aber, dass, wie man ja in den Ursprungsländern dieser Menschen auch sieht, eine andere Einstellung zu Kindern und Nachwuchs besteht. Zum Teil hat es einfach mit ihrer Tradition und Bewusstsein des, hmm wie drück ich das am besten aus, naja, eigenen Erbes, des "Überleben des Ichs durch die eigenen Kinder" zu tun, zum anderen Teil, in ärmeren Ländern, auch nur um das eigene Überleben im Alter zu sichern, da es z. B. in vielen Afrikanischen Kulturen keine staatliche Altersvorsorge gibt, somit versorgen einem die eigenen Kinder im Alter. Wenn es mehrere sind, hat man natürliche auch bessere Chancen bzw. die Kinder es leichter. Außerdem ist in anderen Ländern die Kindersterblichkeitsrate viel höher als in Deutschland, also muss man da sozusagen gegensteuern.

All diese Gründe bleiben irgendwie als Tradition oder schlicht und einfach ungefragt bei diesen Leuten bestehen, obwohl sie nicht mehr in diesen Kulturen leben.

Antwort
von fansens, 22

Mehr Geld, man braucht keine Absicherung für das Alter mehr, indem man mehrere Kinder hat. Es ist nicht im Trend viele Kinder zu haben und einige (jungen) Menschen wollen einfach keine Kinder.
Zusätzlich auch die stärkere Verbreitung von Verhütungsmitteln.

Antwort
von Pudelwohl3, 25

Ein Stichwort dazu ist Pillenknick - das meint die Einführung der Antibabypille.

Antwort
von isebise50, 4

Vielen Dank für deine Auszeichnung Jersey11!

Antwort
von SerenaEvans, 17

Dann sorg doch selbst für Nachwuchs, statt es von anderen zu fordern.

Kommentar von Jersey11 ,

Ich fordere nichts, sondern wollte nur die Gründe erfahren. PS: Ich bin Anfang 20 und möchte mir noch ein wenig Zeit lassen.

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