Zu viel genommenen Urlaub aus dem Vorjahr verrechnen?

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6 Antworten

Ich gehe nur auf die rechtliche Seite ein (und enthalte mich damit einer "moralischen" bewertung des Problems):

Ist das zulässig?

Schlicht und einfach: Nein!

Wenn der Arbeitgeber Dir in einem laufenden Kalenderjahr mehr Urlaub genehmigt, als Dir zusteht, dann das ist das "sein Problem".

Dein Urlaubsanspruch im folgenden Kalenderjahr wird dadurch nicht berührt, d.h. konkret:

Der Arbeitgeber darf (wenn Du nicht zustimmst) den im Vorjahr zu viel genommenen Urlaub nicht mit dem Urlaubsanspruch im neuen Kalenderjahr verrechnen!

Siehe dazu beispielhaft ( http://arbeitsrecht123.de/Rechtsanwalt-Falkensee-Potsdam-Teltow-Velten-Berlin/zuviel-lohn-ist-kein-geschenk-zu-viel-urlaub-schon/ ):

Der Arbeitgeber hat den Urlaub bewilligt und muss deshalb auch das
Urlaubsentgelt für den gesamten Urlaub bezahlen; hätte nämlich der
Arbeitgeber nicht zu viel Urlaub bewilligt, dann hätte der Arbeitnehmer
in dieser Zeit gearbeitet und dadurch sein normales Gehalt erhalten. Der Arbeitgeber kann den zu viel gewährten Urlaub auch nicht im nächsten Urlaubsjahr vom Urlaub abziehen [Anmerk.: Hervorhebung durch mich], da der Urlaubsanspruch mit jedem Jahr neu entsteht und jeweils unabhängig voneinander zu betrachten sind.

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Hast Du Urlaub über den gesetzlichen Anspruch von vier Wochen hinaus? Dafür herrscht Vertragsfreiheit und es kann(!) durchaus rechtlich Ok sein, wobei der Arbeitgeber dir diese Bedingung hätte bei der Urlaubs Gewährung mitteilen müssen. Mit den gesetzlichen Anspruch ist das nicht möglich.


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Ein Ausgleich kann und muss vorgenommen werden. Die zuviel gewährten Urlaubstage sollten aber nicht unbedingt mit dem diesjährigen Urlaub verrechnet werden, der Urlaub soll der Erholung dienen und nicht so einfach gekürzt werden. Aber ein finanzieller Ausgleich der Fehltage reduziert einmal oder bei Ratenzahlung mehrere Monate deinen Lohn. Eine einvernehmliche Lösung könnte erreicht werden, wenn mehrere Alternativen von deinem Arbeitgeber angeboten werden. 

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Auf die bezahlten, zusätzlich freien Tage hattest Du ja keinen Anspruch.

Also entweder werden die 8 Tage vom neuen Urlaub abgezogen oder sie werden als unbezahlt abgerechnet. Vielleicht einigt Ihr Euch auch auf einen Zeitraum, während dem dir die fehlenden Tage vom Gehalt abgezogen werden. (Zwei Tage im Monat evtl.) Sofern Dein AG da mitspielt.

Dann ist das für Dich nicht so heftig und Du kannst Deinen diesjährigen Urlaub komplett nehmen.

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Kommentar von Familiengerd
21.03.2016, 13:47

Die Antwort ist schlicht falsch!

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Selbstverständlich ist das zulässig!

Der Arbeitgeber ist dir schon SEHR entgegen gekommen, wenn er dir letztes Jahr Vorschuss-Urlaub gewährt hat.

Er hätte dir das auch vom Gehalt abziehen können.

Bedank dich bei deinem Arbeitgeber, dass er so großzügig war und ja, dieses Jahr, hast du eben weniger Urlaub

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Kommentar von Familiengerd
21.03.2016, 13:47

Selbstverständlich ist das zulässig!

Nein, ist es nicht!

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Kommentar von Familiengerd
21.03.2016, 19:40

Ergänzung:

Er hätte dir das auch vom Gehalt abziehen können.

Ebenfalls: rechtlich eindeutig NEIN!

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Hallo? Du möchtest einerseits im letzten Jahr mehr Urlaub haben (Grund egal, auch wenn es ein Familiendrama war), aber dafür dieses Jahr bloß nichts geben?

Überleg Dir eine Regelung, abarbeiten, Urlaub, was auch immer.. Wenn Du auf bockig stellst, wird es das bald mit einem verständnisvollen AG gewesen sein.


Dein AG hätte Dir gar n icht mehr Tage geben brauchen, also reagiere auf sein Verständnis auch korrekt.

Mein Chef gibt bei so was wohl unbezahlten Urlaub, aber nicht bezahlten.


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Kommentar von Wolfgang57234
21.03.2016, 12:49

Hallo? Du möchtest einerseits im letzten Jahr mehr Urlaub haben (Grund egal, auch wenn es ein Familiendrama war), aber dafür dieses Jahr bloß nichts geben?

Hallo? Wer sagt denn, dass ich "bloß nichts geben" will? Ich bin meinem AG durchaus dankbar für sein Entgegenkommen und will das vernünftig regeln. Fein, dass du was in meine Frage reininterpretierst, was ich überhaupt nicht gesagt habe. Ich bin alles andere als bockig, sondern wollte lediglich wissen, ob das rechtlich so zulässig ist.

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Kommentar von Familiengerd
21.03.2016, 13:50

Es geht nur um eine rechtliche Einordnung!

Und danach ist ein solches Vorgehen des Arbeitgebers nicht rechtskonform!

Dass sich der Arbeitnehmer mit dem Arbeitgeber wegen dessen großzügigem Zugeständnis auf eine Regelung im neuen Kalenderjahr einigt, ist eine andere Frage.

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